Profile (in German)
Im Sommersemester 2024 und Wintersemester 2024/2025: Vertretung Medientheorie
Courses
Winter 2025/2026
Why "technology" does not exist: An Introduction to alternative conceptions of the technical
Das Medium Sprache verleitet uns zu Abstraktionen, die oftmals zu groß und zu grob sind, um die Welt angemessen zu beschreiben. Wir verwenden alltäglich Begriffe, von denen wir oft nicht wissen, was sie genau sagen. Einer dieser Begriffe ist »Technik«, der im Deutschen gerne so verwendet wird, als bezeichnete er einen klar demarkierten Bereich der Welt. Aber »die« Technik oder einfach nur »Technik« gibt es gar nicht. Was uns tatsächlich begegnet, was uns durchdringt und beschäftigt, sind vielmehr Techniken und Technologien. Im Plural vom Technischen zu sprechen, ist weit mehr als eine bloß akademische Übung in Präzision; vielmehr öffnet die Pluralisierung den Diskurs für Differenzen und Alternativen. Erst dann wird es klar, dass die Art und Weise, wie das Technische vornehmlich diskursiviert, inszeniert und vermarktet wird, kein Schicksal darstellt, dem wir uns fügen müssen. Vielmehr gibt es immer zugleich widerstreitende Denkmodelle und Weisen, die Welt zu technisieren – und das inkludiert unsere Beziehungen zu Mitmenschen und anderen Mitwesen, sowie uns selbst, d.h. unsere Körper, unsere Seelen und unseren Geist.
Die »Frage nach der Technik« (Heidegger) ist zu übersetzen in die Frage nach den konkreten Techniken und Technologien; in die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass wir glauben, dass es Sinn macht, von »der« Technik zu sprechen; in die Frage nach den Machtverhältnissen, die sich in einer solchen Singularisierung des Technischen zum Ausdruck bringt; in die Frage nach alternativen Konzepten des Technischen; in die Frage nach Techniken des Widerständigen, der Kritik, der Gegenhegemonie etc.
Wir werden im Seminar einigen dieser alternativen Weisen, über das Technische zu sprechen, nachgehen. Die Impulse sind vielfältig: Sie kommen aus dem Postkolonialismus, aus dem Feminismus, aus der Kulturtechnikforschung, aus der Medienarchäologie, aus der Kunstgeschichte und der ästhetischen Theorie, aus der Soziologie und natürlich auch aus der (Technik-)Philosophie. Die zu sichtende Literatur ist dementsprechend breit. Die Interessen der Teilnehmenden werden bei der Auswahl nach Möglichkeit berücksichtigt.
Testat: Präsentation (10 bis maximal 15 Minuten) über eine selbst gewählte alternative Technik-Konzeption. Zur Wahl stehen die Quellen, die im Seminar zur Verfügung gestellt werden, es können aber auch Ergebnisse eigenständiger Recherchen präsentiert werden. Ziel ist es, über die Präsentation in eine anregende gemeinsame Diskussion einzusteigen.
Das Seminar wird geblockt in der Woche vom 9.–13. Februar 2026 in Präsenz an der Uni Potsdam stattfinden. Eine ausführliche, vierstündige Vorbesprechung findet im November nach Möglichkeit ebenfalls in Präsenz statt, der genaue Termin hierfür wird mit den angemeldeten Teilnehmer*innen noch vereinbart.
Die »Frage nach der Technik« (Heidegger) ist zu übersetzen in die Frage nach den konkreten Techniken und Technologien; in die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass wir glauben, dass es Sinn macht, von »der« Technik zu sprechen; in die Frage nach den Machtverhältnissen, die sich in einer solchen Singularisierung des Technischen zum Ausdruck bringt; in die Frage nach alternativen Konzepten des Technischen; in die Frage nach Techniken des Widerständigen, der Kritik, der Gegenhegemonie etc.
Wir werden im Seminar einigen dieser alternativen Weisen, über das Technische zu sprechen, nachgehen. Die Impulse sind vielfältig: Sie kommen aus dem Postkolonialismus, aus dem Feminismus, aus der Kulturtechnikforschung, aus der Medienarchäologie, aus der Kunstgeschichte und der ästhetischen Theorie, aus der Soziologie und natürlich auch aus der (Technik-)Philosophie. Die zu sichtende Literatur ist dementsprechend breit. Die Interessen der Teilnehmenden werden bei der Auswahl nach Möglichkeit berücksichtigt.
Testat: Präsentation (10 bis maximal 15 Minuten) über eine selbst gewählte alternative Technik-Konzeption. Zur Wahl stehen die Quellen, die im Seminar zur Verfügung gestellt werden, es können aber auch Ergebnisse eigenständiger Recherchen präsentiert werden. Ziel ist es, über die Präsentation in eine anregende gemeinsame Diskussion einzusteigen.
Das Seminar wird geblockt in der Woche vom 9.–13. Februar 2026 in Präsenz an der Uni Potsdam stattfinden. Eine ausführliche, vierstündige Vorbesprechung findet im November nach Möglichkeit ebenfalls in Präsenz statt, der genaue Termin hierfür wird mit den angemeldeten Teilnehmer*innen noch vereinbart.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Blockseminar Februar
Ort
Uni Potsdam, Haus 8, Raum 0.59
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
alle MA-Studierenden
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
ACHTUNG! DER BLOCK FINDET IM HAUS 8 STATT, ERDGESCHOSS, RAUM 59 (Raumbezeichnung ist 8.0.59)!
Winter 2024/2025
Seminar Media Theory
Das Seminar ist als Begleitveranstaltung zur Vorlesung "Medienkulturwissenschaft" konzipiert. Dadurch können die Inhalte der Vorlesung noch einmal rekapituliert und offen gebliebene Fragen adressiert werden. Im Zentrum steht allerdings jeweils die Diskussion eines verbindlichen zu lesenden Textes.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Donnerstag 10:00-12:00
Ort
UP, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
45
Zusätzliche Informationen
Testat: Mündliche Stellungnahme zum Text (ca. 3 Minuten)
Experimental Media Studies: Perspectives on Medium and Mediality
Die Vorlesung widmet sich zentralen Begriffen und Konzepten der Medienwissenschaft, die von Professor*innen der EMW vertreten werden. Anhand von Projekten und aktuellen Forschungsfragen bietet diese Vorlesung eine Einführung sowohl in grundsätzliche Fragen des Fachs als auch in die spezifischen Ansätze der Potsdamer Medienwissenschaft.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Fr. 12:00-13.30 (s.t.)
Ort
FHP D 011 (Hörsaal)
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Zusätzliche Informationen
Pflichtveranstaltung für 1. Semester MA EMW
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Dr. Susanne Müller, M.A. Vanessa Oberin, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, M.A. Alexander Schindler, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr, M.A. Anna Zaglyadnova
Termin
nach Absprache
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Dr. Susanne Müller, M.A. Vanessa Oberin, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, M.A. Alexander Schindler, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr, M.A. Anna Zaglyadnova
Termin
nach Absprache
Ort
UP tba
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Future Ideologies
„Die Ideologiekritik ist zurück!“ So beginnt der Werbetext der für Oktober 2024 angekündigten Publikation „Ideologie und Ideologiekritik zur Einführung“ (Junius Verlag). Tatsächlich wird der Ideologiebegriff gegenwärtig in ganz unterschiedlicher Weise eingesetzt. Sein kritisches Potenzial wird nicht mehr nur von linker Seite genutzt, sondern auch von reaktionären Kräften, die sich gegen die angebliche „Genderideologie“ oder den Post- und Dekolonialismus aussprechen. Anlass genug also, um sich mit dem Begriff und seiner Geschichte eingehend zu beschäftigen.
Den Auftakt machen dabei unweigerlich die Begründer der Ideologiekritik: Karl Marx und Friedrich Engels. Ideologie wird von ihnen als „falsches Bewusstsein“ aufgefasst, das erst durch die materialistische Philosophie aufgedeckt werden kann. An diesem Anspruch arbeiten sich die marxistischen Theoretiker*innen seither immer wieder ab. Für die Medienwissenschaft ist von besonderem Interesse, was die Kritische Theorie mit ihrer Kritik der Kulturindustrie unter Ideologie versteht und welche Vorschläge sie macht, mit ihr umzugehen. Dies steht teilweise im scharfen Kontrast zu den Cultural Studies, vor allem in der Figur Stuart Halls.
Der Horizont dieser historischen Begriffsarbeit ist allerdings ein aktueller: einerseits die Auseinandersetzung mit dem, was seit den 1990er Jahren als „kalifornische Ideologie“ bezeichnet wurde, womit der komputationale Neoliberalismus und technologische Determinismus gemeint ist; andererseits mit einem von Tech-Milliardären verbreiteten Bündel von Ideologemen, die erst vor ganz kurzem mit einem neuen kritischen Begriff versehen wurden, nämlich „TESCREALism“ (Gebru & Torres 2024).
Ziel des Seminares ist es demnach, sowohl einen Überblick über gegenwärtige Ideologien zu gewinnen, insbesondere solche, die auf Informations- und Zukunftstechnologien aufbauen, als auch die Reichweite und Sinnhaftigkeit eines kritischen Ideologiebegriffs (und der Ideologiekritik als solcher) auf einer soliden ideenhistorischen Grundlage auszuloten.
Den Auftakt machen dabei unweigerlich die Begründer der Ideologiekritik: Karl Marx und Friedrich Engels. Ideologie wird von ihnen als „falsches Bewusstsein“ aufgefasst, das erst durch die materialistische Philosophie aufgedeckt werden kann. An diesem Anspruch arbeiten sich die marxistischen Theoretiker*innen seither immer wieder ab. Für die Medienwissenschaft ist von besonderem Interesse, was die Kritische Theorie mit ihrer Kritik der Kulturindustrie unter Ideologie versteht und welche Vorschläge sie macht, mit ihr umzugehen. Dies steht teilweise im scharfen Kontrast zu den Cultural Studies, vor allem in der Figur Stuart Halls.
Der Horizont dieser historischen Begriffsarbeit ist allerdings ein aktueller: einerseits die Auseinandersetzung mit dem, was seit den 1990er Jahren als „kalifornische Ideologie“ bezeichnet wurde, womit der komputationale Neoliberalismus und technologische Determinismus gemeint ist; andererseits mit einem von Tech-Milliardären verbreiteten Bündel von Ideologemen, die erst vor ganz kurzem mit einem neuen kritischen Begriff versehen wurden, nämlich „TESCREALism“ (Gebru & Torres 2024).
Ziel des Seminares ist es demnach, sowohl einen Überblick über gegenwärtige Ideologien zu gewinnen, insbesondere solche, die auf Informations- und Zukunftstechnologien aufbauen, als auch die Reichweite und Sinnhaftigkeit eines kritischen Ideologiebegriffs (und der Ideologiekritik als solcher) auf einer soliden ideenhistorischen Grundlage auszuloten.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstag 14h-16h
Ort
UP, Haus 9, Raum 2.16
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Reading Response (2-3 Seiten)
Cultures of Fading / Decreasing
Das Seminar dient dem Versuch, einer zeitdiagnostischen Kategorie einen medienästhetischen Gehalt zu geben. Seit vielen Jahren ist vom „erschöpften Selbst“ die Rede. Mit dem Neoliberalismus sowie die Nichtnachhaltigkeit unseres Wirtschaftssystems als die Schuldigen schnell ausgemacht. Die COVID-Pandemie hat dem noch eine durch Viralerkrankung ausgelöste Variante hinzugefügt, und zwar die derzeit vielbesprochene chronische Erkrankung ME/CFS.
Im Seminar soll statt der negativen Kategorien wie Erschöpfung, Überlastung, Zusammenbruch ein positiver oder zumindest affirmierbarer Begriff entgegengehalten werden, nämlich das Nachlassen im Sinne des Wenigerwerdens, des Schwächerwerdens, der Rücknahme, auch des Überlassens (Nachlass als Hinterlassenschaft). Das Nachlassen ist als Gegenbegriff zum Steigern und zum Forcieren zu verstehen. Es meint aber auch keine Asketik, wenn man darunter eine strenge Lebenslehre versteht. Um den Begriff des Nachlassens besser zu verstehen, werden einige ästhetische Beispiele (Musik, Literatur, Theater, Film, Videospiel) im Zentrum stehen, die dazu dienen sollen, den Titel „Kulturen des Nachlassens“ zu konturieren. Es sollen aber ebenso aktuelle soziopolitische Debatten zur Entschleunigung, zum Degrowth und zu anderen Reaktionen auf die Pathologien der Moderne einbezogen werden.
Ob der Versuch gelingt, wird wesentlich an der Mitwirkung der Seminarteilnehmer*innen abhängen. Alle sind dazu eingeladen, eigene Beispiele, Erfahrungen, Lektüren und Vorschläge einzubringen, um gemeinsam über mögliche und wirkliche Kulturen des Nachlassens nachzudenken. Vielleicht kann sogar der bislang vakante Ausdruck „Nachgelassenheit“ mit Sinn gefüllt werden. Er lässt sich als eine Art Tugend auffassen, der etwas „nach“ der „Gelassenheit“ meint. Zugleich könnte er die Fähigkeit meinen, sich dauerhaft im Zustand oder Prozess des Nachlassens aufzuhalten.
Als Testat wird diesmal das Format Präsentation gewählt. Die Präsentationen können einzeln oder gemeinsam durchgeführt werden. Ihr Charakter soll völlig offen bleiben. Besondere Absprachen mit der Seminarleitung und den anderen Teilnehmer*innen sind jederzeit möglich. Das Seminar dient auch dem Versuch einer Einübung eines anderen Miteinanders im akademischen Raum.
Im Seminar soll statt der negativen Kategorien wie Erschöpfung, Überlastung, Zusammenbruch ein positiver oder zumindest affirmierbarer Begriff entgegengehalten werden, nämlich das Nachlassen im Sinne des Wenigerwerdens, des Schwächerwerdens, der Rücknahme, auch des Überlassens (Nachlass als Hinterlassenschaft). Das Nachlassen ist als Gegenbegriff zum Steigern und zum Forcieren zu verstehen. Es meint aber auch keine Asketik, wenn man darunter eine strenge Lebenslehre versteht. Um den Begriff des Nachlassens besser zu verstehen, werden einige ästhetische Beispiele (Musik, Literatur, Theater, Film, Videospiel) im Zentrum stehen, die dazu dienen sollen, den Titel „Kulturen des Nachlassens“ zu konturieren. Es sollen aber ebenso aktuelle soziopolitische Debatten zur Entschleunigung, zum Degrowth und zu anderen Reaktionen auf die Pathologien der Moderne einbezogen werden.
Ob der Versuch gelingt, wird wesentlich an der Mitwirkung der Seminarteilnehmer*innen abhängen. Alle sind dazu eingeladen, eigene Beispiele, Erfahrungen, Lektüren und Vorschläge einzubringen, um gemeinsam über mögliche und wirkliche Kulturen des Nachlassens nachzudenken. Vielleicht kann sogar der bislang vakante Ausdruck „Nachgelassenheit“ mit Sinn gefüllt werden. Er lässt sich als eine Art Tugend auffassen, der etwas „nach“ der „Gelassenheit“ meint. Zugleich könnte er die Fähigkeit meinen, sich dauerhaft im Zustand oder Prozess des Nachlassens aufzuhalten.
Als Testat wird diesmal das Format Präsentation gewählt. Die Präsentationen können einzeln oder gemeinsam durchgeführt werden. Ihr Charakter soll völlig offen bleiben. Besondere Absprachen mit der Seminarleitung und den anderen Teilnehmer*innen sind jederzeit möglich. Das Seminar dient auch dem Versuch einer Einübung eines anderen Miteinanders im akademischen Raum.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Montag 16:00-18:00
Ort
UP, Haus 8, Raum 0.64
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Präsentation (10 Minuten)
Lecture Course Media/Culture Studies
Die Vorlesung ist eine Einführung in das Fach Medienwissenschaft entlang einiger ihrer grundlegenden Begriffe. Als erstes wird danach gefragt, was mit „Medium“, „Medien“ und „Medialität“ alles gemeint ist – sowohl historisch als auch gegenwärtig. Dabei wird sich die „Vermittlung“ als eine entscheidende medientheoretische Funktion herauskristallisieren. Medien vermitteln die Welt, aber sie tun dies auf unterschiedliche Weise und verändern damit auch die Inhalte, die sie vermitteln. Seit der Antike gibt es dafür ein Bewusstsein, dass es einen Unterschied macht, ob Wissen schriftlich oder mündlich vermittelt wird – und damals wurde nicht umsonst auch die erste Medienkritik artikuliert.
Die Entwicklung des Buchdrucks ist für die Geschichte der Medien als eines Massenphänomens ganz wesentlich – Marshall McLuhan prägte dafür den genialen Ausdruck „Gutenberg-Galaxis“. Einer der großen Effekte des Buchdrucks war die Herausbildung einer neuen Form von „Öffentlichkeit“ – diese ist heute mit den digitalen und sozialen Medien erneut in einem radikalen Transformationsprozess, den es zu untersuchen gilt. Denn Medien sind nicht „neutral“: Sie knüpfen neue Verbindungen zwischen den Menschen, zeitigen aber auch unabsehbare Folgen für das Welt-, Menschen- und Selbstbild ihrer Nutzer·innen.
Inwiefern diese Macht der Medien zur Erzeugung realer und vielfach auch problematischer und ungerechter Effekte beiträgt, wird in den letzten Sitzungen der Vorlesungen beispielhaft anhand konkreter Medienanalysen durchgeführt. Die Schlagwörter hierfür sind „Affekt“, „Ideologie“ und „Black Media Studies“.
Die Entwicklung des Buchdrucks ist für die Geschichte der Medien als eines Massenphänomens ganz wesentlich – Marshall McLuhan prägte dafür den genialen Ausdruck „Gutenberg-Galaxis“. Einer der großen Effekte des Buchdrucks war die Herausbildung einer neuen Form von „Öffentlichkeit“ – diese ist heute mit den digitalen und sozialen Medien erneut in einem radikalen Transformationsprozess, den es zu untersuchen gilt. Denn Medien sind nicht „neutral“: Sie knüpfen neue Verbindungen zwischen den Menschen, zeitigen aber auch unabsehbare Folgen für das Welt-, Menschen- und Selbstbild ihrer Nutzer·innen.
Inwiefern diese Macht der Medien zur Erzeugung realer und vielfach auch problematischer und ungerechter Effekte beiträgt, wird in den letzten Sitzungen der Vorlesungen beispielhaft anhand konkreter Medienanalysen durchgeführt. Die Schlagwörter hierfür sind „Affekt“, „Ideologie“ und „Black Media Studies“.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo 12-14
Ort
UP Haus 9, Raum 1.02
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
1
Zielgruppe
Erstsemester
Teilnehmerbegrenzung
90
Zusätzliche Informationen
Für den Abschluss der Vorlesung ist kein Testat notwendig.
Der Stoff dieser Vorlesung ist zusammen mit dem Stoff der Vorlesung Medienkulturgeschichte (Sommersemester 2025) die Grundlage für die Modulprüfungen, die im Oktober 2025 stattfinden.
Der Stoff dieser Vorlesung ist zusammen mit dem Stoff der Vorlesung Medienkulturgeschichte (Sommersemester 2025) die Grundlage für die Modulprüfungen, die im Oktober 2025 stattfinden.
Summer 2024
Kolloquium
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Dr. Svea Bräunert, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Mi 10-12
Ort
Neues Palais, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 13
Module (BA): 13
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Kolloquium
Leistungspunkte
6
Zielgruppe
BA-Studierende
Teilnehmerbegrenzung
25
Reading Judith Butler
ACHTUNG: Das Seminar findet im ZeM statt! Die Adresse ist Hermann-Elflein-Straße 18 in 14467 Potsdam.
Die US-amerikanische Philosophin Judith Butler gehört seit den späten 1980er Jahren zu den wirkmächtigsten Theoretikerinnen der Gender Studies, der Performativitätstheorien, der Rhetorik sowie der Ethik und politischen Theorie. Sie greift dabei auf eine Fülle von sehr diversen Theoretiker*innen zurück (de Beauvoir, Foucault, Freud, Hegel, Levinas, Derrida u.v.m.) Ihre Rolle als "public intellectual" führte immer wieder zu Kontroversen, wie es derzeit auch in Bezug auf ihr Engagement für die Palästinenser wieder der Fall ist.
Das Seminar wird eine Auswahl aus ihrem breiten Werk vornehmen und sich primär auf ihre jüngeren Beiträge zur (Un-)Möglichkeit, "von sich selbst Rechenschaft abzulegen", sowie über die politischen Fragen nach Vulnerabilität, der Betrauerbarkeit von Menschenleben sowie der "Versammlung" im öffentlichen Raum widmen. Eine genauere Angabe der Auswahl erfolgt bis zur ersten Seminarsitzung.
