Semester:
 
   
Modul 2: Konfigurationen des Analogen und Digitalen
 
   
Programmatische Autonomie: Künstliche Intelligenz & selbstfahrende Autos

Dozent: Prof. Dr. Jan Distelmeyer
Termin: Di, 14-16 Uhr
Ort: FHP, D 108
SWS: 2
Studiengang: MA
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: Seminar
Leistungspunkte: 2
Zielgruppe: MA
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Was derzeit als „Künstliche Intelligenz“ und „autonomes Fahren“ weiterentwickelt, diskutiert und gesetzlich geregelt wird, verändert die Welt und das Verhältnis (nicht nur) der Menschen zur Computertechnologie. Prozesse, die bisher vor allem der Domäne des Menschlichen zugeschlagen wurden, werden nun auf besondere Weise automatisiert. Diese Automatisierung ist im doppelten Sinne programmatisch: Sie weist in eine bestimmte Richtung und sie beruht auf der Programmierbarkeit sowie den laufenden Programmen jener Technologie, mit deren Hilfe diese Automatisierung realisiert werden soll. Computertechnik, „maschinelles Lernen“, Sensoren und ihr Verhältnis zur Welt, stehen hier im Zentrum. Dieses Seminar befragt aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive, wie „Künstliche Intelligenz“ gedacht ist, wie „maschinelles Lernen“ läuft und wie daraus Formen des „autonomen Fahrens“ entstehen. Wie lässt sich das verstehen? Was ist das für eine Autonomie? Wie funktioniert sie? Was verändert sich dadurch?

Zusätzliche Informationen:
Testat: Gruppenarbeit für ein Referat Als vorbereitende Literatur wird empfohlen: Florian Sprenger (Hg.): Autonome Autos. Medien- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Zukunft der Mobilität (2021, transcript, open access)
 
   
Psychotechnologien und Affektgestaltung. Theoretische und literarische Positionen

Dozent: PD Dr. Bernd Bösel
Termin: Di 12:00-14:00
Ort: FU Berlin, Rost- und Silberlaube (Eingang Thielallee) JK31/124
SWS: 2
Studiengang: MA
Module (MA): 2
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart:
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Kooperation mit PD Dr. Julia Weber, Komparatistik, FU Berlin Das Verhältnis von Technik und Psyche ist ein skandalöses. Wir sind gewohnt, das Psychische als etwas Subjektives, Authentisches, also tatsächlich von unserem Inneren Herrührendes zu denken. Dem steht allerdings die technologische Prätention gegenüber, dieses Subjektive von außen erkennen, erwecken, manipulieren oder modulieren zu können. Enorme Summen fließen in die Erforschung etwa der digitalen Emotionserkennung über die Analyse von Mimik, Stimme, Gang und anderer (angeblicher) Indikatoren. Auch das Gedankenlesen soll dank neurotechnologischer Erfindung bald realisierbar sein. Dass das Technische im weitesten Sinn auf psychische Phänomene wie etwa Gefühle, Gedanken, Imagination und Motivation gezielt einwirkt, ist allerdings kein neues Phänomen. Das praktische Wissen (techné im altgriechischen Sinn), wie man bestimmte psychische Effekte herstellt, gehört seit der Antike zum Kernbestand unterschiedlicher Disziplinen wie der Rhetorik, der Poetik und Musiktheorie, der Medizin und der Diätetik, der Ethik, der Lebenskunst und nicht zuletzt der Politik. Das gemeinsam von Bernd Bösel (Europäische Medienwissenschaften der Universität Potsdam) und Julia Weber (Peter Szondi-Institut der FU Berlin) unterrichtete Seminar möchte sowohl prä-technologische Praktiken und Dispositive der Affektgestaltung wie auch jüngere digitale Medientechnologien auf ihre Verfahren der psychischen Einflussnahme befragen. Beginnend mit einigen jüngeren Überlegungen zu antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gebets- und Selbstbildungspraktiken werden wir im Seminar verschiedene psychologische Anleitungen und literarische Texte von u.a. Gracian, Huysmans, Huxley oder Lem diskutieren, in denen die Möglichkeiten und Grenzen psychischer Beeinflussung und Manipulation ausgelotet werden. Daneben sollen auch Filme wie beispielsweise „Inception“ von Christopher Nolan und aktuelle digitale Medientechnologien wie das „Affective Computing“ oder der Einsatz von Meditations-Apps thematisiert werden. Die Diskussion der verschiedenen Beeinflussungsmöglichkeiten der Psyche wird von verschiedenen theoretischen Ansätzen aus der Philosophie, den Medien- und Literaturwissenschaften und der Soziologie (u.a. von Michel Foucault, Friedrich Kittler, Eva Illouz, Paul Preciado) flankiert. Im Zusammenhang mit dem Seminar ist für den 28. Juni ebenfalls an der FU Berlin ein Workshop zu Psychotechniken und Psychotechnologien geplant, dessen Besuch den Teilnehmer*innen nahegelegt (und auch zeitlich angerechnet) wird.