Wir werden versuchen, uns diesseits der derzeit hitzigen und polemisch geführten Auseinandersetzungen mit ihrem Werk auseinanderzusetzen. Auf diesem Hintergrund werden wir dann fallweise auch öffentliche Kontroversen um ihre Einlassung in politische Konflikte betrachten und versuchen zu analysieren.
Testat: Reading Response (3 Seiten)
Die US-amerikanische Philosophin Judith Butler gehört seit den späten 1980er Jahren zu den wirkmächtigsten Theoretikerinnen der Gender Studies, der Performativitätstheorien, der Rhetorik sowie der Ethik und politischen Theorie. Sie greift dabei auf eine Fülle von sehr diversen Theoretiker*innen zurück (de Beauvoir, Foucault, Freud, Hegel, Levinas, Derrida u.v.m.) Ihre Rolle als "public intellectual" führte immer wieder zu Kontroversen, wie es derzeit auch in Bezug auf ihr Engagement für die Palästinenser wieder der Fall ist.
Das Seminar wird eine Auswahl aus ihrem breiten Werk vornehmen und sich primär auf ihre jüngeren Beiträge zur (Un-)Möglichkeit, "von sich selbst Rechenschaft abzulegen", sowie über die politischen Fragen nach Vulnerabilität, der Betrauerbarkeit von Menschenleben sowie der "Versammlung" im öffentlichen Raum widmen. Eine genauere Angabe der Auswahl erfolgt bis zur ersten Seminarsitzung.
Wir werden versuchen, uns diesseits der derzeit hitzigen und polemisch geführten Auseinandersetzungen mit ihrem Werk auseinanderzusetzen. Auf diesem Hintergrund werden wir dann fallweise auch öffentliche Kontroversen um ihre Einlassung in politische Konflikte betrachten und versuchen zu analysieren.
Testat: Reading Response (3 Seiten)
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di 13:00-15:00
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
SE
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Einschreibeschlüssel für Moodle Kurs: Butler_EMW
Vorläufige Literaturliste:
J.B. "Gefährdetes Leben" (Suhrkamp 2005)
J.B. "Kritik der ethischen Gewalt" (Suhrkamp 2007)
J.B. "Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen" (Campus 2010)
J. B. "Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung" (Suhrkamp 2016)
J.B. "In welcher Welt leben wir?" (Passagen 2024)
Vorläufige Literaturliste:
J.B. "Gefährdetes Leben" (Suhrkamp 2005)
J.B. "Kritik der ethischen Gewalt" (Suhrkamp 2007)
J.B. "Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen" (Campus 2010)
J. B. "Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung" (Suhrkamp 2016)
J.B. "In welcher Welt leben wir?" (Passagen 2024)
Affectivity, Mediality, Technicity
Affektivität ist die Fähigkeit, affiziert (oder berührt) zu werden und zu affizieren (also zu berühren). Affekte gelten oftmals nur als ein anderes Wort für Emotionen, doch genau hier liegt eine Schwierigkeit, auf die wir im Seminar eingehen werden. Denn wie zu zeigen sein wird, sind Emotionen bereits hochgradig vermittelte Affekte. Zur Affektivität kommt, wenn wir uns mit ihr auseinandersetzen, immer schon die Medialität hinzu. Affekte werden durch Medien sowie durch Techniken bearbeitet, hervorgerufen, produziert, gedämpft, bekämpft, reguliert und moduliert. Zur Medialität kommt also auch die Technizität hinzu, was insbesondere dann deutlich wird, wenn wir auf die Technikentwicklung eingehen und uns überlegen, was sich durch neue Technologien und Bezug auf unseren Umgang mit Affekten verändert. Zwischen der Affektlenkung durch Rituale (die es bereits in prähistorischen Zeiten gab) und der Affekterkennung durch sensorisch ausgerüstete, medientechnische Umgebungen liegt eine lange Geschichte, für die dieses Seminar ein Bewusstsein schaffen will.
Die Veranstaltung ist als Hybrid zwischen Vorlesung und Seminar angelegt. Es wird eine begleitende Lektüreaufgaben geben (inklusive einer Reading Response als Testat), doch wird jede Sitzung durch einen längeren Impulsvortrag eingeleitet.
Das Seminar wird sich auch mit den affekttheoretischen Texten von Marie-Luise Angerer auseinandersetzen, insbesondere mit "Vom Begehren nach dem Affekt" (2007) und "Affektökologie" (2017).
Die Veranstaltung ist als Hybrid zwischen Vorlesung und Seminar angelegt. Es wird eine begleitende Lektüreaufgaben geben (inklusive einer Reading Response als Testat), doch wird jede Sitzung durch einen längeren Impulsvortrag eingeleitet.
Das Seminar wird sich auch mit den affekttheoretischen Texten von Marie-Luise Angerer auseinandersetzen, insbesondere mit "Vom Begehren nach dem Affekt" (2007) und "Affektökologie" (2017).
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Montag 14:00-16:00
Ort
UP, Haus 12, Raum 001
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Reading Response (2 Seiten)
From Radio to the Atom Bomb - Reading Günther Anders
Das Interesse am deutsch-österreichischen Philosophen Günther Anders (1902-1992) war vielleicht nie so groß wie heute. Sein zweibändiges Hauptwerk Die Antiquiertheit des Menschen (1956/1980) ist ein Longseller der deutschsprachigen Philosophie und lässt sich sowohl als technikphilosophisches, medientheoretisches wie auch anthropologisches Werk lesen. Seine Diagnose des „prometheischen Gefälles“ zwischen der Fülle an Dingen, die wir herstellen können (inklusive der von ihm ausführlich reflektierten Atombombe) und dem vergleichsweise geringen Vermögen, uns die Folgen vorzustellen oder zu fühlen, die das Hergestellte auf die Welt und die Menschen hat, scheinen im frühen 21. Jahrhundert wieder auf stärkere Resonanz zu stoßen. Übersetzungsprojekte seiner Schriften haben wohl auch deshalb derzeit Hochkonjunktur.
Sein Briefwechsel mit seiner ersten Ehefrau, Hannah Arendt, sowie mit Adorno, Bloch, Horkheimer, Marcuse und Plessner zeigt, dass der akademische Außenseiter Anders dichte Verbindungen mit der deutschsprachigen Philosophie unterhielt. Er teilte zudem die Erfahrung als jüdischer Emigrant mit vielen seiner Zeitgenossen, und auch für ihn wurde die Shoa zu einem ständigen Bezugspunkt seines Denkens nach 1945. Anders trug aber auch Wesentliches zu so unterschiedlichen Bereichen wie der philosophischen Anthropologie, der Musikphilosophie und der Ästhetik bei, und in bestimmten Hinsichten kann er als origineller Fortführer der phänomenologischen Tradition gelten.
Wir werden uns im Seminar zunächst mit den medientheoretischen Aufsätzen von Anders beschäftigen, beginnend mit "Spuk und Radio" (1930) und sein Bemerkungen zum 3D-Kino sowie dann eingehend mit dem zentralen Essay "Die Welt als Phantom und Matrize" von 1956.
Von dort gehen wir über zu den Motiven des prometheischen Gefälles und der promethischen Scham, die Menschen hochtechnisierter Gesellschaften angeblich gegenüber ihrer "Gerätewelt" empfinden.
Diese veränderten Bezüge zur Umwelt werden bei Anders durch die Reflexion auf die Atombombe auf die Spitze getrieben, weil durch sie bzw. durch die Gefahr eines atomar geführten Krieges die Gefahr einer von Menschen gemachten Apokalypse im Raum steht. Dadurch ändert sich laut Anders auch unser kollektiver Bezug zur Zeit, die er als "Frist" vor dem Ende erlebt hat.
Anders' Texte, so viel hat sich in früheren Lektüreseminaren ergeben, können aufgrund ihres pessimistischen und moralistischen Tons manchmal nerven, "aber sie sind niemals langweilig", wie es mehrere Studierende zuletzt ausgedrückt haben. Hinzu kommt, dass Anders aufgrund seiner Lebensgeschichte die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts exemplarisch verkörpert hat. Wir werden gegen Ende des Seminars auch gemeinsam überlegen, inwiefern sich seine Reflexionen über die technisierte Welt auf die Gegenwart des Klimawandels übertragen lassen.
Sein Briefwechsel mit seiner ersten Ehefrau, Hannah Arendt, sowie mit Adorno, Bloch, Horkheimer, Marcuse und Plessner zeigt, dass der akademische Außenseiter Anders dichte Verbindungen mit der deutschsprachigen Philosophie unterhielt. Er teilte zudem die Erfahrung als jüdischer Emigrant mit vielen seiner Zeitgenossen, und auch für ihn wurde die Shoa zu einem ständigen Bezugspunkt seines Denkens nach 1945. Anders trug aber auch Wesentliches zu so unterschiedlichen Bereichen wie der philosophischen Anthropologie, der Musikphilosophie und der Ästhetik bei, und in bestimmten Hinsichten kann er als origineller Fortführer der phänomenologischen Tradition gelten.
Wir werden uns im Seminar zunächst mit den medientheoretischen Aufsätzen von Anders beschäftigen, beginnend mit "Spuk und Radio" (1930) und sein Bemerkungen zum 3D-Kino sowie dann eingehend mit dem zentralen Essay "Die Welt als Phantom und Matrize" von 1956.
Von dort gehen wir über zu den Motiven des prometheischen Gefälles und der promethischen Scham, die Menschen hochtechnisierter Gesellschaften angeblich gegenüber ihrer "Gerätewelt" empfinden.
Diese veränderten Bezüge zur Umwelt werden bei Anders durch die Reflexion auf die Atombombe auf die Spitze getrieben, weil durch sie bzw. durch die Gefahr eines atomar geführten Krieges die Gefahr einer von Menschen gemachten Apokalypse im Raum steht. Dadurch ändert sich laut Anders auch unser kollektiver Bezug zur Zeit, die er als "Frist" vor dem Ende erlebt hat.
Anders' Texte, so viel hat sich in früheren Lektüreseminaren ergeben, können aufgrund ihres pessimistischen und moralistischen Tons manchmal nerven, "aber sie sind niemals langweilig", wie es mehrere Studierende zuletzt ausgedrückt haben. Hinzu kommt, dass Anders aufgrund seiner Lebensgeschichte die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts exemplarisch verkörpert hat. Wir werden gegen Ende des Seminars auch gemeinsam überlegen, inwiefern sich seine Reflexionen über die technisierte Welt auf die Gegenwart des Klimawandels übertragen lassen.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstag 16:00-18:00
Ort
UP, Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 4
Module (BA): 4
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Reading Response (2 Seiten)
Winter 2023/2024
Living and Thinking in the End Times - Reading Günther Anders in the Anthropocene
Das Interesse am deutsch-österreichischen Philosophen Günther Anders (1902-1992) war vielleicht nie so groß wie heute. Sein zweibändiges Hauptwerk Die Antiquiertheit des Menschen (1956/1980) ist ein Longseller der deutschsprachigen Philosophie und lässt sich sowohl als technikphilosophisches, medientheoretisches wie auch anthropologisches Werk lesen. Seine Diagnose des „prometheischen Gefälles“ zwischen der Fülle an Dingen, die wir herstellen können (inklusive der von ihm ausführlich reflektierten Atombombe) und dem vergleichsweise geringen Vermögen, uns die Folgen vorzustellen oder zu fühlen, die das Hergestellte auf die Welt und die Menschen hat, lässt sich mühelos auf die multiplen Krisen des 21. Jahrhunderts übertragen. Dies wird auch im internationalen Raum zunehmend erkannt, weshalb Übersetzungsprojekte seiner Schriften derzeit Hochkonjunktur haben. Zudem werden derzeit in rascher Folge Textbände aus dem umfangreichen Nachlass publiziert – der Briefwechsel mit seiner ersten Ehefrau, Hannah Arendt, sowie mit Adorno, Bloch, Horkheimer, Marcuse und Plessner zeigt zudem, dass der akademische Außenseiter Anders dichte Verbindungen mit der deutschsprachigen Philosophie unterhielt. Er teilte zudem die Erfahrung als jüdischer Emigrant mit vielen seiner Zeitgenossen, und auch für ihn wurde die Shoa zu einem ständigen Bezugspunkt seines Denkens nach 1945. Anders trug aber auch Wesentliches zu so unterschiedlichen Bereichen wie der philosophischen Anthropologie, der Musikphilosophie und der Ästhetik bei, und in bestimmten Hinsichten kann er als origineller Fortführer der phänomenologischen Tradition gelten.
Das Seminar setzt sich mit diesem Werk anhand mehrer thematischer Blöcke auseinander. Der erste Block behandelt den ersten Band der Antiquiertheit und legt den Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit der Atombombe sowie mit dem Rundfunk und Fernsehen. Der zweite Block setzt dies durch eine Reflexion auf das „prometheische Gefälle“ sowie die „prometheische Scham“ fort und greift dabei auch auf einzelne Kapitel aus dem zweiten Band der Antiquiertheit zurück. Der dritte Block ist dem Verhältnis von Anders zu Hannah Arendt gewidmet, die in Vita activa einige Denkfiguren von Anders fortzuführen scheint und einen gewissen Alarmismus bezüglich der Atomtechnik sowie der Automatisierung teilt, dabei aber ganz andere Akzente setzt. Der vierte Block setzt sich unter dem Stichwort der „Weltfremdheit des Menschen“ mit der Anthropologie von Anders auseinander und greift dabei auf den von Christian Dries herausgegebenen gleichnamigen Nachlassband zurück. Ein fünfter Block geht auf stilistische Eigenheiten von Anders gesondert ein und setzt seine Essayistik in ein Verhältnis zu seinen literarischen Texten (Die molussische Katakombe, Der Blick vom Turm sowie vor allem die 2022 unter den Titel Die Totenpost erschienenen Elegien). Der sechste und letzte Block versucht unter Rückgriff auf den Briefwechsel mit Jonas, Marcuse u.a. Anders‘ technikphilosophische und verantwortungsethische Position näher zu bestimmen und setzt dies in Bezug zu neueren Bezugnahmen auf Anders (etwa bei Bernard Stiegler, Jean-Luc Nancy oder Bruno Latour) im Anthropozän und zur generellen Frage nach dem Leben und Denken in Endzeiten.
Vorläufige Literaturliste:
Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen Band 1 / Band 2. München: Beck 1956/1980
ders.: Die Weltfremdheit des Menschen. Schriften zur philosophischen Anthropologie, hg. v. Christian Dries, München: Beck 2018
ders.: Die Totenpost. Elegien, hg. v. Alexander Knopf, Göttingen: Wallstein 2022
ders.: Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen zum atomaren Zeitalter, München: Beck 2003
ders.: Der Blick vom Mond. Reflexionen über Weltraumflüge, München: Beck 1994.
ders.: Gut, dass wir einmal die hot potatoes ausgraben. Briefwechsel mit Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Max Horkheimer, Herbert Marcuse, Helmuth Plessner, hg. v. Reinhard Ellensohn und Kerstin Putz, München Beck: 2022
ders. / Hannah Arendt: Schreib doch mal ‚hard facts‘ über dich. Briefe 1939-1975, hg. v. Kerstin Putz, München: Piper 2018
Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben, hg. v. Thomas Meyer, München: Piper 2020
Christian Dries: Ad Günther Anders: Exerzitien für die Endzeit, Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2023.
Testat: Reading Response zu einem Primärtext (3 Seiten, ist bis einen Tag vor der entsprechenden Sitzung auf Moodle hochzuladen)
Das Seminar setzt sich mit diesem Werk anhand mehrer thematischer Blöcke auseinander. Der erste Block behandelt den ersten Band der Antiquiertheit und legt den Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit der Atombombe sowie mit dem Rundfunk und Fernsehen. Der zweite Block setzt dies durch eine Reflexion auf das „prometheische Gefälle“ sowie die „prometheische Scham“ fort und greift dabei auch auf einzelne Kapitel aus dem zweiten Band der Antiquiertheit zurück. Der dritte Block ist dem Verhältnis von Anders zu Hannah Arendt gewidmet, die in Vita activa einige Denkfiguren von Anders fortzuführen scheint und einen gewissen Alarmismus bezüglich der Atomtechnik sowie der Automatisierung teilt, dabei aber ganz andere Akzente setzt. Der vierte Block setzt sich unter dem Stichwort der „Weltfremdheit des Menschen“ mit der Anthropologie von Anders auseinander und greift dabei auf den von Christian Dries herausgegebenen gleichnamigen Nachlassband zurück. Ein fünfter Block geht auf stilistische Eigenheiten von Anders gesondert ein und setzt seine Essayistik in ein Verhältnis zu seinen literarischen Texten (Die molussische Katakombe, Der Blick vom Turm sowie vor allem die 2022 unter den Titel Die Totenpost erschienenen Elegien). Der sechste und letzte Block versucht unter Rückgriff auf den Briefwechsel mit Jonas, Marcuse u.a. Anders‘ technikphilosophische und verantwortungsethische Position näher zu bestimmen und setzt dies in Bezug zu neueren Bezugnahmen auf Anders (etwa bei Bernard Stiegler, Jean-Luc Nancy oder Bruno Latour) im Anthropozän und zur generellen Frage nach dem Leben und Denken in Endzeiten.
Vorläufige Literaturliste:
Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen Band 1 / Band 2. München: Beck 1956/1980
ders.: Die Weltfremdheit des Menschen. Schriften zur philosophischen Anthropologie, hg. v. Christian Dries, München: Beck 2018
ders.: Die Totenpost. Elegien, hg. v. Alexander Knopf, Göttingen: Wallstein 2022
ders.: Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen zum atomaren Zeitalter, München: Beck 2003
ders.: Der Blick vom Mond. Reflexionen über Weltraumflüge, München: Beck 1994.
ders.: Gut, dass wir einmal die hot potatoes ausgraben. Briefwechsel mit Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Max Horkheimer, Herbert Marcuse, Helmuth Plessner, hg. v. Reinhard Ellensohn und Kerstin Putz, München Beck: 2022
ders. / Hannah Arendt: Schreib doch mal ‚hard facts‘ über dich. Briefe 1939-1975, hg. v. Kerstin Putz, München: Piper 2018
Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben, hg. v. Thomas Meyer, München: Piper 2020
Christian Dries: Ad Günther Anders: Exerzitien für die Endzeit, Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2023.
Testat: Reading Response zu einem Primärtext (3 Seiten, ist bis einen Tag vor der entsprechenden Sitzung auf Moodle hochzuladen)
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mittwoch 14:00 bis 18:00 (vierzehntägig)
Ort
UP 8.0.59
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar wird für die folgenden Module des Faches Philosophie geöffnet:
BA Vertiefungsmodul Mensch - Kultur - Gesellschaft
MA Forschungsmodul Philosophische Anthropologie und Philosophie des Geistes I u II
MA Philosophie interdisziplinär
BA Vertiefungsmodul Mensch - Kultur - Gesellschaft
MA Forschungsmodul Philosophische Anthropologie und Philosophie des Geistes I u II
MA Philosophie interdisziplinär
collecting, ordering, trashing
Das SE beschäftigt sich mit einem globalen und individuellen Thema. Alle kennen die eigene Un-Ordnung, und die meisten sind vom Müll auf den Strassen genervt. Berlin hat ein besonders Verhältnis zu Müll, Abfall und Entsorgen. Seit Corona, so kann man immer wieder lesen, hat die Vermüllung von Wohnungen dramatisch zugenommen. Und was ist mit globalen Müll der Meere, Landschaften und der Atmosphäre?
Lit. vorläufig: Arno Geiger: Das glückliche Geheimnis; Valentin Gröbner: Aufheben, Wegwerfen; https://www.matteringpress.org/books/boxes
Eigene Sammlungen, eigene Ordnungen und eigene Verfahren zur Ordnung
Ratgeber, YouTube, Coaching-SE (Aufräumen mit Marie Kondo....), Phänomen messy, usw.
Achtung: Das Archivieren, wie es vor allem im Kontext von Kunst (Nachlass, Verlass) ein grosses Thema ist, werden ich kurzfristig ins SoSe verschieben. Exkursion nach Linz u Wien.
Lit. vorläufig: Arno Geiger: Das glückliche Geheimnis; Valentin Gröbner: Aufheben, Wegwerfen; https://www.matteringpress.org/books/boxes
Eigene Sammlungen, eigene Ordnungen und eigene Verfahren zur Ordnung
Ratgeber, YouTube, Coaching-SE (Aufräumen mit Marie Kondo....), Phänomen messy, usw.
Achtung: Das Archivieren, wie es vor allem im Kontext von Kunst (Nachlass, Verlass) ein grosses Thema ist, werden ich kurzfristig ins SoSe verschieben. Exkursion nach Linz u Wien.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Dr. phil. Katharina Rein
Termin
Dienstag, 13Uhr bis 15Uhr
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
SE
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
MA-Studierende
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: thematischer Essay (2 Seiten)
Summer 2023
Psychotechnologies and Power
Dieses Seminar findet als Kollaboration mit dem Kolloquium von Prof. Dr. Julia Weber (Peter-Szondi-Institut, FU Berlin) in Präsenz an der Freien Universität Berlin statt!
1990 schrieb der kanadische Medientheoretiker Derrick de Kerckhove (ein Schüler McLuhans): „Wir treten ein ins Zeitalter der Psychotechnologien.“ Er fügte gleich die Warnung hinzu: „Psychotechnologien sind zweischneidige Waffen.“ (Schriftgeburten, S. 9) Und obwohl er mit diesen Aussagen primär auf die Informationstechnologien abzielte, beschäftigte er sich im selben Text primär mit dem Medium der Schrift, das er als die älteste Psychotechnologie ansah.
Das Seminar greift diese Diagnose auf und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage nach den Machtaspekten der Psychotechnologien. Dazu soll zunächst aber die Semantik des Psychotechnischen und Psychotechnologischen selbst befragt werden. Der Begriff der „Psychotechnik“ taucht erstmals bei dem Psychologen William Stern Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Er macht mit der Publikation von Hugo Münsterbergs „Grundzüge der Psychotechnik“ von 1914 Karriere, insbesondere in Form der industriellen Psychotechnik, die eine anwendungsbezogene Disziplin bezeichnet, die auf Effizienzsteigerungen in der Passung zwischen Menschen und Maschinen abzielte. Dieser affirmative Begriff von Psychotechnik wurde in den 1930er Jahren wieder verabschiedet, aber natürlich sind die damals entwickelten, oftmals mit komplexen Medienarrangements verbundenen Methoden und Verfahren vor allem in der Arbeitspsychologie erhalten geblieben.
Im Seminar wollen wir in zwei Richtungen fragen: Einerseits interessiert uns, ob mit der Entwicklung der elektronischen Medien das „psychotechnologische Arsenal“ seither nicht ungeheuer erweitert wurde. Das betrifft real existerende Technologien wie die automatisierte Psychometrik und die algorithmisch gesteuerten Beeinflussungsmethoden ebenso wie Phantasien solcher Entwicklungen – wofür das Science Fiction Genre und die experimentelle Literatur oftmals die radikalsten Entwürfe bereit stellen. Andererseits kommt das Psychotechnische – also die Macht der Verfügung über psychische Prozesse sowie über die Herausbildung eines Seelenlebens – nicht erst mit der Industrialisierung in die Welt. Auch vergleichsweise simple Kulturtechniken wie bestimmte Körpertechniken, Aufmerksamkeitstechniken oder auch das Lesen und Schreiben (siehe Kerckhove) können zugleich als Psychotechniken in einem bestimmten Sinn betrachtet werden.
Diese doppelte Fragerichtung nach Herkünften und Zukünften des Psychotechnologischen und der damit verbundenen Macht und auch Ohnmacht werden wir anhand einer bewusst disparaten Textauswahl verfolgen. Zudem werden wir in einigen Sitzungen Gäste im Seminar haben, die mit uns bestimmte Aspekte diskutieren werden, die mit den Psychotechnologien einhergehen: das Verhältnis zur Psychoanalyse, zur Debatte um die Biopolitik, sowie zu traditionellen spirituellen Techniken wie dem Gebet.
Die Tatsache, dass es sich bei den Psychotechnologien aufgrund der sich rasant entwickelnden technischen Möglichkeiten um ein im Entstehen begriffenes neues Forschungsfeld handelt, bietet den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, einen Einblick in die Ausarbeitung von aktuell drängenden Fragestellungen zu erhalten und diese durch eigene Nachfragen kritisch mitzugestalten.
1990 schrieb der kanadische Medientheoretiker Derrick de Kerckhove (ein Schüler McLuhans): „Wir treten ein ins Zeitalter der Psychotechnologien.“ Er fügte gleich die Warnung hinzu: „Psychotechnologien sind zweischneidige Waffen.“ (Schriftgeburten, S. 9) Und obwohl er mit diesen Aussagen primär auf die Informationstechnologien abzielte, beschäftigte er sich im selben Text primär mit dem Medium der Schrift, das er als die älteste Psychotechnologie ansah.
Das Seminar greift diese Diagnose auf und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage nach den Machtaspekten der Psychotechnologien. Dazu soll zunächst aber die Semantik des Psychotechnischen und Psychotechnologischen selbst befragt werden. Der Begriff der „Psychotechnik“ taucht erstmals bei dem Psychologen William Stern Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Er macht mit der Publikation von Hugo Münsterbergs „Grundzüge der Psychotechnik“ von 1914 Karriere, insbesondere in Form der industriellen Psychotechnik, die eine anwendungsbezogene Disziplin bezeichnet, die auf Effizienzsteigerungen in der Passung zwischen Menschen und Maschinen abzielte. Dieser affirmative Begriff von Psychotechnik wurde in den 1930er Jahren wieder verabschiedet, aber natürlich sind die damals entwickelten, oftmals mit komplexen Medienarrangements verbundenen Methoden und Verfahren vor allem in der Arbeitspsychologie erhalten geblieben.
Im Seminar wollen wir in zwei Richtungen fragen: Einerseits interessiert uns, ob mit der Entwicklung der elektronischen Medien das „psychotechnologische Arsenal“ seither nicht ungeheuer erweitert wurde. Das betrifft real existerende Technologien wie die automatisierte Psychometrik und die algorithmisch gesteuerten Beeinflussungsmethoden ebenso wie Phantasien solcher Entwicklungen – wofür das Science Fiction Genre und die experimentelle Literatur oftmals die radikalsten Entwürfe bereit stellen. Andererseits kommt das Psychotechnische – also die Macht der Verfügung über psychische Prozesse sowie über die Herausbildung eines Seelenlebens – nicht erst mit der Industrialisierung in die Welt. Auch vergleichsweise simple Kulturtechniken wie bestimmte Körpertechniken, Aufmerksamkeitstechniken oder auch das Lesen und Schreiben (siehe Kerckhove) können zugleich als Psychotechniken in einem bestimmten Sinn betrachtet werden.
Diese doppelte Fragerichtung nach Herkünften und Zukünften des Psychotechnologischen und der damit verbundenen Macht und auch Ohnmacht werden wir anhand einer bewusst disparaten Textauswahl verfolgen. Zudem werden wir in einigen Sitzungen Gäste im Seminar haben, die mit uns bestimmte Aspekte diskutieren werden, die mit den Psychotechnologien einhergehen: das Verhältnis zur Psychoanalyse, zur Debatte um die Biopolitik, sowie zu traditionellen spirituellen Techniken wie dem Gebet.
Die Tatsache, dass es sich bei den Psychotechnologien aufgrund der sich rasant entwickelnden technischen Möglichkeiten um ein im Entstehen begriffenes neues Forschungsfeld handelt, bietet den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, einen Einblick in die Ausarbeitung von aktuell drängenden Fragestellungen zu erhalten und diese durch eigene Nachfragen kritisch mitzugestalten.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Donnerstag 16:00 bis 19:00 (10 Termine)
Ort
Freie Universität Berlin, Rost- und Silberlaube, Raum J 30/109
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Textmaterial ist erhältlich auf un.iversity.org
Sie müssen sich dort zuerst als Nutzer*in kostenlos registrieren. Um der Veranstaltung beizutreten, geben Sie diesen Code ein: nhdxwr.
Testat: Reading Response (3-4 Seiten)
Zum Terminplan: Das Seminar findet an zehn Terminen statt, die jeweils 3 Unterrichtsstunden umfassen (Beginn: 16:00 ct, dh. effektiv um 16:15, Ende spätestens um 18:45).
Sie müssen sich dort zuerst als Nutzer*in kostenlos registrieren. Um der Veranstaltung beizutreten, geben Sie diesen Code ein: nhdxwr.
Testat: Reading Response (3-4 Seiten)
Zum Terminplan: Das Seminar findet an zehn Terminen statt, die jeweils 3 Unterrichtsstunden umfassen (Beginn: 16:00 ct, dh. effektiv um 16:15, Ende spätestens um 18:45).
Winter 2022/2023
MA Introductory Lecture
Die Vorlesung widmet sich zentralen Begriffen und Konzepten der Medienwissenschaft, die von den hauptamtlich Lehrenden vertreten werden. Anhand von Projekten und aktuellen Forschungsfragen bietet diese Vorlesung eine Einführung sowohl in grundsätzliche Fragen des Fachs als auch in die spezifischen Ansätze der Potsdamer Medienwissenschaft.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen
Termin
Fr. 12-14 Uhr (Beginn: 28.10.2022)
Ort
FHP, Haus D, Raum 011
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Zusätzliche Informationen
Pflichtveranstaltung für 1. Semester MA EMW
Women Philosophers before 1900
Die oft gestellte Frage, ob es vor Hannah Arendt eigentlich auch schon Philosophinnen gab, ist eindeutig mit "ja" zu beantworten. Doch sind diese Philosophinnen kaum jemals in den akademischen Kanon aufgenommen worden. Das Seminar fokussiert sich ganz auf Philosophinnen, die bereits vor 1900 ihre ersten Werke verfasst bzw. veröffentlicht haben und will damit einen kleinen Beitrag zur Erschließung eines alternativen Kanons leisten.
Erwartet werden von den Teilnehmer:innen keine spezifischen philosophischen Vorkenntnisse, aber eine Neugierde und Bereitschaft, sich von Woche zu Woche mit ganz unterschiedlichen Epochen, Kontexten und Problemstellungen auseinanderzusetzen, die sich aus der Auswahl der primär- und sekundärliterarischen Texte ergeben.
Der finale Seminarplan steht heute (26.09.) noch nicht fest, voraussichtlich werden wir uns aber mit den folgenden Denkerinnen beschäftigen:
Diotima - Hypatia von Alexandria - Hildegard von Bingen - Christine de Pizan - Isotta Nogarola - Teresa von Avila - Margaret Cavendish – Elisabeth von der Pfalz - Emilie du Chatelet - Madame de Staël - Bettine von Arnim - Harriet Taylor Mill - Lou Andreas-Salomé - Rosa Luxemburg
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien wird die Plattform Moodle verwendet werden.
Erwartet werden von den Teilnehmer:innen keine spezifischen philosophischen Vorkenntnisse, aber eine Neugierde und Bereitschaft, sich von Woche zu Woche mit ganz unterschiedlichen Epochen, Kontexten und Problemstellungen auseinanderzusetzen, die sich aus der Auswahl der primär- und sekundärliterarischen Texte ergeben.
Der finale Seminarplan steht heute (26.09.) noch nicht fest, voraussichtlich werden wir uns aber mit den folgenden Denkerinnen beschäftigen:
Diotima - Hypatia von Alexandria - Hildegard von Bingen - Christine de Pizan - Isotta Nogarola - Teresa von Avila - Margaret Cavendish – Elisabeth von der Pfalz - Emilie du Chatelet - Madame de Staël - Bettine von Arnim - Harriet Taylor Mill - Lou Andreas-Salomé - Rosa Luxemburg
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien wird die Plattform Moodle verwendet werden.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Montag 12:00-14:00
Ort
Campus Neues Palais Haus 8 Raum 0.64
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-Studierende ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat:
Reading Response (1-2 Seiten) zu den Primärtexten
Reading Response (1-2 Seiten) zu den Primärtexten
Summer 2022
Psychotechnologies and the Modelling of Affect. Positions in Theory and Literature
Kooperation mit PD Dr. Julia Weber, Komparatistik, FU Berlin
Das Verhältnis von Technik und Psyche ist ein skandalöses. Wir sind gewohnt, das Psychische als etwas Subjektives, Authentisches, also tatsächlich von unserem Inneren Herrührendes zu denken. Dem steht allerdings die technologische Prätention gegenüber, dieses Subjektive von außen erkennen, erwecken, manipulieren oder modulieren zu können. Enorme Summen fließen in die Erforschung etwa der digitalen Emotionserkennung über die Analyse von Mimik, Stimme, Gang und anderer (angeblicher) Indikatoren. Auch das Gedankenlesen soll dank neurotechnologischer Erfindung bald realisierbar sein.
Dass das Technische im weitesten Sinn auf psychische Phänomene wie etwa Gefühle, Gedanken, Imagination und Motivation gezielt einwirkt, ist allerdings kein neues Phänomen. Das praktische Wissen (techné im altgriechischen Sinn), wie man bestimmte psychische Effekte herstellt, gehört seit der Antike zum Kernbestand unterschiedlicher Disziplinen wie der Rhetorik, der Poetik und Musiktheorie, der Medizin und der Diätetik, der Ethik, der Lebenskunst und nicht zuletzt der Politik.
Das gemeinsam von Bernd Bösel (Europäische Medienwissenschaften der Universität Potsdam) und Julia Weber (Peter Szondi-Institut der FU Berlin) unterrichtete Seminar möchte sowohl prä-technologische Praktiken und Dispositive der Affektgestaltung wie auch jüngere digitale Medientechnologien auf ihre Verfahren der psychischen Einflussnahme befragen. Beginnend mit einigen jüngeren Überlegungen zu antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebets- und Selbstbildungspraktiken werden wir im Seminar verschiedene psychologische Anleitungen und literarische Texte von u.a. Gracian, Huysmans, Huxley oder Lem diskutieren, in denen die Möglichkeiten und Grenzen psychischer Beeinflussung und Manipulation ausgelotet werden. Daneben sollen auch Filme wie beispielsweise „Inception“ von Christopher Nolan und aktuelle digitale Medientechnologien wie das „Affective Computing“ oder der Einsatz von Meditations-Apps thematisiert werden. Die Diskussion der verschiedenen Beeinflussungsmöglichkeiten der Psyche wird von verschiedenen theoretischen Ansätzen aus der Philosophie, den Medien- und Literaturwissenschaften und der Soziologie (u.a. von Michel Foucault, Friedrich Kittler, Eva Illouz, Paul Preciado) flankiert.
Im Zusammenhang mit dem Seminar ist für den 28. Juni ebenfalls an der FU Berlin ein Workshop zu Psychotechniken und Psychotechnologien geplant, dessen Besuch den Teilnehmer*innen nahegelegt (und auch zeitlich angerechnet) wird.
Das Verhältnis von Technik und Psyche ist ein skandalöses. Wir sind gewohnt, das Psychische als etwas Subjektives, Authentisches, also tatsächlich von unserem Inneren Herrührendes zu denken. Dem steht allerdings die technologische Prätention gegenüber, dieses Subjektive von außen erkennen, erwecken, manipulieren oder modulieren zu können. Enorme Summen fließen in die Erforschung etwa der digitalen Emotionserkennung über die Analyse von Mimik, Stimme, Gang und anderer (angeblicher) Indikatoren. Auch das Gedankenlesen soll dank neurotechnologischer Erfindung bald realisierbar sein.
Dass das Technische im weitesten Sinn auf psychische Phänomene wie etwa Gefühle, Gedanken, Imagination und Motivation gezielt einwirkt, ist allerdings kein neues Phänomen. Das praktische Wissen (techné im altgriechischen Sinn), wie man bestimmte psychische Effekte herstellt, gehört seit der Antike zum Kernbestand unterschiedlicher Disziplinen wie der Rhetorik, der Poetik und Musiktheorie, der Medizin und der Diätetik, der Ethik, der Lebenskunst und nicht zuletzt der Politik.
Das gemeinsam von Bernd Bösel (Europäische Medienwissenschaften der Universität Potsdam) und Julia Weber (Peter Szondi-Institut der FU Berlin) unterrichtete Seminar möchte sowohl prä-technologische Praktiken und Dispositive der Affektgestaltung wie auch jüngere digitale Medientechnologien auf ihre Verfahren der psychischen Einflussnahme befragen. Beginnend mit einigen jüngeren Überlegungen zu antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebets- und Selbstbildungspraktiken werden wir im Seminar verschiedene psychologische Anleitungen und literarische Texte von u.a. Gracian, Huysmans, Huxley oder Lem diskutieren, in denen die Möglichkeiten und Grenzen psychischer Beeinflussung und Manipulation ausgelotet werden. Daneben sollen auch Filme wie beispielsweise „Inception“ von Christopher Nolan und aktuelle digitale Medientechnologien wie das „Affective Computing“ oder der Einsatz von Meditations-Apps thematisiert werden. Die Diskussion der verschiedenen Beeinflussungsmöglichkeiten der Psyche wird von verschiedenen theoretischen Ansätzen aus der Philosophie, den Medien- und Literaturwissenschaften und der Soziologie (u.a. von Michel Foucault, Friedrich Kittler, Eva Illouz, Paul Preciado) flankiert.
Im Zusammenhang mit dem Seminar ist für den 28. Juni ebenfalls an der FU Berlin ein Workshop zu Psychotechniken und Psychotechnologien geplant, dessen Besuch den Teilnehmer*innen nahegelegt (und auch zeitlich angerechnet) wird.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di 12:00-14:00
Ort
FU Berlin, Rost- und Silberlaube (Eingang Thielallee) JK31/124
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Zulassung: Die Begrenzung der Teilnehmer*innen auf 25 Personen umfasst sowohl Studierende der EMW als auch der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der FU Berlin. Wir werden versuchen, die Plätze paritätisch zu vergeben. Da die Einschreibung aber an den beiden Institutionen nicht synchron verläuft, kann es sein, dass es bei hohen Anmeldezahlen etwas dauert, bis wir Ihnen eine sichere Zu- oder Absage geben können - wir bitten um Verständnis!
Testat: Zur aktiven Teilnahme gehört a) die Übernahme einer „Expertise“ und das Verfassen von b) zwei „Reading Responses“ im Laufe des Semesters.
a) Bei den Expertisen handelt es sich um 3- bis 8-seitige schriftliche Einführungen in eine der Seminarsitzungen bzw. den in dieser Sitzung zu lesenden Text von Seiten einer Gruppe von Expert:innen, die mindestens zwei Tage vorher, also spätestens Sonntagabend, an alle per Email verschickt und aufs Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial der jeweiligen Sitzung hochgeladen werden.
Expertisen ersetzen Referate und dienen vor allem der Vorbereitungserleichterung für die anderen. Zur Vorbereitung ihrer Expertise sollten Sie sich als Expert:innengruppe zusätzlich zum Seminar zu zwei oder drei Online- bzw. Telefontreffen verabreden. Die schriftlichen Expertisen setzen sich zusammen aus:
− einer kurzen Verortung des Autors/der Autorin und des Werks
− möglichen Interpretationsansätzen (unter Zuhilfenahme von geeigneter Sekundärliteratur) zu den jeweiligen Erzähl- bzw. Positionierungsstrategien
− einer Bezugnahme auf die bisherige Diskussion bzw. andere schon im Seminar gelesene Texte
− drei Thesen oder Fragen für die Diskussion
− der Angabe der hinzugezogenen Sekundärliteratur
Bitte vereinbaren Sie eine oder zwei Wochen vor der Sitzung eine Telefonsprechstunde, um den groben Aufbau ihrer Expertise mit uns zu besprechen.
b) „Reading Responses“ sind kurze schriftliche Überlegungen zu den einzelnen zu lesenden Texten. Idealerweise sollten Sie sich in der vorangehenden Woche mit den beiden anderen Seminarteilnehmer:innen, die zur gleichen Seminarsitzung eine Reading Response verfassen, zu einem ca. halbstündigen Skype- oder Webexgespräch verabreden, um gemeinsam in der kleinen Gruppe die lektüreleitenden Fragen zu diskutieren. Es wäre wünschenswert, wenn Sie dann entscheiden, dass jede(r) von Ihnen in seiner Reading Response auf eine der lektüreleitenden Fragen genauer eingeht, aber Sie können Ihre Reading Responses auch völlig frei verfassen und beispielsweise auf eine oder mehrere der lektüreleitenden Fragen eingehen oder einen anderen Punkt behandeln, der Sie interessiert. Wichtig ist nur, dass jede(r) von Ihnen mindestens eine Seite schreibt. Bitte schicken Sie ihre Reading Responses spätestens einen Tag vor der kommenden Sitzung, also spätestens Sonntagabend, über den Emailverteiler an alle Seminarteilnehmer:innen und laden Sie sie auch auf Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial zur jeweiligen Sitzung hoch.
Testat: Zur aktiven Teilnahme gehört a) die Übernahme einer „Expertise“ und das Verfassen von b) zwei „Reading Responses“ im Laufe des Semesters.
a) Bei den Expertisen handelt es sich um 3- bis 8-seitige schriftliche Einführungen in eine der Seminarsitzungen bzw. den in dieser Sitzung zu lesenden Text von Seiten einer Gruppe von Expert:innen, die mindestens zwei Tage vorher, also spätestens Sonntagabend, an alle per Email verschickt und aufs Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial der jeweiligen Sitzung hochgeladen werden.
Expertisen ersetzen Referate und dienen vor allem der Vorbereitungserleichterung für die anderen. Zur Vorbereitung ihrer Expertise sollten Sie sich als Expert:innengruppe zusätzlich zum Seminar zu zwei oder drei Online- bzw. Telefontreffen verabreden. Die schriftlichen Expertisen setzen sich zusammen aus:
− einer kurzen Verortung des Autors/der Autorin und des Werks
− möglichen Interpretationsansätzen (unter Zuhilfenahme von geeigneter Sekundärliteratur) zu den jeweiligen Erzähl- bzw. Positionierungsstrategien
− einer Bezugnahme auf die bisherige Diskussion bzw. andere schon im Seminar gelesene Texte
− drei Thesen oder Fragen für die Diskussion
− der Angabe der hinzugezogenen Sekundärliteratur
Bitte vereinbaren Sie eine oder zwei Wochen vor der Sitzung eine Telefonsprechstunde, um den groben Aufbau ihrer Expertise mit uns zu besprechen.
b) „Reading Responses“ sind kurze schriftliche Überlegungen zu den einzelnen zu lesenden Texten. Idealerweise sollten Sie sich in der vorangehenden Woche mit den beiden anderen Seminarteilnehmer:innen, die zur gleichen Seminarsitzung eine Reading Response verfassen, zu einem ca. halbstündigen Skype- oder Webexgespräch verabreden, um gemeinsam in der kleinen Gruppe die lektüreleitenden Fragen zu diskutieren. Es wäre wünschenswert, wenn Sie dann entscheiden, dass jede(r) von Ihnen in seiner Reading Response auf eine der lektüreleitenden Fragen genauer eingeht, aber Sie können Ihre Reading Responses auch völlig frei verfassen und beispielsweise auf eine oder mehrere der lektüreleitenden Fragen eingehen oder einen anderen Punkt behandeln, der Sie interessiert. Wichtig ist nur, dass jede(r) von Ihnen mindestens eine Seite schreibt. Bitte schicken Sie ihre Reading Responses spätestens einen Tag vor der kommenden Sitzung, also spätestens Sonntagabend, über den Emailverteiler an alle Seminarteilnehmer:innen und laden Sie sie auch auf Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial zur jeweiligen Sitzung hoch.
Winter 2021/2022
MA Introductory Lecture
Die Vorlesung widmet sich zentralen Begriffen und Konzepten der Medienwissenschaft, die von den hauptamtlich Lehrenden vertreten werden. Anhand von Projekten und aktuellen Forschungsfragen bietet diese Vorlesung eine Einführung sowohl in grundsätzliche Fragen des Fachs als auch in die spezifischen Ansätze der Potsdamer Medienwissenschaft.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling
Termin
Fr. 12-14 Uhr
Ort
FHP, D 011
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Zusätzliche Informationen
Pflichtveranstaltung für 1. Semester MA EMW
Die Vorlesung mit Diskussionsanteilen wird als Präsenzveranstaltung im Hörsaal 011 (Haus D) auf dem FH-Campus stattfinden. Die aktuellen Regeln zum Umgang mit der Pandemie (Abstandsgebot, 3G-Regel etc.) gemäß der Corona-Umgangsverordnung sind hier einzusehen:
https://www.fh-potsdam.de/corona-info/
Die Vorlesung mit Diskussionsanteilen wird als Präsenzveranstaltung im Hörsaal 011 (Haus D) auf dem FH-Campus stattfinden. Die aktuellen Regeln zum Umgang mit der Pandemie (Abstandsgebot, 3G-Regel etc.) gemäß der Corona-Umgangsverordnung sind hier einzusehen:
https://www.fh-potsdam.de/corona-info/
Philosophy 101 for media scholars
Der Kurs verfolgt zwei Ziele: Erstens sollen zentrale Begriffe und Argumente aus der Geschichte der Philosophie in den Fokus rücken, deren Kenntnis in medienwissenschaftlichen Debatten stillschweigend vorausgesetzt wird: so etwa die Schriftkritik Platons, das Konzept des Medialen bei Aristoteles, das Apriori bei Kant, die Dialektik bei Hegel, das Dionysische bei Nietzsche, das Phänomen bei Husserl, die Störung bei Heidegger, das Performative bei Butler. Wir werden uns Schlüsselstellen solcher Begriffsprägungen möglichst im Primärtext ansehen und dabei auch lernen, mit den Schwierigkeiten umzugehen, die vor allem bei der Rezeption älterer bis sehr alter Diskurse auftauchen.
Daraus ergibt sich bereits das zweite Ziel des Seminars: es ist zugleich als ein Tutorium angelegt, das die Teilnehmer*innen dazu nutzen sollen, diejenigen Fragen und Probleme einzubringen, mit denen sie in ihrem Studium in Bezug auf philosophische Begriffe jeweils selbst akut konfrontiert sind. Beispielhaft soll daran gezeigt und diskutiert werden, wie man mit solchen Schwierigkeiten produktiv umgehen kann, das heißt welche Nachschlagewerke verwendet werden können (und wie man mit diesen überhaupt gut und sinnvoll arbeiten kann), aber auch, wie man mit Unklarheiten und offen bleibenden Fragen verfährt.
Das Seminar wird in Präsenz stattfinden. Im wöchentlichen Wechsel sollen die beiden Ziele des Seminars im Fokus stehen. (1.) In jeder zweiten Sitzung soll ein für die Medienwissenschaft zentraler philosophischer Begriff anhand von Primärliteratur erschlossen werden. (2.) In den Sitzungen dazwischen wird Zeit dafür sein, dass die Teilnehmer*innen ihre eigenen Fragen und Probleme mit philosophischen Begriffen einbringen, die ihnen im medienwissenschaftlichen Studium begegnen.
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien wird die Plattform Moodle verwendet werden.
Daraus ergibt sich bereits das zweite Ziel des Seminars: es ist zugleich als ein Tutorium angelegt, das die Teilnehmer*innen dazu nutzen sollen, diejenigen Fragen und Probleme einzubringen, mit denen sie in ihrem Studium in Bezug auf philosophische Begriffe jeweils selbst akut konfrontiert sind. Beispielhaft soll daran gezeigt und diskutiert werden, wie man mit solchen Schwierigkeiten produktiv umgehen kann, das heißt welche Nachschlagewerke verwendet werden können (und wie man mit diesen überhaupt gut und sinnvoll arbeiten kann), aber auch, wie man mit Unklarheiten und offen bleibenden Fragen verfährt.
Das Seminar wird in Präsenz stattfinden. Im wöchentlichen Wechsel sollen die beiden Ziele des Seminars im Fokus stehen. (1.) In jeder zweiten Sitzung soll ein für die Medienwissenschaft zentraler philosophischer Begriff anhand von Primärliteratur erschlossen werden. (2.) In den Sitzungen dazwischen wird Zeit dafür sein, dass die Teilnehmer*innen ihre eigenen Fragen und Probleme mit philosophischen Begriffen einbringen, die ihnen im medienwissenschaftlichen Studium begegnen.
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien wird die Plattform Moodle verwendet werden.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Donnerstag 12:00 - 14:00
Ort
UP, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 4
Module (BA): 4
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-Studierende ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Neben der aktiven Teilnahme und Vorbereitung der Sitzungen (Textlektüre) ist für die erfolgreiche Absolvierung des Kurses eine Reading Response (ca. 3 Seiten) zu einem der Primärtexte erforderlich. Diese muss spätestens bis 1 Tag vor der Sitzung, in der dieser Primärtext diskutiert wird, auf Moodle hochgeladen sein und dient dem In-Gang-Bringen der Diskussion.
MOODLE EINSCHREIBESCHLÜSSEL: PhiloMedien2021
MOODLE EINSCHREIBESCHLÜSSEL: PhiloMedien2021
Summer 2021
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Testat: Experimentelle Forschungsarbeit
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Testat: Projektarbeit
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
What are Affective Media?
Seit einigen Jahren wird sichtbar, dass die Künstliche Intelligenz-Forschung immer mehr auf das affektive Leben zugreift. Von Menschen generierte Daten werden in verschiedenen Verfahren wie Affective Computing oder Sentiment Analysis als Indizien für das Vorhandensein bestimmter Affekte, Emotionen oder Stimmungen gedeutet. Summarisch wird dies verschiedentlich auf den Begriff gebracht: „künstliche emotionale Intelligenz“ (Richard Yonck) spielt auf die in den 90er Jahren losgetretene Debatte um „emotionale Intelligenz“ an; „empathische Medien“ (Andrew McStay) schreibt die in den 2010er Jahren so intensiv geführte Debatte um Nutzen und Nachteil der Empathie ins Medientechnische fort. Der im Rahmen der Forschungen des Lehrstuhls Medientheorie vorgeschlagene Begriff der „affektiven Medien“ setzt demgegenüber einen etwas anderen Akzent, der sich schon aus der relativen Unbestimmtheit des Affektbegriffs ergibt.
Die Lehrveranstaltung versteht sich als Forschungsseminar und will ganz offen der Frage nachgehen, was affektive Medien sind, sein können und sein sollen. Friedrich Kittlers einflussreiche Bestimmung der drei basalen Medienfunktionen „Übertragen, Speichern, Prozessieren“ wird hierfür eine erste Handreichung bieten. Inwiefern lässt sich sagen oder behaupten, dass Medien auch Affekte übertragen, speichern und prozessieren? Über den Begriff des Prozessierens und seiner Ausdeutung durch Hartmut Winkler wird sodann ein spezifischer Begriff der „affektiven Medien“ im Hinblick auf die digitalisierte, automatische Affektregulation diskutiert.
In einem weiteren Schritt soll dann die mediengestützte Affektregulation wiederum auch auf nichtdigitale Medien ausgeweitet werden. Hierfür greife ich auf meine eigene Forschungsarbeit zur „Plastizität der Gefühle“ zurück, die den Begriff der „Affektverfügung“ zentral stellt (Verfügung meint hier zugleich Besitz, Anordnung und Technisierung) und sieben Paradigmen der Affektverfügung unterscheidet, die mit unterschiedlichen Logiken operieren. Die Frage wird hier sein, welche Leitmedien für diese Affektverfügungsparadigmen ausfindig gemacht werden können.
Ziel ist es, aufgrund eines vertieften Wissens um die Arten und Weisen, wie Affekte produziert und reguliert werden, die komplexen Verschränkungen ganz unterschiedlicher medialer Logiken in unserer analog-digitalen Gegenwart ein Stück weit besser zu verstehen.
Vorläufige Literaturliste:
Bernd Bösel, Serjoscha Wiemer (Hg.): Affective Transformations. Politics - Algorithms - Media. meson press 2020. Open access unter https://meson.press/books/affective-transformations/
Bernd Bösel: „Immunisierung der Psyche, Maschinisierung der Affekte“, in: Susanne Schlünder, Andrea Stahl (Hg.): Affektökonomien. Konzepte und Kodierungen im 18. und 19. Jahrhundert. Fink 2018.
Andrew McStay: Empathic Media. The Rise of Emotional AI. Sage 2018.
Rosalind Picard: Affective Computing. MIT Press 1997.
Hartmut Winkler: Prozessieren. Die dritte, vernachlässigte Medienfunktion. Fink 2015.
Richard Yonck: Heart of the Machine. Our Future in a World of Artificial Emotional Intelligence. Arcade 2020.
Die Lehrveranstaltung versteht sich als Forschungsseminar und will ganz offen der Frage nachgehen, was affektive Medien sind, sein können und sein sollen. Friedrich Kittlers einflussreiche Bestimmung der drei basalen Medienfunktionen „Übertragen, Speichern, Prozessieren“ wird hierfür eine erste Handreichung bieten. Inwiefern lässt sich sagen oder behaupten, dass Medien auch Affekte übertragen, speichern und prozessieren? Über den Begriff des Prozessierens und seiner Ausdeutung durch Hartmut Winkler wird sodann ein spezifischer Begriff der „affektiven Medien“ im Hinblick auf die digitalisierte, automatische Affektregulation diskutiert.
In einem weiteren Schritt soll dann die mediengestützte Affektregulation wiederum auch auf nichtdigitale Medien ausgeweitet werden. Hierfür greife ich auf meine eigene Forschungsarbeit zur „Plastizität der Gefühle“ zurück, die den Begriff der „Affektverfügung“ zentral stellt (Verfügung meint hier zugleich Besitz, Anordnung und Technisierung) und sieben Paradigmen der Affektverfügung unterscheidet, die mit unterschiedlichen Logiken operieren. Die Frage wird hier sein, welche Leitmedien für diese Affektverfügungsparadigmen ausfindig gemacht werden können.
Ziel ist es, aufgrund eines vertieften Wissens um die Arten und Weisen, wie Affekte produziert und reguliert werden, die komplexen Verschränkungen ganz unterschiedlicher medialer Logiken in unserer analog-digitalen Gegenwart ein Stück weit besser zu verstehen.
Vorläufige Literaturliste:
Bernd Bösel, Serjoscha Wiemer (Hg.): Affective Transformations. Politics - Algorithms - Media. meson press 2020. Open access unter https://meson.press/books/affective-transformations/
Bernd Bösel: „Immunisierung der Psyche, Maschinisierung der Affekte“, in: Susanne Schlünder, Andrea Stahl (Hg.): Affektökonomien. Konzepte und Kodierungen im 18. und 19. Jahrhundert. Fink 2018.
Andrew McStay: Empathic Media. The Rise of Emotional AI. Sage 2018.
Rosalind Picard: Affective Computing. MIT Press 1997.
Hartmut Winkler: Prozessieren. Die dritte, vernachlässigte Medienfunktion. Fink 2015.
Richard Yonck: Heart of the Machine. Our Future in a World of Artificial Emotional Intelligence. Arcade 2020.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstag 10:00-14:00 (zweiwöchentlich)
Ort
UP
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Für eine Sitzung die Vorbereitung einer kurzen Respondenz zum Text sowie eines Fragenkatalogs für die Gruppendiskussion. Zudem ein stichwortartiges Protokoll einer weiteren Sitzung (je nach TeilnehmerInnenzahl auch zu zweit).
Das Seminar findet alle zwei Wochen geblockt statt.
Das Seminar findet alle zwei Wochen geblockt statt.
Winter 2020/2021
MA Introductory Lecture
Die Vorlesung widmet sich zentralen Begriffen und Konzepten der Medienwissenschaft, die von den hauptamtlich Lehrenden vertreten werden. Anhand von Projekten und aktuellen Forschungsfragen bietet diese Vorlesung eine Einführung sowohl in grundsätzliche Fragen des Fachs als auch in die spezifischen Ansätze der Potsdamer Medienwissenschaft.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Fr, 11:00-13:00 (c.t.)
Ort
FHP, D 011
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Zusätzliche Informationen
Pflichtveranstaltung für 1. Semester MA EMW
Die Vorlesung wird als Präsenzveranstaltung im Hörsaal von Haus D angeboten.
Die Vorlesung wird als Präsenzveranstaltung im Hörsaal von Haus D angeboten.
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
online
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Testat: Experimentelle Forschungsarbeit
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
online
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Testat: Projektarbeit
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Basic course philosophy for media scholars
Der Kurs verfolgt zwei Ziele: Erstens sollen zentrale Begriffe und Argumente aus der Geschichte der Philosophie in den Fokus rücken, deren Kenntnis in medienwissenschaftlichen Debatten stillschweigend vorausgesetzt wird: so etwa die Schriftkritik Platons, das Konzept des Medialen bei Aristoteles, das Apriori bei Kant, die Dialektik bei Hegel, das Dionysische bei Nietzsche, das Phänomen bei Husserl, die Störung bei Heidegger, das Performative bei Butler. Wir werden uns Schlüsselstellen solcher Begriffsprägungen möglichst im Primärtext ansehen und dabei auch lernen, mit den Schwierigkeiten umzugehen, die vor allem bei der Rezeption älterer bis sehr alter Diskurse auftauchen.
Daraus ergibt sich bereits das zweite Ziel des Seminars: es ist zugleich als ein Tutorium angelegt, das die TeilnehmerInnen dazu nutzen sollen, diejenigen Fragen und Probleme einzubringen, mit denen sie in ihrem Studium in Bezug auf philosophische Begriffe jeweils selbst akut konfrontiert sind. Beispielhaft soll daran gezeigt und diskutiert werden, wie man mit solchen Schwierigkeiten produktiv umgehen kann, das heißt welche Nachschlagewerke verwendet werden können (und wie man mit diesen überhaupt gut und sinnvoll arbeiten kann), aber auch, wie man mit Unklarheiten und offen bleibenden Fragen verfährt.
Das Seminar wird online (Zoom) stattfinden. Im wöchentlichen Wechsel sollen die beiden Ziele des Seminars im Fokus stehen. (1.) In jeder zweiten Sitzung soll ein für die Medienwissenschaft zentraler philosophischer Begriff anhand von Primärliteratur erschlossen werden. (2.) In den Sitzungen dazwischen sollen die TeilnehmerInnen ihre eigenen Fragen und Probleme mit philosophischen Begriffen einbringen, die ihnen im medienwissenschaftlichen Studium begegnen.
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien soll die Plattform Moodle verwendet werden.
Daraus ergibt sich bereits das zweite Ziel des Seminars: es ist zugleich als ein Tutorium angelegt, das die TeilnehmerInnen dazu nutzen sollen, diejenigen Fragen und Probleme einzubringen, mit denen sie in ihrem Studium in Bezug auf philosophische Begriffe jeweils selbst akut konfrontiert sind. Beispielhaft soll daran gezeigt und diskutiert werden, wie man mit solchen Schwierigkeiten produktiv umgehen kann, das heißt welche Nachschlagewerke verwendet werden können (und wie man mit diesen überhaupt gut und sinnvoll arbeiten kann), aber auch, wie man mit Unklarheiten und offen bleibenden Fragen verfährt.
Das Seminar wird online (Zoom) stattfinden. Im wöchentlichen Wechsel sollen die beiden Ziele des Seminars im Fokus stehen. (1.) In jeder zweiten Sitzung soll ein für die Medienwissenschaft zentraler philosophischer Begriff anhand von Primärliteratur erschlossen werden. (2.) In den Sitzungen dazwischen sollen die TeilnehmerInnen ihre eigenen Fragen und Probleme mit philosophischen Begriffen einbringen, die ihnen im medienwissenschaftlichen Studium begegnen.
Zur Vorbereitung auf diese Sitzungen und zum Austausch auch von studentischen Materialien soll die Plattform Moodle verwendet werden.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mittwoch 12:00-14:00
Ort
Online
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 4
Module (BA): 4
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-Studierende ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Neben der aktiven Teilnahme und Vorbereitung der Sitzungen (Textlektüre) sind für die erfolgreiche Absolvierung des Kurses erforderlich:
Eine Reading Response (2 Seiten) zu einem der Primärtexte sowie zumindest eine (schriftliche oder mündliche) Schilderung einer Frage oder eines Problems inklusive der Darlegung der bisherigen Lösungsstrategie. Beides soll dem In-Gang-Bringen der Diskussionen in der Gruppe dienen.
SCHLÜSSEL FÜR SELBSTEINSCHREIBUNG AUF MOODLE: PhiloMedien2020
ZUMPAD: https://zumpad.zum.de/p/Grundkurs_Philosophie
Eine Reading Response (2 Seiten) zu einem der Primärtexte sowie zumindest eine (schriftliche oder mündliche) Schilderung einer Frage oder eines Problems inklusive der Darlegung der bisherigen Lösungsstrategie. Beides soll dem In-Gang-Bringen der Diskussionen in der Gruppe dienen.
SCHLÜSSEL FÜR SELBSTEINSCHREIBUNG AUF MOODLE: PhiloMedien2020
ZUMPAD: https://zumpad.zum.de/p/Grundkurs_Philosophie
Eschatology
Apokalypse, Weltuntergang, Zukunft als Katastrophe: Wie lassen sich die letzten Dinge denken? Und wie lässt sich der religionswissenschaftliche und philosophische Begriff der Eschatologie als Lehre von den letzten Dingen angemessen aktualisieren?
Wir stellen diese Fragen aus unserer derzeit so endzeitlich wirkenden Gegenwart, betrachten die Geschichte der letzten Dinge und wenden uns mit dem "letzten Reich", den "letzten Menschen" und der "letzten Epoche" drei eschatologischen Grundfiguren zu.
Dabei soll deutlich werden, inwiefern wir von tradierten Mythen und Bildern geprägt sind (Armageddon, Johannes-Apokalypse etc.), aber auch, dass jede Ära und sogar jede Generation neue Wege findet, um über die letzten Fragen nachzudenken. So wurde um 1800 die Vorstellung eines natürlichen Vergehens der Welt ohne göttliche oder satanische Intervention populär, woran Eva Horn erinnert hat. Im 20. Jahrhundert waren sowohl der Horror von Auschwitz als auch von Hiroshima und Nagasaki Anlass, um noch einmal neu über die Stellung des Menschen im Kosmos nachzudenken (Günther Anders).
Wir werden uns zudem fragen, ob der derzeit kursierende, durch das Horror-Genre inspirierte "kosmische Pessimismus" (Eugene Thacker) ein Weg sein kann, um in Zeiten immer neuer, beängstigender Nachrichten über abschmelzende Pole und Waldbrände im Anthropozän, Haltung zu bewahren?
Das Seminar vermittelt wichtige Konzepte aus Philosophie, Medien-, Kultur-, Religions- und Literaturwissenschaft zur Erschließung des Themas. Lernziele des Seminars sind Techniken des Lesens, das Erstellen von Exzerpten, das Verarbeiten von Texten in eigenen Schreibarbeiten, die Diskussion von Konzepten und Begriffen sowie ihre Kritik.
Wir stellen diese Fragen aus unserer derzeit so endzeitlich wirkenden Gegenwart, betrachten die Geschichte der letzten Dinge und wenden uns mit dem "letzten Reich", den "letzten Menschen" und der "letzten Epoche" drei eschatologischen Grundfiguren zu.
Dabei soll deutlich werden, inwiefern wir von tradierten Mythen und Bildern geprägt sind (Armageddon, Johannes-Apokalypse etc.), aber auch, dass jede Ära und sogar jede Generation neue Wege findet, um über die letzten Fragen nachzudenken. So wurde um 1800 die Vorstellung eines natürlichen Vergehens der Welt ohne göttliche oder satanische Intervention populär, woran Eva Horn erinnert hat. Im 20. Jahrhundert waren sowohl der Horror von Auschwitz als auch von Hiroshima und Nagasaki Anlass, um noch einmal neu über die Stellung des Menschen im Kosmos nachzudenken (Günther Anders).
Wir werden uns zudem fragen, ob der derzeit kursierende, durch das Horror-Genre inspirierte "kosmische Pessimismus" (Eugene Thacker) ein Weg sein kann, um in Zeiten immer neuer, beängstigender Nachrichten über abschmelzende Pole und Waldbrände im Anthropozän, Haltung zu bewahren?
Das Seminar vermittelt wichtige Konzepte aus Philosophie, Medien-, Kultur-, Religions- und Literaturwissenschaft zur Erschließung des Themas. Lernziele des Seminars sind Techniken des Lesens, das Erstellen von Exzerpten, das Verarbeiten von Texten in eigenen Schreibarbeiten, die Diskussion von Konzepten und Begriffen sowie ihre Kritik.
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Dienstag, 16:00 - 18:00 (s.t.)
Ort
Online-Seminar
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
MA-Studierende
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Format der Veranstaltung: Das Seminar wird bis auf eine Exkursion online stattfinden. Jede zweite Woche werden wir eine 120minütige (!) Zoomsitzung abhalten. In der Woche jeweils zwischen den Zoom-Sitzungen haben die TeilnehmerInnen ausgiebig Zeit zur Lektüre und zum Selbststudium. Zusätzlich ist eine (physische) Exkursion in Berlin im Dezember geplant.
Testat: Bedingung für die erfolgreiche Teilnahme am Kurs ist: (1.) Die Erarbeitung von zwei Reading Responses eigener Wahl zu den zu lesenden Texten. Diese Responses können schriftlich (ca. 2 Seiten) oder auch als Podcast (ca. 5 Minuten) hochgeladen werden. Sie werden am Tag vor jeder Zoom-Sitzung auf Moodle freigeschaltet, sodass alle TeilnehmerInnen sie lesen bzw. hören können. (2.) Die Übernahme einer Moderation im Rahmen der Zoom-Sitzung. Auf Grundlage der Reading Responses UND des Primärtextes wird dabei die virtuelle Diskussion angeleitet und moderiert. (Das können auch jeweils mehrere TeilnehmerInnen zusammen machen, je nach Zahl der TeilnehmerInnen.)
Das Seminar wird die Plattform Moodle für die Materialien, Reading Responses etc. und Zoom für die Diskussionen verwenden.
Vorläufige Literaturliste (primär):
- Die Offenbarung des Johannes (im Neuen Testament zu finden, online z.B. hier: https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1) - empfohlen wird, den Text nach Möglichkeit in einer gedruckten Bibelausgabe zu lesen.
- Eva Horn: Zukunft als Katastrophe. Frankfurt am Main 2014.
- Günther Anders: "Die Frist", in: ders.: Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen zum atomaren Zeitalter, München 2003, S. 170-221.
- Eugene Thacker: Im Staub dieses Planeten, Horror der Philosophie, Berlin 2020 (übersetzt aus dem Englischen von Frank Born)
Testat: Bedingung für die erfolgreiche Teilnahme am Kurs ist: (1.) Die Erarbeitung von zwei Reading Responses eigener Wahl zu den zu lesenden Texten. Diese Responses können schriftlich (ca. 2 Seiten) oder auch als Podcast (ca. 5 Minuten) hochgeladen werden. Sie werden am Tag vor jeder Zoom-Sitzung auf Moodle freigeschaltet, sodass alle TeilnehmerInnen sie lesen bzw. hören können. (2.) Die Übernahme einer Moderation im Rahmen der Zoom-Sitzung. Auf Grundlage der Reading Responses UND des Primärtextes wird dabei die virtuelle Diskussion angeleitet und moderiert. (Das können auch jeweils mehrere TeilnehmerInnen zusammen machen, je nach Zahl der TeilnehmerInnen.)
Das Seminar wird die Plattform Moodle für die Materialien, Reading Responses etc. und Zoom für die Diskussionen verwenden.
Vorläufige Literaturliste (primär):
- Die Offenbarung des Johannes (im Neuen Testament zu finden, online z.B. hier: https://www.bibleserver.com/EU/Offenbarung1) - empfohlen wird, den Text nach Möglichkeit in einer gedruckten Bibelausgabe zu lesen.
- Eva Horn: Zukunft als Katastrophe. Frankfurt am Main 2014.
- Günther Anders: "Die Frist", in: ders.: Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen zum atomaren Zeitalter, München 2003, S. 170-221.
- Eugene Thacker: Im Staub dieses Planeten, Horror der Philosophie, Berlin 2020 (übersetzt aus dem Englischen von Frank Born)
Technics and Psyche - On the History of a Dialectic Relationship
Ausgangspunkt ist diejenige These, die den im Sommer 2020 verstorbenen Philosophen Bernard Stiegler (Technik und Zeit) bekannt gemacht hat: dass nämlich Mensch und Technik gleichen Ursprungs sind und sich wechselseitig konstituieren. Für einen wesentlichen Bereich menschlicher Existenz, die Psyche, gilt das nicht weniger, und so ist es nur folgerichtig, dass der späte Stiegler dem übel beleumundeten Begriff "Psychotechnik" eine neue Bedeutung abrang. Dennoch haftet der Konjunktion des Technischen und des Psychischen traditionell etwas Skandalöses an, was sich etwa an der Konnotation des Manipulativen, des Entfremdenden, letztlich sogar des Widernatürlichen ablesen lässt.
Demgegenüber wird dem Seminar ein weiter Technikbegriff zugrundegelegt, denn wie Kittler einmal schrieb, reicht der Begriffsumfang des griechischen Wortes techné "von der höchsten prophetischen Zukunftsschau bis zu Künsten wie Dichtung oder Plastik, vom Alltag der Handwerke bis zum Negativkompositum für Schwarzkunst und ‚Betrügerei‘“ (Kittler, „Künstlerische Techniken“, 16, in: Ästhetische Grundbegriffe). Platon fragt in seinen Dialogen ständig nach der wahren philosophischen techné und kommt im Gorgias auf die Idee, Politik als die an Wahrheit orientierte Technik für die Psyche zu definieren. Und die antike Rhetoriktradition hatte ebenso wie die Poetik ein bis heute beispielhaftes Detailwissen, mit welchem Methoden sich bestimmte psychische Effekte erzeugen lassen. Durch die lange Phase der europäischen Kulturgeschichte, während der die christliche Moraltheologie das Denken bestimmte und kontrollierte, wurde dieses Wissen in den Untergrund abgedrängt. Renaissance und Aufklärung trugen zur Rehabilitierung des technischen Wissens bei, und mit der Einrichtung wissenschaftlicher Labore wurde schließlich auch die Psyche zu einem Untersuchungsgegenstand erklärt, der in methodischer Strenge technisch ausgemessen und bearbeitet wurde.
Anliegen des Seminars ist es, im Bewusstsein dieser begriffshistorischen Verhältnisse einige markante Konfigurationen des modernen Verhältnisses von Technik und Psyche in den Blick zu nehmen. Dazu gehört zunächst der Diskurs um die relativ kurze Episode der sogenannten "industriellen Psychotechnik" der 1910er bis 1930er Jahre, deren Protagonisten Fritz Giese, Hugo Münsterberg oder Willy Hellpach für die spätere deutsche Medienwissenschaft zu einem wesentlichen Reflexionsmaterial werden sollten (siehe Friedrich Kittler, Stefan Rieger oder Ute Holl). Kittler schreibt speziell dem Kino die Fähigkeit zu, auf der psychischen Apparatur der BetrachterInnen gleichsam wie auf einer Tastatur zu spielen und sie weit direkter zu adressieren, als es das bis dahin hegemoniale Speichermedium der Schrift jemals gekonnt hatte.
Ein zweiter Schauplatz der modernen, medientechnischen Verschränkung von Technik und Psyche wird mit der Kybernetisierung eröffnet. Mit Katherine Hayles' bahnbrechender Studie How We Became Posthuman gilt es zunächst angemessen über die Tatsache zu staunen, dass die Abtrennung des Psychischen/Geistigen/Mentalen (englisch "mind") vom Körper seit den 1940er Jahren einer wachsenden Zahl an WissenschaftlerInnen als plausibel und technisch machbar erschien. Von da her sind die zeitgleich auftauchenden Science Fiction-Visionen von "mind uploading" oder von einem Transfer von Geist und Psyche auf Klonkörper oder Roboter nicht als freischwebende Fantasien zu betrachten, sondern vielmehr als spekulative Konkretisierungen der kybernetischen Versprechen. In den 60er Jahren überschreitet das Motiv "Totalimmersion der Psyche in Simulationen" schließlich eine kritische Schwelle. Mit Stanislaw Lem trifft darüber hinaus eine literarische und philosophische Doppelbegabung auf den Plan, die diesen Versprechen und den in ihnen inhärenten Absurditäten teils essayistisch, teils satirisch auf den Zahn fühlt (siehe das "Phantomatik"-Kapitel in seiner Summa technologiae von 1964 sowie die späten Erzählungen aus dem Kyberiade-Zyklus).
Von dieser in den 60 Jahren entbrennenden Debatte um vollimmersive Psychotechnologien, die wahlweise als "brains in the vat", "Bio-Adapter" (Oswald Wiener) oder "experience machines" (Robert Nozick) beschrieben und philosophisch verhandeln werden, ist es nur ein kleiner Schritt zur Matrix-Trilogie, die dem Motiv ihre vermutlich bleibende ikonographische Gestalt verliehen hat. Nach der ersten Rezeptionswelle durch die Geisteswissenschaften in den Nuller Jahren ist die Matrix-Trilogie neuerdings allerdings auch zu einem Schlüsseldokument für die Frage nach dem Verhältnis von Psychotechnologien und Verschwörungsideologien geworden.
Gegenüber diesen Verschwörungsfantasien soll mit dem Schauplatz der digitalen Affekttechnologien (affective media; empathic media; künstliche emotionale Intelligenz) die Frage nach der Dialektik des Technischen und des Psychischen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Die Vermarktung und teilweise auch staatlich gelenkte Implementierung automatischer Affekterkennungssoftware sowie die Möglichkeit einer algorithmisch gesteuerten Affekt- und Emotionsregulation bietet hierfür das Anschauungs- und Reflexionsmaterial. An der Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen soll sich erweisen, inwiefern die "Psychotechnologie" nicht nur Psyche und Technik miteinander in Beziehung setzt, sondern eben auch den Logos als ein vernunftgeleitetes Sprechen über diesen Bezug miteinbeziehen kann.
Das Seminar wird online über Zoom stattfinden. Parallel dazu soll die Plattform Moodle genutzt werden.
Das Testat beinhaltet die Übernahme der Moderation einer virtuellen Sitzung. Diskutiert werden jeweils die von allen gelesenen und durchgearbeiteten Texte bzw. gesichteten Bilddokumente. Sollte eine virtuelle Moderation aus technischen, organisatorischen oder anderen triftigen Gründen nicht möglich sein, besteht das Testat stattdessen aus einer ausführlichen Reading Response zu zumindest einer der gemeinsam diskutierten Quellen; diese beinhaltet zusätzliches, eigenständig recherchiertes Wissen und wird allen SeminarteilnehmerInnen zur Verfügung gestellt.
Eine ausführliche Literaturliste folgt bis zum Beginn des Seminars.
Demgegenüber wird dem Seminar ein weiter Technikbegriff zugrundegelegt, denn wie Kittler einmal schrieb, reicht der Begriffsumfang des griechischen Wortes techné "von der höchsten prophetischen Zukunftsschau bis zu Künsten wie Dichtung oder Plastik, vom Alltag der Handwerke bis zum Negativkompositum für Schwarzkunst und ‚Betrügerei‘“ (Kittler, „Künstlerische Techniken“, 16, in: Ästhetische Grundbegriffe). Platon fragt in seinen Dialogen ständig nach der wahren philosophischen techné und kommt im Gorgias auf die Idee, Politik als die an Wahrheit orientierte Technik für die Psyche zu definieren. Und die antike Rhetoriktradition hatte ebenso wie die Poetik ein bis heute beispielhaftes Detailwissen, mit welchem Methoden sich bestimmte psychische Effekte erzeugen lassen. Durch die lange Phase der europäischen Kulturgeschichte, während der die christliche Moraltheologie das Denken bestimmte und kontrollierte, wurde dieses Wissen in den Untergrund abgedrängt. Renaissance und Aufklärung trugen zur Rehabilitierung des technischen Wissens bei, und mit der Einrichtung wissenschaftlicher Labore wurde schließlich auch die Psyche zu einem Untersuchungsgegenstand erklärt, der in methodischer Strenge technisch ausgemessen und bearbeitet wurde.
Anliegen des Seminars ist es, im Bewusstsein dieser begriffshistorischen Verhältnisse einige markante Konfigurationen des modernen Verhältnisses von Technik und Psyche in den Blick zu nehmen. Dazu gehört zunächst der Diskurs um die relativ kurze Episode der sogenannten "industriellen Psychotechnik" der 1910er bis 1930er Jahre, deren Protagonisten Fritz Giese, Hugo Münsterberg oder Willy Hellpach für die spätere deutsche Medienwissenschaft zu einem wesentlichen Reflexionsmaterial werden sollten (siehe Friedrich Kittler, Stefan Rieger oder Ute Holl). Kittler schreibt speziell dem Kino die Fähigkeit zu, auf der psychischen Apparatur der BetrachterInnen gleichsam wie auf einer Tastatur zu spielen und sie weit direkter zu adressieren, als es das bis dahin hegemoniale Speichermedium der Schrift jemals gekonnt hatte.
Ein zweiter Schauplatz der modernen, medientechnischen Verschränkung von Technik und Psyche wird mit der Kybernetisierung eröffnet. Mit Katherine Hayles' bahnbrechender Studie How We Became Posthuman gilt es zunächst angemessen über die Tatsache zu staunen, dass die Abtrennung des Psychischen/Geistigen/Mentalen (englisch "mind") vom Körper seit den 1940er Jahren einer wachsenden Zahl an WissenschaftlerInnen als plausibel und technisch machbar erschien. Von da her sind die zeitgleich auftauchenden Science Fiction-Visionen von "mind uploading" oder von einem Transfer von Geist und Psyche auf Klonkörper oder Roboter nicht als freischwebende Fantasien zu betrachten, sondern vielmehr als spekulative Konkretisierungen der kybernetischen Versprechen. In den 60er Jahren überschreitet das Motiv "Totalimmersion der Psyche in Simulationen" schließlich eine kritische Schwelle. Mit Stanislaw Lem trifft darüber hinaus eine literarische und philosophische Doppelbegabung auf den Plan, die diesen Versprechen und den in ihnen inhärenten Absurditäten teils essayistisch, teils satirisch auf den Zahn fühlt (siehe das "Phantomatik"-Kapitel in seiner Summa technologiae von 1964 sowie die späten Erzählungen aus dem Kyberiade-Zyklus).
Von dieser in den 60 Jahren entbrennenden Debatte um vollimmersive Psychotechnologien, die wahlweise als "brains in the vat", "Bio-Adapter" (Oswald Wiener) oder "experience machines" (Robert Nozick) beschrieben und philosophisch verhandeln werden, ist es nur ein kleiner Schritt zur Matrix-Trilogie, die dem Motiv ihre vermutlich bleibende ikonographische Gestalt verliehen hat. Nach der ersten Rezeptionswelle durch die Geisteswissenschaften in den Nuller Jahren ist die Matrix-Trilogie neuerdings allerdings auch zu einem Schlüsseldokument für die Frage nach dem Verhältnis von Psychotechnologien und Verschwörungsideologien geworden.
Gegenüber diesen Verschwörungsfantasien soll mit dem Schauplatz der digitalen Affekttechnologien (affective media; empathic media; künstliche emotionale Intelligenz) die Frage nach der Dialektik des Technischen und des Psychischen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Die Vermarktung und teilweise auch staatlich gelenkte Implementierung automatischer Affekterkennungssoftware sowie die Möglichkeit einer algorithmisch gesteuerten Affekt- und Emotionsregulation bietet hierfür das Anschauungs- und Reflexionsmaterial. An der Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen soll sich erweisen, inwiefern die "Psychotechnologie" nicht nur Psyche und Technik miteinander in Beziehung setzt, sondern eben auch den Logos als ein vernunftgeleitetes Sprechen über diesen Bezug miteinbeziehen kann.
Das Seminar wird online über Zoom stattfinden. Parallel dazu soll die Plattform Moodle genutzt werden.
Das Testat beinhaltet die Übernahme der Moderation einer virtuellen Sitzung. Diskutiert werden jeweils die von allen gelesenen und durchgearbeiteten Texte bzw. gesichteten Bilddokumente. Sollte eine virtuelle Moderation aus technischen, organisatorischen oder anderen triftigen Gründen nicht möglich sein, besteht das Testat stattdessen aus einer ausführlichen Reading Response zu zumindest einer der gemeinsam diskutierten Quellen; diese beinhaltet zusätzliches, eigenständig recherchiertes Wissen und wird allen SeminarteilnehmerInnen zur Verfügung gestellt.
Eine ausführliche Literaturliste folgt bis zum Beginn des Seminars.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Montag 16:00 - 18:00 (c.t.)
Ort
Zoom
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Summer 2020
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, M.A. Lydia Kray, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Winter 2019/2020
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Sophie Ehrmanntraut, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
auf Anfrage
Ort
nach Vereinbarung
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Sophie Ehrmanntraut, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Absprache
Ort
nach Vereinbarung
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
MA Introductory Lecture
Die Vorlesung widmet sich zentralen Begriffen und Konzepten der Medienwissenschaft, die von den hauptamtlich Lehrenden vertreten werden. Anhand von Projekten und aktuellen Forschungsfragen bietet diese Vorlesung eine Einführung sowohl in grundsätzliche Fragen des Fachs als auch in die spezifischen Ansätze der Potsdamer Medienwissenschaft.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Die Vorlesung sieht für jede Sitzung Raum für Diskussionen vor.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Di, 10-12 Uhr (Beginn: 29.10.)
Ort
ZeM (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften)
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Zusätzliche Informationen
Pflichtveranstaltung für 1. Semester MA EMW
"In the Beginning, there is Noise" - Reading Michel Serres
Vor wenigen Monaten ist Michel Serres (1930-2019) verstorben, der vielleicht merkwürdigste Philosoph seiner Generation. Als Grenzgänger und Vermittler zwischen den Geistes-, Natur- und Formalwissenschaften bekannt geworden, veröffentlichte er ab den 80er-Jahren mit "Der Parasit", "Die fünf Sinne" oder "Der Naturvertrag" singuläre Bücher, die im deutschsprachigen Raum zwar durchaus rezipiert wurden, die sich aber zugleich einer klaren theoretischen Kategorisierung verweigern. Eine besondere Nähe besteht zu Bruno Latour, der in den frühen 90er-Jahren ein buchlanges Interview mit Serres geführt hat und der offenkundig einige von dessen Motiven übernommen hat. In den letzten Jahren seines Lebens veröffentlichte Serres eine Reihe von streitbaren Essays wie "Was genau war früher besser?" (2019) oder "Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation" (2013), die an ein größeres Publikum gerichtet waren.
Wenn es bei den vielen Themen seines Werks einen gemeinsamen Nenner gibt, dann liegt er vielleicht in der Figur des ausgeschlossenen Dritten, der Serres in unterschiedlichster Form seine Aufmerksamkeit widmet: dem Parasiten, der Natur, dem Gemisch, dem Rauschen, dem Hermaphroditen etc. Für eine Medientheorie, die der Medialität oder dem Zwischen einen theoretischen Vorrang vor der Analyse technischer Medien einräumt, ist das von höchster Relevanz. Dieses inhaltliche Interesse spiegelt sich auch in Serres' Schreibweise wider, die sich den klassischen Wissenschaftsstilen verweigert, andererseits aber auch keine Literatur im kanonisierten Sinn produziert, sondern ein eigentümliches Drittes, das nach eigenen Rezeptionsformen verlangt. Das Lektüre-Seminar wird, in Absprache mit den TeilnehmerInnen, eine möglichst gewinnbringende Auswahl aus den vielen Schriften von Serres treffen.
Wenn es bei den vielen Themen seines Werks einen gemeinsamen Nenner gibt, dann liegt er vielleicht in der Figur des ausgeschlossenen Dritten, der Serres in unterschiedlichster Form seine Aufmerksamkeit widmet: dem Parasiten, der Natur, dem Gemisch, dem Rauschen, dem Hermaphroditen etc. Für eine Medientheorie, die der Medialität oder dem Zwischen einen theoretischen Vorrang vor der Analyse technischer Medien einräumt, ist das von höchster Relevanz. Dieses inhaltliche Interesse spiegelt sich auch in Serres' Schreibweise wider, die sich den klassischen Wissenschaftsstilen verweigert, andererseits aber auch keine Literatur im kanonisierten Sinn produziert, sondern ein eigentümliches Drittes, das nach eigenen Rezeptionsformen verlangt. Das Lektüre-Seminar wird, in Absprache mit den TeilnehmerInnen, eine möglichst gewinnbringende Auswahl aus den vielen Schriften von Serres treffen.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstag 16h-18h
Ort
UP Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
alle MA-Studierenden
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Erwartet wird die Übernahme einer Text-Moderation. Zusätzlich soll zur Mitte und gegen des Seminars eine kurze essayistische Reflexion abgegeben werden. Diese gesammelten (und anonymen) Essays werden allen TeilnehmerInnen zur Verfügung gestellt und in der folgenden Sitzung diskutiert. Auf diese Weise können Aspekte der eigenen Auseinandersetzung zur Sprache kommen, die in den jeweiligen textinterpretierenden Sitzungen keinen so guten Platz finden.
Introduction to Affect Analytics
Dieses vierstündige Seminar ist ein Experiment: Einerseits wollen wir Grundlagetexte der Affect Studies bzw. aus dem Umfeld des "affective turn" diskutieren - was angesichts der Verwirrung, die bezüglich der Grundbegriffe herrscht, und auch aufgrund der hohen theoretischen Einsätze sorgfältige Auseinandersetzung braucht. Zum anderen wollen wir unterschiedliche mediale Verfahren der Aufzeichnung und Analyse von Affizierungsereignissen erproben. Dazu können die neuesten Moodtracking-Apps ebenso zählen wie althergebrachte Fragebögen zu Stimmungsverläufen oder auch tagebuchartige Aufzeichnungen; sogenannte mikroanalytische Verfahren, die von Daniel Stern zur Verdeutlichung der Reichhaltigkeit des affektiven Alltagslebens herangezogen werden, können ebenso zum Einsatz kommen wie eine "agentisch-realistische Analyse" à la Karen Barad.
Die ersten beiden Stunden jeder Sitzung dienen der Textdiskussion. Nach einer kurzen Pause setzen wir mit dem praktischen und experiementellen Teil fort, bei dem die gewählten Verfahren entweder vor Ort erprobt werden oder die zuhause damit gemachten Erfahrungen diskutiert werden. Auch die Entwicklung eigenständiger medialer Verfahren der Affektanalyse ist willkommen. Ein besonderes "Affektiv" (Robert Seyfert) wird am 6.11. (18h-22h) mit dem Besuch des Stückes "Chora" von Sandra Man und Moritz Majce in der Tanzfabrik Berlin erkundet. Die Affektanalytik verbindet damit Elemente und Methoden aus der Theorie, der Psychologie, der Kunst und der experimentellen Medienwissenschaft.
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird neben der regelmäßigen Lektüre der Quellentexte die einmalige Übernahme einer Text- und Diskussionsmoderation erwartet, sowie aktive Vorbereitung und konstruktive Durchführung der praxisbezogenen Anteile des Seminars.
Die ersten beiden Stunden jeder Sitzung dienen der Textdiskussion. Nach einer kurzen Pause setzen wir mit dem praktischen und experiementellen Teil fort, bei dem die gewählten Verfahren entweder vor Ort erprobt werden oder die zuhause damit gemachten Erfahrungen diskutiert werden. Auch die Entwicklung eigenständiger medialer Verfahren der Affektanalyse ist willkommen. Ein besonderes "Affektiv" (Robert Seyfert) wird am 6.11. (18h-22h) mit dem Besuch des Stückes "Chora" von Sandra Man und Moritz Majce in der Tanzfabrik Berlin erkundet. Die Affektanalytik verbindet damit Elemente und Methoden aus der Theorie, der Psychologie, der Kunst und der experimentellen Medienwissenschaft.
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird neben der regelmäßigen Lektüre der Quellentexte die einmalige Übernahme einer Text- und Diskussionsmoderation erwartet, sowie aktive Vorbereitung und konstruktive Durchführung der praxisbezogenen Anteile des Seminars.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Montag 16h-20h
Ort
ZeM, Hermann-Elflein-Strasse 18, Potsdam
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 3
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
4
Teilnehmerbegrenzung
25
Behavioral Economics and Surveillance Capitalism
The seminar tries to bring together two important recent theories from economics and to reflect their connections with digital technologies.
In recent years there has been increasing talk of "behavioural economics", which seems to represent a break from older economic approaches. For while "neoclassicist" approaches were based on the idealized figure of the "homo oeconomicus", who allegedly always chooses the option that promises the most profit in every economic action, behavioral economists, on the other hand, assume an irrational side of the individual. Recently it has been proposed that "libertarian paternalism" is needed, meaning that the state and/or companies should help citizens and/or consumers in decision-making situations. Richard Thaler and Cass Sunstein have provided the decisive keywords for this with the popular science bestseller "Nudge" (2009). Nudging, i.e. the metaphorical "pushing" for allegedly better decisions, is now increasingly resorting to digital applications ("digital nudging"). Digitised behavioural economics is thus one of the realities that users are already confronted with in many fields.
The second theory that we will address in this seminar is, in contrast to behavioural economics, one that is critical from the outset. With "The Age of Surveillance Capitalism" (2018), Shoshana Zuboff presented a fundamental work that claims nothing less than to have analyzed the economic model of the large digital platforms, which, in short, is based on the capture and exploitation of "behavioral surplus". Here, too, the focus is on the behavior of users, but this is primarily an automatic evaluation of behavior for the purpose of capitalist behavior manipulation. Since Zuboff's book is far too extensive for the seminar, other media, especially interviews with and lectures by Zuboff as well as reviews, will be used in addition to selected chapters in order to understand and discuss her main theses as efficiently as possible.
In recent years there has been increasing talk of "behavioural economics", which seems to represent a break from older economic approaches. For while "neoclassicist" approaches were based on the idealized figure of the "homo oeconomicus", who allegedly always chooses the option that promises the most profit in every economic action, behavioral economists, on the other hand, assume an irrational side of the individual. Recently it has been proposed that "libertarian paternalism" is needed, meaning that the state and/or companies should help citizens and/or consumers in decision-making situations. Richard Thaler and Cass Sunstein have provided the decisive keywords for this with the popular science bestseller "Nudge" (2009). Nudging, i.e. the metaphorical "pushing" for allegedly better decisions, is now increasingly resorting to digital applications ("digital nudging"). Digitised behavioural economics is thus one of the realities that users are already confronted with in many fields.
The second theory that we will address in this seminar is, in contrast to behavioural economics, one that is critical from the outset. With "The Age of Surveillance Capitalism" (2018), Shoshana Zuboff presented a fundamental work that claims nothing less than to have analyzed the economic model of the large digital platforms, which, in short, is based on the capture and exploitation of "behavioral surplus". Here, too, the focus is on the behavior of users, but this is primarily an automatic evaluation of behavior for the purpose of capitalist behavior manipulation. Since Zuboff's book is far too extensive for the seminar, other media, especially interviews with and lectures by Zuboff as well as reviews, will be used in addition to selected chapters in order to understand and discuss her main theses as efficiently as possible.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mittwoch 12h-14h
Ort
UP Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 3
Module (BA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-Studierende ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
The course will be held in English, which makes access to relevant texts and also discussion of those texts and video lectures more easy.
Testat: Students are expected to moderate one of the sessions, which means that they introduce the text that all participants have read beforehand, provide some background information, and lead the discussion by picking out the text's most important, difficult, or contentious sections.
Testat: Students are expected to moderate one of the sessions, which means that they introduce the text that all participants have read beforehand, provide some background information, and lead the discussion by picking out the text's most important, difficult, or contentious sections.
Summer 2019
Introduction to Forms of Scientific Work
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
Termin
Mittwoch 12h-14h
Ort
UP, Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW 2. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Aktive Teilnahme, praktische Übungen, Essay
ABGABE des ESSAYS bis spätestens 23.06., 23:59!!!
KURS A: Assly bis Kramer
Gruppe A 1: Assly bis Eloundou
Gruppe A 2: Fischer bis Kramer
KURS B: Kühn bis Wille
Gruppe B 1: Kühn bis Runge
Gruppe B 2: Scarabello bis Wille
ABGABE des ESSAYS bis spätestens 23.06., 23:59!!!
KURS A: Assly bis Kramer
Gruppe A 1: Assly bis Eloundou
Gruppe A 2: Fischer bis Kramer
KURS B: Kühn bis Wille
Gruppe B 1: Kühn bis Runge
Gruppe B 2: Scarabello bis Wille
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
auf Nachfrage
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Dr. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
auf Nachfrage
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Media of Truth
Auf die Frage, worin und wodurch Wahrheit erscheinen bzw. artikuliert werden kann, wird dieses Seminar einige Antwortwege erproben, von denen nicht wenige überraschend sein dürften. Tatsächlich war für die Antike der Gebrauch von Orakeln zum Erscheinenlassen der Wahrheit ein probates Mittel. Dagegen musste sich ein philosophischer Wahrheitsbegriff erst behaupten, der auf neu erfundene diskursive Mittel wie insbesondere die Dialektik zurückgriff. Dennoch war auch die freimütige, provozierende und "freche" Rede - griech. parrhesia, das Wahrsprechen - jenseits von dialektischer Argumentation ein legitimes Medium der Wahrheit, wie Foucault in seinen späten Vorlesungen gezeigt hat. Doch nicht nur Philosophen sind an der Wahrheit interessiert: Geheimdienste versuchen ebenfalls, an Sachverhalte heranzukommen, die ihnen ohne ihren eigenen Techniken verborgen bleiben - weshalb sie auf technische und pharmakologische Mittel zurückgriffen, um die Wahrheit zur Erscheinung zu bringen. So wurde selbst noch die psychodelische Droge LSD als Wahrheitsmedium erprobt - wenn auch mit bescheidenem Erfolg.
Kulturgeschichtliche Streiflichter wie diese werden im Projektseminar mit theoretisch anspruchsvollerem Material kontrastiert, um die Vielfältigkeit der Wahrheitsdiskurse unter Beweis zu stellen, ohne dabei den Wahrheitsbegriff insgesamt preiszugeben.
Literaturangaben folgen!
Kulturgeschichtliche Streiflichter wie diese werden im Projektseminar mit theoretisch anspruchsvollerem Material kontrastiert, um die Vielfältigkeit der Wahrheitsdiskurse unter Beweis zu stellen, ohne dabei den Wahrheitsbegriff insgesamt preiszugeben.
Literaturangaben folgen!
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Projektwoche
Ort
Bröllin
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar findet im Rahmen der Projektwoche in Bröllin statt. Ein Termin für die Vorbesprechung wird in Kürze bekanntgegeben!
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird die Übernahme einer Textmoderation oder eines Referats erwartet. Während der Projektwoche wird es in Absprache mit den TeilnehmerInnen und je nach akutem Bedarf ausreichend Zeit für die Arbeit in kleinen Gruppen geben.
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird die Übernahme einer Textmoderation oder eines Referats erwartet. Während der Projektwoche wird es in Absprache mit den TeilnehmerInnen und je nach akutem Bedarf ausreichend Zeit für die Arbeit in kleinen Gruppen geben.
Tuning, Mood, Atmosphere
Lange, bevor das Wort "Stimmung" seine heute vorherrschende Bedeutung als affektive Atmosphäre angenommen hat, bezeichnete es die Temperierung von Musikinstrumenten, das heißt die feste Einstimmung von Intervallen. Nach welchen Prinzipien dabei vorgegangen werden sollte, war durch die Neuzeit hindurch Gegenstand hitziger weltanschaulicher Debatten. Physikalische Gegebenheiten treffen hier auf pragmatische Lösungsansätze, die jeweils eigene Möglichkeitsräume eröffnen. So war etwa die Durchsetzung der gleichtönigen Stimmung für die westliche Musik überaus folgenreich - ohne sie hätte es wohl kaum musikalischen Impressionismus oder Zwölftonmusik gegeben.
Die affektive Stimmung hängt demnach grundlegend von der Konfiguration des Stimmungssystems ab. Epochenwechsel lassen sich von da her auch als Konfigurationswechsel im Sinne von Umstimmungen verstehen. An durchaus heterogenem Material der Medienkulturgeschichte und Philosopie soll diesem Phänomen der Regulierung von Stimmungen bzw. der Umstimmung nachgegangen werden. Der Streit zwischen Verfechtern der pythagoräischen bzw. der wohltemperierten oder gleichtönigen Stimmung soll dabei ebenso gestreift werden, wie Heideggers sehr viel späteres Postulat einer durchgängigen Gestimmtheit des Daseins oder Murray Schafers Rede von einem "tuning of the world". Der Übergang ins digitale Zeitalter wird spätestens durch "mood tracking" sowie "sentiment analysis" markiert, der algorithmischen Auslese von Stimmungen von social media-NutzerInnen.
Mit diesen Querlektüre soll dem Stimmungsbegriff jene medientechnische Relevanz zurückerstattet werden, die er vor seiner Naturalisierung besaß und der im heutigen Wechselspiel von analogen und digitalen Lebensverhältnissen eine unerwartete Relevanz zukommen könnte.
Literaturauswahl folgt.
Die affektive Stimmung hängt demnach grundlegend von der Konfiguration des Stimmungssystems ab. Epochenwechsel lassen sich von da her auch als Konfigurationswechsel im Sinne von Umstimmungen verstehen. An durchaus heterogenem Material der Medienkulturgeschichte und Philosopie soll diesem Phänomen der Regulierung von Stimmungen bzw. der Umstimmung nachgegangen werden. Der Streit zwischen Verfechtern der pythagoräischen bzw. der wohltemperierten oder gleichtönigen Stimmung soll dabei ebenso gestreift werden, wie Heideggers sehr viel späteres Postulat einer durchgängigen Gestimmtheit des Daseins oder Murray Schafers Rede von einem "tuning of the world". Der Übergang ins digitale Zeitalter wird spätestens durch "mood tracking" sowie "sentiment analysis" markiert, der algorithmischen Auslese von Stimmungen von social media-NutzerInnen.
Mit diesen Querlektüre soll dem Stimmungsbegriff jene medientechnische Relevanz zurückerstattet werden, die er vor seiner Naturalisierung besaß und der im heutigen Wechselspiel von analogen und digitalen Lebensverhältnissen eine unerwartete Relevanz zukommen könnte.
Literaturauswahl folgt.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstag 10h-14h (zweiwöchentlich)
Ort
NP, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird neben der aktiven Teilnahme an der Diskussion die einmalige Übernahme einer Textmoderation erwartet.
Writing, a Pharmacon: Media Theories of Literality
Die Frage nach den "Konsequenzen der Literalität" (um einen Aufsatz von Goody und Watt von 1963 zu zitieren) gehört seit etwa 50 Jahren zu den frag- und denkwürdigsten Forschungsfeldern der Medientheorie. Damit wir uns fachkundig dem Stand der heutigen Debatte annähern können, werden die Arbeiten der sogenannten „kanadischen Schule“ (v.a. Walter Ong, Eric Havelock, Derrick de Kerckhove) im Fokus des Seminars stehen. Dass die reflexive Auseinandersetzung mit den erhofften Wirkungen und den unerwünschten Nebenwirkungen der Einführung der (alphabetischen) Schrift allerdings nicht erst im 20. Jahrhundert beginnt, soll zu Beginn des Seminars durch ein Close Reading der Urszene der Schriftkritik in Platons Dialog „Phaidros“, dargelegt werden. Die Doppeldeutigkeit der Schrift als Heilmittel (griech. pharmakon) gegen das Vergessen wie als Gift (griech. ebenfalls pharmakon) für das Gedächtnis wurde von den französischen Philosophen Jacques Derrida und Bernard Stiegler zur methodischen Grundfigur einer „pharmako-logischen“ Betrachtung nicht nur der Kulturtechnik der Schrift, sondern jeglicher Technik umgemünzt. Das Seminar macht mit dieser Doppeldeutigkeit ernst und wendet sie auf die Medientheorien der Schrift selbst an, indem sie nach den Ausschlüssen, Verwerfungen und Hegemonialisierungen fragt, die mit der Einführung und/oder der Lobpreisung von Schriftlichkeit historisch einhergingen und gegenwärtig weiter wirksam sind. Gegen Schluss des Seminars sollen mit Vilem Flussers Frage "Hat Schreiben Zukunft" noch einige weitere Aspekte einer Medientheorie der Schrift aufgeschlossen werden.
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird neben der aktiven Teilnahme an der gemeinsamen Diskussion die Übernahme einer „Moderation“ durch den jeweils von allen zu lesenden Textabschnitt erwartet. Das Seminar eignet sich aufgrund seiner thesenhaften Zuspitzungen zudem gut für die Planung von Hausarbeiten.
Literatur:
Walter J. Ong: Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes (Springer 2016, digital über Server der UB verfügbar)
Eric A. Havelock: Als die Muse schreiben lernte. Eine Medientheorie (Wagenbach 2007)
Derrick de Kerckhove: Schriftgeburten. Vom Alphabet zum Computer (Fink 1995)
Vilem Flusser: Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft? (European Photography 1987)
Testat: Von den TeilnehmerInnen wird neben der aktiven Teilnahme an der gemeinsamen Diskussion die Übernahme einer „Moderation“ durch den jeweils von allen zu lesenden Textabschnitt erwartet. Das Seminar eignet sich aufgrund seiner thesenhaften Zuspitzungen zudem gut für die Planung von Hausarbeiten.
Literatur:
Walter J. Ong: Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes (Springer 2016, digital über Server der UB verfügbar)
Eric A. Havelock: Als die Muse schreiben lernte. Eine Medientheorie (Wagenbach 2007)
Derrick de Kerckhove: Schriftgeburten. Vom Alphabet zum Computer (Fink 1995)
Vilem Flusser: Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft? (European Photography 1987)
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo 16h-18h
Ort
UP, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 7
Module (BA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
ACHTUNG! BIS AUF WIDERRUF BEGINN JEWEILS UM PUNKT 16:00
Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens Kurs B
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Dr. Kai Knörr
Termin
Mittwoch 12h-14h
Ort
UP 1.09.2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW 2. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Zusätzliche Informationen:
Testat: Aktive Teilnahme, praktische Übungen, Essay
ABGABE des ESSAYS bis spätestens 23.06., 23:59!!!
KURS A: Assly bis Kramer
Gruppe A 1: Assly bis Eloundou
Gruppe A 2: Fischer bis Kramer
KURS B: Kühn bis Wille
Gruppe B 1: Kühn bis Runge
Gruppe B 2: Scarabello bis Wille
Testat: Aktive Teilnahme, praktische Übungen, Essay
ABGABE des ESSAYS bis spätestens 23.06., 23:59!!!
KURS A: Assly bis Kramer
Gruppe A 1: Assly bis Eloundou
Gruppe A 2: Fischer bis Kramer
KURS B: Kühn bis Wille
Gruppe B 1: Kühn bis Runge
Gruppe B 2: Scarabello bis Wille
Winter 2018/2019
Affective Economics
Seit einigen Jahren mehren sich die Verwendungen des Begriffs „Affektökonomie“, wenngleich dieser bislang relativ unbestimmt geblieben ist. Das mag daran liegen, dass Affekte und Emotionen lange Zeit primär als Privatsache behandelt wurden, die sich dem Zugriff ökonomischer wie auch politischer Interessen entziehen – mit freilich der großen Ausnahme totalitärer Systeme, deren Totalitarismus schon darin aufweisbar schien, dass sie die Bevölkerung eben nicht nur als politische Subjekte adressieren und regieren, sondern sich eben auch in deren Privatleben einmischen, bis zu einer Bestimmung des Affekthaushalts jedes Einzelnen. Inzwischen kann als ausgemacht gelten, dass auch der Liberalismus, insbesondere der seit den 1970er Jahren sich global ausbreitende Neoliberalismus diese vorgebliche Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem aufgeweicht hat und die Subjekte zwar subtiler als die totalitären Regierungsformen, aber deshalb nicht unbedingt weniger wirkungsvoll bis in ihre Selbstkonzepte und damit auch ihre Weisen der Selbst- und Affektregulierung durchformen. Theoriekonzepte wie „emotionale“ oder „affektive Arbeit“, der „Konsum der Romantik“, das „unternehmerische Selbst“ zeigen dies in aller Deutlichkeit. Das Seminar setzt sich mit Schlüsseltexten dieser Thematisierung auseinander und will vor allem versuchen, dem Oberbegriff der „Affektökonomie“ ein schärferes Profil zu verleihen.
Testat: Textmoderation
Testat: Textmoderation
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Do 12h-14h (tatsächlicher Beginn: 12h20)
Ort
UP, Standort Botanischer Garten, Haus 2, Raum 2.01
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 3
Module (BA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Wir beginnen jeweils um 12h20!!!
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
tba
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Experimental Media Studies
Die Vorlesung, die zugleich einführenden und systematischen Charakter hat, kombiniert Grundlagenwissen mit einer Vorstellung der besonderen Arbeitsgebiete der beteiligten Lehrenden.
Die jeweils vierstündigen Sitzungen sind so konzipiert, dass sich an jede Vorlesung eine Diskussion der behandelten Themen und Fragestellungen anschließt.
Die jeweils vierstündigen Sitzungen sind so konzipiert, dass sich an jede Vorlesung eine Diskussion der behandelten Themen und Fragestellungen anschließt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Di, 10-14 Uhr
Ort
ZeM, Hermann-Elflein-Str. 18, Potsdam
SWS
3
Studiengang
MA
Module (MA): 1
Module (MA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für MA 1. Semester
Teilnehmerbegrenzung
50
Mind Control - Phantasms und Realities of Influencing
Die Enthüllungen rund um die versuchte Einflussnahme auf die britische Brexit-Wahl und die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 durch die Firma "Cambridge Analytica" sind der Anlass, sich mit Phantasmen und Realitäten der Einflussnahme auseinanderzusetzen.
Zu den Materialien, mit denen wir uns dabei beschäftigen, zählen ältere Dokumente wie die kleine Schrift "Beeinflussungsapparate" des Psychoanalytikers Viktor Tausk (1919) ebenso wie das Video-Interview, das "The Guardian" mit dem Whistleblower Christopher Wylie geführt hat (2018).
Historisch zwischen diesen Eckpfeilern, nämlich in den 1950er- oder 1960er-Jahren, liegt die Hochkonjunktur für Themen wie Gehirnwäsche, Gedankenkontrolle und andere Formen psychologischer Manipulation. Auch populäre Filme und Serien wie "The Manchurian Candidate" (1962) und "The Mind Benders" (1964) und "The Prisoner" (1967) haben sich dieser Themen angenommen.
Innerhalb dieses Spannungsfeldes sollen Schlüsselbegriffe wie "Suggestibilität, "psy-ops", "mind control" "Psychographie" historisch aufgearbeitet und kritisch diskutiert werden.
Ein Bestandteil des Seminars ist zudem der Besuch der Ausstellung "The Influencing Machine" am NGBK Berlin-Kreuzberg, inklusive einer Führung durch die Kuratorin Dr. Tahani Nadim.
Keywords: mind control, mind reading, affect detection, (hidden) persuasion, psy-ops, psychographics
Zu den Materialien, mit denen wir uns dabei beschäftigen, zählen ältere Dokumente wie die kleine Schrift "Beeinflussungsapparate" des Psychoanalytikers Viktor Tausk (1919) ebenso wie das Video-Interview, das "The Guardian" mit dem Whistleblower Christopher Wylie geführt hat (2018).
Historisch zwischen diesen Eckpfeilern, nämlich in den 1950er- oder 1960er-Jahren, liegt die Hochkonjunktur für Themen wie Gehirnwäsche, Gedankenkontrolle und andere Formen psychologischer Manipulation. Auch populäre Filme und Serien wie "The Manchurian Candidate" (1962) und "The Mind Benders" (1964) und "The Prisoner" (1967) haben sich dieser Themen angenommen.
Innerhalb dieses Spannungsfeldes sollen Schlüsselbegriffe wie "Suggestibilität, "psy-ops", "mind control" "Psychographie" historisch aufgearbeitet und kritisch diskutiert werden.
Ein Bestandteil des Seminars ist zudem der Besuch der Ausstellung "The Influencing Machine" am NGBK Berlin-Kreuzberg, inklusive einer Führung durch die Kuratorin Dr. Tahani Nadim.
Keywords: mind control, mind reading, affect detection, (hidden) persuasion, psy-ops, psychographics
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Fr 10h-14h
Ort
UP, Haus 9, Raum 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA ab dem 3. Fachsemester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar findet 14tägig statt!
Beginnzeit ist jeweils 10h30! Erste Hälfte bis 12h00, dann Pause, zweite Hälfte von 12h30 bis 14h00.
Testat: Aktive Mitarbeit, Filmsichtungen in Kleingruppen zur Vorbereitung eines Gruppenreferats.
Beginnzeit ist jeweils 10h30! Erste Hälfte bis 12h00, dann Pause, zweite Hälfte von 12h30 bis 14h00.
Testat: Aktive Mitarbeit, Filmsichtungen in Kleingruppen zur Vorbereitung eines Gruppenreferats.
Living and Thinking in the End Times
Wieder einmal wird im zeitgenössischen Denken ein apokalyptischer Ton angestimmt. Kulturgeschichtlich gehört die Vorstellung, man lebe in Endzeiten, ja durchaus zum Standardrepertoire. Doch was dieses Mal hinzukommt, ist die Stützung der Untergangsprognosen durch die Naturwissenschaften - was die Geistes- und Sozialwissenschaften umso mehr auf den Plan ruft, zu diesen düsteren Aussichten Stellung zu beziehen.
Das Seminar setzt sich mit einigen aktuellen Versuchen einer kritisch-progressiven Positionierung zur Weltlage im "Anthropozän" auseinander. Gesucht werden Antworten auf das, was man den menschlichen Auto-Defätismus nennen könnte: als die Vorstellung, dass man gegen die menschengemachte Krise eigentlich nichts mehr ausrichten kann, dass der Kampf wahlweise um den Planeten, die Ökosphäre, um "Gaia", um "das Terrestrische" bereits verloren sei.
Dabei sollen aber auch jene Stimmen zu Wort kommen, gegen die sich AutorInnen wie Latour, Stengers, Haraway und andere so vehement richten. Es gibt eine Lust am Untergang auch in der Theorie, der man sich stellen muss, wenn man sie in Schach halten will.
Literatur:
Bruno Latour: Das terrestrische Manifest (Berlin 2018)
Donna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän (Frankfurt am Main 2018)
Anna Tsing, Heather Swanson, Eliane Gan, Nils Bubandt (Hg.): Arts of Living on a Damaged Planet (Minneapolis, London 2017)
Deborah Danowski, Eduardo Viveiros de Castro: The Ends of the World (Cambridge 2017)
Isabelle Stengers: In Catastrophic Times. Resisting the Coming Barbarism (Lüneburg 2015)
Slavoj Zizek: Living in the End Times (London 2011)
Eugene Thacker: In the Dust of This Planet (Winchester 2010)
Thomas Ligotti: The Conspiracy Against the Human Race (New York 2010)
Ray Brassier: Nihil Unbound. Enlightenment and Extinction (New York 2007)
Das Seminar setzt sich mit einigen aktuellen Versuchen einer kritisch-progressiven Positionierung zur Weltlage im "Anthropozän" auseinander. Gesucht werden Antworten auf das, was man den menschlichen Auto-Defätismus nennen könnte: als die Vorstellung, dass man gegen die menschengemachte Krise eigentlich nichts mehr ausrichten kann, dass der Kampf wahlweise um den Planeten, die Ökosphäre, um "Gaia", um "das Terrestrische" bereits verloren sei.
Dabei sollen aber auch jene Stimmen zu Wort kommen, gegen die sich AutorInnen wie Latour, Stengers, Haraway und andere so vehement richten. Es gibt eine Lust am Untergang auch in der Theorie, der man sich stellen muss, wenn man sie in Schach halten will.
Literatur:
Bruno Latour: Das terrestrische Manifest (Berlin 2018)
Donna Haraway: Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän (Frankfurt am Main 2018)
Anna Tsing, Heather Swanson, Eliane Gan, Nils Bubandt (Hg.): Arts of Living on a Damaged Planet (Minneapolis, London 2017)
Deborah Danowski, Eduardo Viveiros de Castro: The Ends of the World (Cambridge 2017)
Isabelle Stengers: In Catastrophic Times. Resisting the Coming Barbarism (Lüneburg 2015)
Slavoj Zizek: Living in the End Times (London 2011)
Eugene Thacker: In the Dust of This Planet (Winchester 2010)
Thomas Ligotti: The Conspiracy Against the Human Race (New York 2010)
Ray Brassier: Nihil Unbound. Enlightenment and Extinction (New York 2007)
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di 16h-18h
Ort
NP, Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Dieses Seminar findet im Verbund mit der Veranstaltung "Ends of the World" von Anne Quirynen statt. Der parallele Besuch dieser Veranstaltung wird sehr empfohlen.
Testat: Erwartet wird die Übernahme einer Text-Moderation sowie das Upload eines Essays zum Stichtag 20.01.2019.
Testat: Erwartet wird die Übernahme einer Text-Moderation sowie das Upload eines Essays zum Stichtag 20.01.2019.
Summer 2018
Introduction to Forms of Scientific Work, course B
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Dr. Daniela Döring
Termin
Mi 12-14h
Ort
UP 1.19.0.12
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Obligatorisch für 2. Semester BA EMW. Bitte schreiben Sie sich in beide Kurse gleichzeitig ein, die Verteilung wird anschließend durch die jeweiligen Dozenten vorgenommen.
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Sabine Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Meggie Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Absprache
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Meggie Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Absprache
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Transformations of Attention
Aufmerksam ist man, oder man ist es nicht. Damit ist auch schon alles über Aufmerksamkeit gesagt. Diesem schulmeisterlichen Entweder/Oder wird das Seminar vehement entgegentreten. Dabei wird aus mehreren Diskursen geschöpft, die diese seltsame Fähigkeit, auf etwas zu merken, in ihre jeweiligen Weltproblembetrachtungen einbeziehen. Die Phänomenologie unterschied in strenger Introspektion mehrere Modi der Aufmerksamkeit (Husserl, Waldenfels). Die Psychoanalyse erfand die „gleichschwebende Aufmerksamkeit“ als den angemessenen Zuhörmodus für den Therapeuten. Die Medientheorien haben darauf hingewiesen, dass der Mediengebrauch über Struktur und Inhalt von Aufmerksamkeit(en) mitentscheidet, allen voran die Schrift. Der noch relativ neue Begriff der Aufmerksamkeitsökonomie insisiert darauf, dass Aufmerksamkeit – vor allem in der digitalen Ära – zu einem umkämpften Gut, wenn nicht gar zu einer Währung geworden ist. Mit dem psychiatrischen Konstrukt ADHS wurde das Aufmerksamkeitsdefizit zu einer Störung mit geradezu epidemischen Ausmaß erklärt. Zugleich werden den kulturkritischen Klagen um einen Verlust der Fähigkeit zur Aufmerksamkeit immer wieder Lobpreisungen alternativer Formen der Aufmerksamkeit entgegengehalten, so etwa zur „verstreuten Aufmerksamkeit“ (Petra Löffler) oder zur „hyper attention“ (N. Katherine Hayles). Nicht zuletzt gibt es aber auch unerwünschte Aufmerksamkeit, sei es in Situationen der Scham oder des „targeted advertising“, das im Zuge des aktuellen Facebook-Skandals die Begriffe der Psychographie, der Psychopolitik und der Psychomacht erneute Aussagekraft verleiht.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di 14h-16h
Ort
UP, Haus 1, Raum 1.07
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Die erste Hälfte des Seminars versteht sich auch als Vorbereitung auf den Gastvortrag von N. Katherine Hayles am 25.05.2018 (Erste ZeM_Spring_Lecture), dessen Besuch verbindlich ist. Hayles hat die "hyper attention", also eine Art digitaltechnologisch induzierter verteilter Aufmerksamkeit gegen die bekannten kulturkritische Klagen vor einem irreparablen und die Demokratie gefährdenden Verlust der "deep attention" verteidigt. Auch diese Verteidigung wird allerdings vor dem Hintergrund der zunehmend perfektionierten Silicon Valley-Techniken der Aufmerksamkeitslenkung zu diskutieren sein.
Introduction to Forms of Scientific Work
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
Termin
Mi 12-14h
Ort
UP 1.09.2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW 2. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Obligatorisch für 2. Semester BA EMW. Bitte schreiben Sie sich in beide Kurse gleichzeitig ein, die Verteilung wird anschließend durch die jeweiligen Dozenten vorgenommen.
!Auf allgemeinen Wunsch beginnen die Seminare pünktlich um 12h und enden um 13h30!
Exposés bis zum 08. Juli abends zusenden!
!Auf allgemeinen Wunsch beginnen die Seminare pünktlich um 12h und enden um 13h30!
Exposés bis zum 08. Juli abends zusenden!
Winter 2017/2018
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
nach Vereinbarung
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Vereinbarung
Ort
nach Vereinbarung
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Affective Economics
Seit einigen Jahren mehren sich die Verwendungen des Begriffs „Affektökonomie“, wenngleich dieser bislang relativ unbestimmt geblieben ist. Das mag daran liegen, dass Affekte und Emotionen lange Zeit primär als Privatsache behandelt wurden, die sich dem Zugriff ökonomischer wie auch politischer Interessen entziehen – mit freilich der großen Ausnahme totalitärer Systeme, deren Totalitarismus schon darin aufweisbar schien, dass sie die Bevölkerung eben nicht nur als politische Subjekte adressieren und regieren, sondern sich eben auch in deren Privatleben einmischen, bis zu einer Bestimmung des Affekthaushalts jedes Einzelnen. Inzwischen kann als ausgemacht gelten, dass auch der Liberalismus, insbesondere der seit den 1970er Jahren sich global ausbreitende Neoliberalismus diese vorgebliche Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem aufgeweicht hat und die Subjekte zwar subtiler als die totalitären Regierungsformen, aber deshalb nicht unbedingt weniger wirkungsvoll bis in ihre Selbstkonzepte und damit auch ihre Weisen der Selbst- und Affektregulierung durchformen. Theoriekonzepte wie „emotionale“ oder „affektive Arbeit“, der „Konsum der Romantik“, das „unternehmerische Selbst“ zeigen dies in aller Deutlichkeit. Das Seminar setzt sich mit Schlüsseltexten dieser Thematisierung auseinander und will vor allem versuchen, dem Oberbegriff der „Affektökonomie“ ein schärferes Profil zu verleihen.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Do. 12h-14h
Ort
UP, Haus 9, 2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 3
Module (BA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA
Teilnehmerbegrenzung
25
Sonic Aesthetics
Mit "Sonic Warfare - Sound, Affect and the Ecology of Fear" (2010) hat Steve Goodman, der unter dem Namen kode9 ein international gefragter DJ ist, eine Grundlagenarbeit vorgelegt, die im Zentrum des Seminars steht. Goodmans Ästhetik des Sonischen betrifft weder nur das Hören von Musik, noch auch nur den Bereich des von Menschen Hörbaren. Sie ist auch nicht bloß an der Frage des Urteilens über Klänge interessiert, sondern sondiert das In-der-Welt-sein anhand zunächst überraschender Konzepte wie der Kriegsmaschine, der Virologie, der Rhythmoanalyse, des Ohrwurms oder der holosonischen Kontrolle. Damit wird das Sonische nochmal anders für politische Debatten fruchtbar gemacht, als dies einst Adorno und co. für die Neue Musik vorgezeigt haben. Zudem ist Goodmans Text analog strukturiert wie Deleuze & Guattaris "Tausend Plateaus", wenn auch deutlicher zugänglicher - was eine auf die TeilnehmerInnen verteilte Lektüre ermöglicht, nebst vielen möglichen Vertiefungen in die von Goodman herangezogenen Referenzpunkte, die von der Philosophie über die Clubkultur bis zu gegenhegemonialen Praktiken der Versammlung reichen.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di, 16h-18h
Ort
UP, 1.22.0.38
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA ab dem 3. Fachsemester
Teilnehmerbegrenzung
25
Summer 2017
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
Termine noch nicht bekannt
Ort
FHP
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Plasticity, Vulnerability, Singularity - Elements of a Media Philosophy of the Event
Drei Begriffe, die in den letzten Jahren heiß geführte Debatten angestoßen haben, stehen im Zentrum dieses Forschungsseminars. Catherine Malabou hat in ihrem Essay Was tun mit unserem Gehirn? den Begriff der (Neuro-)Plastizität politisch interpretiert und vor allem gegen die neoliberale Rhetorik der Flexibilisierung abgegrenzt. Plastizität lässt sich als Formbarkeit und Veränderbarkeit übersetzen – bis hin zur Verletzung und Vernichtung des dabei umgeformten Objekts, wie sie in Ontologie des Akzidentiellen ausführt.
Dieses Motiv einer eben nicht nur positiv aufzufassenden Plastizität gibt Anlass, als zweiten Leitbegriff denjenigen der Vulnerabilität zu diskutieren. Diesem kommt derzeit in der politischen Theorie besondere Aufmerksamkeit zuteil – Judith Butlers jüngere Essays sind hierfür ein guter Ausgangspunkt. In ihrem Buch Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung verhandelt sie die alte Dichotomie von Aktivität und Passivität, indem sie „Handlungsfähigkeit“ und „Verwundbarkeit“ als aufeinander bezogen denkt. Wir werden im Forschungsseminar versuchen zu klären, wie sich Butlers Vulnerabilität zu Malabous Plastizität verhält.
Der dritte Leitbegriff, Singularität, ist vielleicht der strittigste, weil er seit den 90er-Jahren von TranshumanistInnen zunehmend für ein imaginäres Ereignis in der Zukunft gebraucht wird: die Erreichung bzw. Überbietung menschlicher Intelligenz durch Maschinen. Dieses Motiv ist zumeist mit dem Phantasma einer technologisch induzierten Menschheitsdämmerung verbunden. Mit dem Begriff der Singularität soll also im Seminar die Perspektive um Beschreibungskriterien von Maschinen erweitern werden. Ob diese letztendlich nicht auch einem anthropozentrischem Blick unterliegt und was die Verschiebung zur technologischen Singularität für das Verständnis der menschlichen Vulnerabilität bedeutet kann, soll im Seminar zur Diskussion stehen. Dazu werden wir uns kontrastierend mit Gilles Deleuze’ und Félix Guattaris radikal anders verstandenem Singularitätsbegriff beschäftigen, der auf der Mikroebene des "Partikulären“, des "Prä-Individuellen“ und "Molekularen“ angesiedelt ist.
Fragehorizont dieser bewusst heterogenen Lektüren ist der Begriff des Ereignisses, der vor allem in der französischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entwickelt wurde.
Die Konzeption als Forschungsseminar bringt mit sich, dass von den Texten ausgehend der Diskussion breiter Raum gegeben werden soll und dementsprechend auch die Abfolge der Texte variiert werden kann.
Dieses Motiv einer eben nicht nur positiv aufzufassenden Plastizität gibt Anlass, als zweiten Leitbegriff denjenigen der Vulnerabilität zu diskutieren. Diesem kommt derzeit in der politischen Theorie besondere Aufmerksamkeit zuteil – Judith Butlers jüngere Essays sind hierfür ein guter Ausgangspunkt. In ihrem Buch Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung verhandelt sie die alte Dichotomie von Aktivität und Passivität, indem sie „Handlungsfähigkeit“ und „Verwundbarkeit“ als aufeinander bezogen denkt. Wir werden im Forschungsseminar versuchen zu klären, wie sich Butlers Vulnerabilität zu Malabous Plastizität verhält.
Der dritte Leitbegriff, Singularität, ist vielleicht der strittigste, weil er seit den 90er-Jahren von TranshumanistInnen zunehmend für ein imaginäres Ereignis in der Zukunft gebraucht wird: die Erreichung bzw. Überbietung menschlicher Intelligenz durch Maschinen. Dieses Motiv ist zumeist mit dem Phantasma einer technologisch induzierten Menschheitsdämmerung verbunden. Mit dem Begriff der Singularität soll also im Seminar die Perspektive um Beschreibungskriterien von Maschinen erweitern werden. Ob diese letztendlich nicht auch einem anthropozentrischem Blick unterliegt und was die Verschiebung zur technologischen Singularität für das Verständnis der menschlichen Vulnerabilität bedeutet kann, soll im Seminar zur Diskussion stehen. Dazu werden wir uns kontrastierend mit Gilles Deleuze’ und Félix Guattaris radikal anders verstandenem Singularitätsbegriff beschäftigen, der auf der Mikroebene des "Partikulären“, des "Prä-Individuellen“ und "Molekularen“ angesiedelt ist.
Fragehorizont dieser bewusst heterogenen Lektüren ist der Begriff des Ereignisses, der vor allem in der französischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entwickelt wurde.
Die Konzeption als Forschungsseminar bringt mit sich, dass von den Texten ausgehend der Diskussion breiter Raum gegeben werden soll und dementsprechend auch die Abfolge der Texte variiert werden kann.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Dienstags, 16:00 bis 18:00
Ort
NP, Haus 9, 2.04
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 2
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
SE
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Vorläufige Literaturliste:
Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Band I, München 1980
Judith Butler: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, Berlin 2016, Kap. 4 „Körperliche Verwundbarkeit, koalitionäre Politik“
Judith Butler, Zeynep Gambetti, Leticia Sabsay (ed.): Vulnerability in Resistance, Durham 2016
Gilles Deleuze: Logik des Sinns, Frankfurt am Main 1993, „Vom Ereignis“
Jacques Derrida: Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen, Berlin 2003
Gerald Raunig: dividuum, Wien et al. 2015, "Gilbert von Poitiers. dividuum, Subsistenz, Ähnlichkeit"
Catherine Malabou: Was tun mit unserem Gehirn?, Zürich/Berlin 2007
dies., Ontologie des Akzidentiellen, Berlin 2011
Dieter Mersch: „Das Entgegenkommende und das Verspätete. Zwei Weisen das Ereignis zu denken: Lyotard und Derrida“, in: Dietmar Köveker (Hg.), Im Widerstreit der Diskurse, Berlin 2004, S. 69-108
Murray Shanahan: The Technological Singularity, Cambridge/Mass. 2015
Vernor Vinge: „The Coming Technological Singularity. How to Survive in the Post-Human Era“, San Diego 2013
Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Band I, München 1980
Judith Butler: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, Berlin 2016, Kap. 4 „Körperliche Verwundbarkeit, koalitionäre Politik“
Judith Butler, Zeynep Gambetti, Leticia Sabsay (ed.): Vulnerability in Resistance, Durham 2016
Gilles Deleuze: Logik des Sinns, Frankfurt am Main 1993, „Vom Ereignis“
Jacques Derrida: Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen, Berlin 2003
Gerald Raunig: dividuum, Wien et al. 2015, "Gilbert von Poitiers. dividuum, Subsistenz, Ähnlichkeit"
Catherine Malabou: Was tun mit unserem Gehirn?, Zürich/Berlin 2007
dies., Ontologie des Akzidentiellen, Berlin 2011
Dieter Mersch: „Das Entgegenkommende und das Verspätete. Zwei Weisen das Ereignis zu denken: Lyotard und Derrida“, in: Dietmar Köveker (Hg.), Im Widerstreit der Diskurse, Berlin 2004, S. 69-108
Murray Shanahan: The Technological Singularity, Cambridge/Mass. 2015
Vernor Vinge: „The Coming Technological Singularity. How to Survive in the Post-Human Era“, San Diego 2013
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Winfried Gerling, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
Termin nach Absprache
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
NatureCultures of Economics
Das »Wesen« der Ökonomie ist historisch höchst unterschiedlich definiert worden und erscheint doch in seiner gegenwärtigen, kapitalistischen Gestalt alternativlos. Das Ringseminar beleuchtet universalistische Modelle des Ökonomischen, wie etwa den Homo Oeconomicus, Abstraktions- und Quantifizierungsverfahren, Geldströme, Zirkulation, Wachstum, Gleichgewicht oder Krisenbilder, die immer auch Vorstellungen von scheinbar natürlichen Ordnungen implizieren. Eingeladen sind Dozentinnen und Dozenten der EMW, die zentrale Begriffe und Denkfiguren des Ökonomischen aus kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive diskutieren.
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Martin Ciesielski, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Daniela Döring, Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Kai Knörr, Dr. Sebastian Möring, Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin
Mi 12-14h
Ort
FH D 307
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 3
Module (BA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Feeling Out of Joint - Politics of Affect and its Discontents
In den letzten Jahren haben sich die social media zunehmend als Beförderer antisozialen und antisolidarischen Verhaltens entpuppt. Begonnen hat dies zunächst mit dem exzessiven Gebrauch der sozialen Medien als narzisstische (Re-)Präsentationsforen. Doch die kulturkritischen Anklagen dieses Verhaltens lesen sich heute bereits als Reminiszenzen an eine vergangene Zeit der Harmlosigkeiten. Denn die Verbreitung von Neid, Wut und Hass (also von territorialisierenden Affekten im Sinne von Deleuze/Guattari) hat im Internet zuletzt geradezu epidemische Ausmaße angenommen – und die psychische Gewalt, die hierbei ausgeübt wird, hat oftmals auch den Ausbruch physischer Gewalt zur Folge. Dazu kommt ein neuerdings auch in der Politik in Mode gekommenes Beharren auf „gefühlten Wahrheiten“, die in verstörender Faktenresistenz auf die Autorität des jeweils sich meldenden Affekts pocht.
Diese Entwicklungen machen die Frage nach der „Ordnung der Gefühle“ wieder relevant, die im akademischen „Begehren nach dem Affekt“ der letzten Dekade wohl zu wenig beachtet wurde. Warum versagen die Kulturtechniken der Affektregulation auf einmal in so massivem Ausmaß? Welche neuen Methoden der Affektregulation emergieren aktuell? Handelt es sich dabei um Top-Down oder um Botton-Up-Methoden, oder lässt sich dieses hierarchische Modell gar nicht mehr zielführend anwenden? Welches Unbehagen verlangt angesichts der zeitgenössischen Affektpolitiken nach Artikulation?
Diese Entwicklungen machen die Frage nach der „Ordnung der Gefühle“ wieder relevant, die im akademischen „Begehren nach dem Affekt“ der letzten Dekade wohl zu wenig beachtet wurde. Warum versagen die Kulturtechniken der Affektregulation auf einmal in so massivem Ausmaß? Welche neuen Methoden der Affektregulation emergieren aktuell? Handelt es sich dabei um Top-Down oder um Botton-Up-Methoden, oder lässt sich dieses hierarchische Modell gar nicht mehr zielführend anwenden? Welches Unbehagen verlangt angesichts der zeitgenössischen Affektpolitiken nach Artikulation?
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Do/Fr
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 4
Module (BA): 4
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Vorträge und Workshops
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
ACHTUNG: Ab dem 27.04. ist der Veranstaltungsort immer das "neue" ZeM: Hermann-Elflein-Straße 18, 14467 Potsdam!!!
Die Veranstaltung wird als Blockseminar angeboten. Für jeden Block konnte ein/e Gastvortragende/r gewonnen werden, der/die jeweils einen öffentlichen Abendvortrag halten wird, um dann am darauffolgenden Vormittag im Seminarkreis einen Workshop zusammen mit dem Seminarleiter durchzuführen.
Die Gäste und Termine sind:
Block 1: Dr. Veronika Zink (Soziologie, Universität Halle) - Do., 27.4. 16-20h, Fr., 28.4. 10h-13h
Block 2: Dr. Pasi Valiaho (Film und Screen Studies, Goldsmith College London) - Do., 18.05. 16h-20h, Fr. 19.05., 10h-13h
Block 3: Prof. Dr. Markus Rautzenberg (Philosophie, Folkwang Universität der Künste) - Do., 15.06. 16h-20h, Fr. 16.06., 10h-13h
Block 4: Vortrag von Georg Seeßlen (angefragt), Do., 13.07. 18h, Fr. 14.07. 10h-13h
Die Veranstaltung wird als Blockseminar angeboten. Für jeden Block konnte ein/e Gastvortragende/r gewonnen werden, der/die jeweils einen öffentlichen Abendvortrag halten wird, um dann am darauffolgenden Vormittag im Seminarkreis einen Workshop zusammen mit dem Seminarleiter durchzuführen.
Die Gäste und Termine sind:
Block 1: Dr. Veronika Zink (Soziologie, Universität Halle) - Do., 27.4. 16-20h, Fr., 28.4. 10h-13h
Block 2: Dr. Pasi Valiaho (Film und Screen Studies, Goldsmith College London) - Do., 18.05. 16h-20h, Fr. 19.05., 10h-13h
Block 3: Prof. Dr. Markus Rautzenberg (Philosophie, Folkwang Universität der Künste) - Do., 15.06. 16h-20h, Fr. 16.06., 10h-13h
Block 4: Vortrag von Georg Seeßlen (angefragt), Do., 13.07. 18h, Fr. 14.07. 10h-13h
Introduction to Forms of Scientific Work
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Dr. Daniela Döring, Prof. Dr. Kathrin Friedrich
Termin
Di 14-16h
Ort
UP 1.09.2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW 2. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Obligatorisch für 2. Semester BA EMW
Winter 2016/2017
Introduction to Media Theory / Media Studies
Die Übung dient dazu, einschlägige Texte der Medientheorie gemeinschaftlich zu lesen und zu diskutieren. Die Auswahl der Texte wird mit der Vorlesung "Medientheorie" akkordiert. Ziel ist es, neben der Vermittlung grundlegender Begriffe und Konzeptionen die Freude an der Auseinandersetzung mit Texten insgesamt zu wecken.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo, 14-16 Uhr c.t.
Ort
UP 1.9.204
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
obligatorisch für BA 1. Fachsemester
Teilnehmerbegrenzung
25
Introduction to Media Theory / Media Studies
Eine Einführung in Medientheorie(n)
Was Medientheorien mit ihrem Anspruch zu definieren, was Medien denn sind, auszeichnet, ist ihr ständiger Verweis darauf, dass es DIE Medien nicht gibt. Die Medien, das Mediale, die Apparate, die Materialität, die Geschichte, die Pragmatik der Medien – all dies impliziert ein Aufklaffen, Ausfransen, ein Weiterverweisen – sodass zu Recht behauptet werden kann: die Medien sind ein unmögliches Objekt. Dieses "unmögliche Objekt" wird in der VO von verschiedenen theoretischen Positionen eingekreist, um in das Objekt "Medien" über seine breit gefächerte theoretische Vernetzung einzuführen.
Was Medientheorien mit ihrem Anspruch zu definieren, was Medien denn sind, auszeichnet, ist ihr ständiger Verweis darauf, dass es DIE Medien nicht gibt. Die Medien, das Mediale, die Apparate, die Materialität, die Geschichte, die Pragmatik der Medien – all dies impliziert ein Aufklaffen, Ausfransen, ein Weiterverweisen – sodass zu Recht behauptet werden kann: die Medien sind ein unmögliches Objekt. Dieses "unmögliche Objekt" wird in der VO von verschiedenen theoretischen Positionen eingekreist, um in das Objekt "Medien" über seine breit gefächerte theoretische Vernetzung einzuführen.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo, 10-12 Uhr c.t.
Ort
UP 1.9.102
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Vorlesung
Leistungspunkte
1
Zielgruppe
obligatorisch für BA 1. Fachsemester
Teilnehmerbegrenzung
90
Zusätzliche Informationen
Da sich Prof. Dr. Marie-Luise Angerer an den Terminen 28.11., 05.12. und 12.12. auf einer Forschungs- und Vortragsreise befinden wird, hält Dr. Bernd Bösel in dieser Zeit die Vorlesungen, während die Übung zur Vorlesung von Naomie Gramlich geleitet wird.
Summer 2016
Introduction to Forms of Scientific Work, course A
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, M.A. Martin Schmidt
Termin
Dienstags 14:00 bis 16:00
Ort
Neues Palais 1.22.0.38
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Obligatorisch für 2. Semester BA EMW. Bitte schreiben Sie sich in beide Kurse gleichzeitig ein, die Verteilung wird anschließend durch die jeweiligen Dozenten vorgenommen.
Introduction to Forms of Scientific Work, course B
Das Seminar führt ein in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens, Schreibens, Argumentierens: Theoretische Lektüren wie auch praktische Übungen bezwecken eine Annäherung an die wichtigsten Formen kulturwissenschaftlichen Arbeitens und Präsentierens (Texte lesen, Vorträge halten, Hausarbeiten und andere wissenschaftliche Texte schreiben).
Dozenten
PD Dr. Bernd Bösel, Dr. Daniela Döring, M.A. Martin Schmidt
Termin
Dienstags, 14:00 bis 16:00
Ort
FH, D311
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Obligatorisch für 2. Semester BA EMW. Bitte schreiben Sie sich in beide Kurse gleichzeitig ein, die Verteilung wird anschließend durch die jeweiligen Dozenten vorgenommen.
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. em. Dr. Michael Mayer, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Jörg Sternagel, M.Mus. Simon-Mary Vincent, Dr. Katrin von Kap-herr, Katja Zanger
Termin
individuell vereinbaren
Ort
FH/ Uni
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 7
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. em. Dr. Michael Mayer, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Jörg Sternagel, M.Mus. Simon-Mary Vincent, Dr. Katrin von Kap-herr, Katja Zanger
Termin
individuell vereinbaren
Ort
FH/ Uni
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Winter 2015/2016
Seminar zur Vorlesung Medientheorie
Die Übung dient dazu, einschlägige Texte der Medientheorie gemeinschaftlich zu lesen und zu diskutieren. Die Auswahl der Texte wird mit der Vorlesung "Medientheorie" akkordiert. Ziel ist es, neben der Vermittlung grundlegender Begriffe und Konzeptionen, die Freude an der Auseinandersetzung mit Texten insgesamt zu wecken.
Dozent
PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo 16-18
Ort
UP 1.09.2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2 CP
Teilnehmerbegrenzung
25
Schichtungen, Kopplungen, Verschiebungen – Zur Migration von Formaten und Genres
Die Diagnose vom Ende der „großen Erzählungen“, die Jean-Francois Lyotard 1979 in Das postmoderne Wissen stellte, fällt wohl nicht zufällig in eine Zeit, in der Unterhaltungsformate sich neu organisieren: die TV-Soap Opera entdeckt den location shoot, die Computer- und Videospiele erobern die Wohn- und Kinderzimmer, und Hollywood setzt zunehmend auf Fortsetzungen erfolgreicher Spielfilme. Diese Entwicklungen laufen auf eine anders gelagerte Narrativität hinaus, die nach und nach alle bisher geltenden Rahmungen außer Kraft setzt. Die großen Erzählungen werden, so die Leitthese des Seminars, von den „randlosen Erzählungen“ abgelöst, also von offenen Erzählweisen, die nicht mehr auf ein Ziel oder Telos hinauslaufen, dessen Erreichung die klassischen Schemata des Erzählens organisiert hat (z.B. Western, Krimi, Agentenfilm, Liebesfilm und als besonders augenscheinliches Genre der Propagandafilm). Rein formal kann man diese Verschiebung an den zahllosen Sequels, Prequels, Sidequels in Film, Fernsehen, Genreliteratur und neuerdings auch Computerspielen ablesen, ebenso wie an den zunehmenden inter- und transmedialen Kopplungen dieser Formate. Hinzu kommen die pop- und fankulturellen Fort- und Umschreibungen beliebter Narrationen, sowie neuerdings die Übersetzung fiktionaler Welten in Rahmungen für Live Action Role Playing und immersives Theater. Wenn man diese Tendenzen nicht bloß als Eskapismus abtun will (ein Begriff, der noch dem Schema der großen Erzählung angehört), stellt sich die Frage nach ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung und Bewertung von neuem.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Di 10-14
Ort
FH D116
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
4
Teilnehmerbegrenzung
25
Experimental Research Project
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Kai Knörr, Prof. em. Dr. Michael Mayer, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Jörg Sternagel, M.Mus. Simon-Mary Vincent, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach Absprache
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
MA
Module (MA): 8
Module (MA): 8
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte
12
Teilnehmerbegrenzung
5
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung.
Project Monitoring
Ziel ist die Entwicklung erster kleinerer freier Forschungsvorhaben oder eigenständiger Projektentwicklung bzw. auch von Kooperationen mit anderen Institutionen und Antragstellungen aus studentischer Initiative mit Recherche und theoretisch-praktischer Begleitung durch einen Lehrenden.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel, Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Dr. Kai Knörr, Prof. em. Dr. Michael Mayer, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer, Fritz Schlüter, M.A. Martin Schmidt, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Jörg Sternagel, M.Mus. Simon-Mary Vincent, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin
nach individueller Absprache
Ort
nach Absprache
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 11
Module (BA): 11
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Freie Projektarbeit (betreut)
Leistungspunkte
10
Teilnehmerbegrenzung
keine
Zusätzliche Informationen
Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
Techniken des Studierens
Die Veranstaltung gibt einen Überblick über den Studiengang Europäische Medienwissenschaft und führt in das wissenschaftliche Arbeiten und Recherchieren ein. Der Kurs ist ferner ein studentisch geleitetes Forum, das zum Erfahrungsaustausch und Fragenstellen motivieren möchte. Eine Vertiefung erfolgt im nächsten Semester mit dem Seminar 'Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens'.
Dozenten
Termin
Mi 14-16
Ort
UP 1.09.204
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2 CP
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Dies ist eine Pflichtveranstaltung für Erstemester. Tragt euch bitte dennoch für diese Veranstaltung ein!
Vorlesung
Medien UND
Eine Einführung in Medientheorie(n)
Was Medientheorien mit ihrem Anspruch zu definieren, was Medien denn sind, auszeichnet, ist ihr ständiger Verweis darauf, dass es DIE Medien nicht gibt. Die Medien, das Mediale, die Apparate, die Materialität, die Geschichte, die Pragmatik der Medien – all dies impliziert ein Aufklaffen, Ausfransen, ein Weiterverweisen auf ein und, sodass zu Recht behauptet werden kann: die Medien sind ein unmögliches Objekt (in Anschluss an Oliver Marchart). Um ein derartig unmögliches Objekt nun postfundamentalistisch zu fassen, ist der Einsatz von Differenz und Relation notwendig. Das kann auch für eine nicht-fundamentalistische Medientheorie geltend gemacht werden, die ein „mediales Ding“ in Anschlag zu bringen hat, das in seiner epistemischen Funktion (Hans-Jörg Rheinberger) das konstituiert, was (medien-)wissenschaftlich erfasst werden kann.
Eine Einführung in Medientheorie(n)
Was Medientheorien mit ihrem Anspruch zu definieren, was Medien denn sind, auszeichnet, ist ihr ständiger Verweis darauf, dass es DIE Medien nicht gibt. Die Medien, das Mediale, die Apparate, die Materialität, die Geschichte, die Pragmatik der Medien – all dies impliziert ein Aufklaffen, Ausfransen, ein Weiterverweisen auf ein und, sodass zu Recht behauptet werden kann: die Medien sind ein unmögliches Objekt (in Anschluss an Oliver Marchart). Um ein derartig unmögliches Objekt nun postfundamentalistisch zu fassen, ist der Einsatz von Differenz und Relation notwendig. Das kann auch für eine nicht-fundamentalistische Medientheorie geltend gemacht werden, die ein „mediales Ding“ in Anschlag zu bringen hat, das in seiner epistemischen Funktion (Hans-Jörg Rheinberger) das konstituiert, was (medien-)wissenschaftlich erfasst werden kann.
Dozenten
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, PD Dr. Bernd Bösel
Termin
Mo 10-12
Ort
UP 1.09.1.02
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 1
Module (BA): 1
Pflichtveranstaltung
ja
Veranstaltungsart
V
Leistungspunkte
3 CP
Teilnehmerbegrenzung
90