Zusätzliche Informationen:
Zulassung: Die Begrenzung der Teilnehmer*innen auf 25 Personen umfasst sowohl Studierende der EMW als auch der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der FU Berlin. Wir werden versuchen, die Plätze paritätisch zu vergeben. Da die Einschreibung aber an den beiden Institutionen nicht synchron verläuft, kann es sein, dass es bei hohen Anmeldezahlen etwas dauert, bis wir Ihnen eine sichere Zu- oder Absage geben können - wir bitten um Verständnis! Testat: Zur aktiven Teilnahme gehört a) die Übernahme einer „Expertise“ und das Verfassen von b) zwei „Reading Responses“ im Laufe des Semesters. a) Bei den Expertisen handelt es sich um 3- bis 8-seitige schriftliche Einführungen in eine der Seminarsitzungen bzw. den in dieser Sitzung zu lesenden Text von Seiten einer Gruppe von Expert:innen, die mindestens zwei Tage vorher, also spätestens Sonntagabend, an alle per Email verschickt und aufs Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial der jeweiligen Sitzung hochgeladen werden. Expertisen ersetzen Referate und dienen vor allem der Vorbereitungserleichterung für die anderen. Zur Vorbereitung ihrer Expertise sollten Sie sich als Expert:innengruppe zusätzlich zum Seminar zu zwei oder drei Online- bzw. Telefontreffen verabreden. Die schriftlichen Expertisen setzen sich zusammen aus: − einer kurzen Verortung des Autors/der Autorin und des Werks − möglichen Interpretationsansätzen (unter Zuhilfenahme von geeigneter Sekundärliteratur) zu den jeweiligen Erzähl- bzw. Positionierungsstrategien − einer Bezugnahme auf die bisherige Diskussion bzw. andere schon im Seminar gelesene Texte − drei Thesen oder Fragen für die Diskussion − der Angabe der hinzugezogenen Sekundärliteratur Bitte vereinbaren Sie eine oder zwei Wochen vor der Sitzung eine Telefonsprechstunde, um den groben Aufbau ihrer Expertise mit uns zu besprechen. b) „Reading Responses“ sind kurze schriftliche Überlegungen zu den einzelnen zu lesenden Texten. Idealerweise sollten Sie sich in der vorangehenden Woche mit den beiden anderen Seminarteilnehmer:innen, die zur gleichen Seminarsitzung eine Reading Response verfassen, zu einem ca. halbstündigen Skype- oder Webexgespräch verabreden, um gemeinsam in der kleinen Gruppe die lektüreleitenden Fragen zu diskutieren. Es wäre wünschenswert, wenn Sie dann entscheiden, dass jede(r) von Ihnen in seiner Reading Response auf eine der lektüreleitenden Fragen genauer eingeht, aber Sie können Ihre Reading Responses auch völlig frei verfassen und beispielsweise auf eine oder mehrere der lektüreleitenden Fragen eingehen oder einen anderen Punkt behandeln, der Sie interessiert. Wichtig ist nur, dass jede(r) von Ihnen mindestens eine Seite schreibt. Bitte schicken Sie ihre Reading Responses spätestens einen Tag vor der kommenden Sitzung, also spätestens Sonntagabend, über den Emailverteiler an alle Seminarteilnehmer:innen und laden Sie sie auch auf Blackboard in den Ordner zum Kursmaterial zur jeweiligen Sitzung hoch.
 
   
Modul 3: Visualität, Narrativität und Performativität
 
   
Human-Machine Interactions

Dozent: Dr. phil. Katharina Rein
Termin: Thursday 16:00-18:00 (c.t.)
Ort: NP, 12.0.01
SWS: 2
Studiengang: MA
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: reading course
Leistungspunkte: 2
Zielgruppe: MA-level students
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
In this reading course, we are going to examine media-theoretical perspectives on the relations and interactions of humans and technical media. This class will give you an overview of essential media theoretical concepts, whose understanding is going to be ensured by intense discussions.

Zusätzliche Informationen:
This seminar is going to be held entirely in English. Testat: presentation
 
   
A Critical Introduction to Science and Climate Communication

Dozent: Prof. Dr. Birgit Schneider
Termin: montags, 12-14 Uhr
Ort: NP, 8.0.59
SWS: 2
Studiengang: MA
Module (MA): 3
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: Seminar
Leistungspunkte: 2
Zielgruppe: MA-Studierende (evtl. BA)
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt. Sie wird gemeinsam für die MA-EMW-Studierenden und die Studierenden des neuen internationalen Masters of Science Climate, Earth, Water, Sustainablity (CLWS) veranstaltet. How can we inform about climate change? How to talk about climate change in a way that makes a difference? This seminar will cover the basics of climate change and science communication, taking a broad view of the topic. For by now it has become clear that there is no easy path from science to action, from numbers to people's minds. Narratives, images and metaphors, different media formats from press releases to films to climate games, show the diversity that already exists in communication. Yet the seminar also takes international perspectives, asks about the emotions that prevent communication, and highlights the importance of climate justice.

Zusätzliche Informationen:
The seminar requires regular readings in preparation for the sessions. All participants need to to prepare a protocol, a short paper, or a reading protocol (Testat for 2 CP). Since CLEWS students receive 3 CP for the course, they have to develop their own small communication project (e.g. a blog entry, press release, clip, concept) on their topic by the end of the seminar in July.
 
   
Modul 5: Nichtlineares Erzählen
 
   
Bilder vom Ende

Dozent: Prof. Winfried Gerling
Termin: Do 10:00 - 13:30
Ort: FHP Haus D | Raum 103
SWS: 4
Studiengang: MA
Module (MA): 5
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: P
Leistungspunkte: 12
Teilnehmerbegrenzung: 15

Beschreibung:
Ausgehend von Trevor Paglens »The Last Pictures« ein Projekt, in dem ein Satellit mit visuellen Aufzeichnungen einer gegenwärtigen planetaren Situation bestückt wurde, werden wir uns mit den Imaginationen vom oder für ein Ende beschäftigen. Was können die letzten Bilder bzw. die Bilder vom Ende sein und wie kann es sie überhaupt geben? Was wissen Menschen, Tiere, Pflanzen, Sprachen, Künste, Kulturen von ihrem Ende und wie wird dieses dann wiederum in Bilder gefasst? Künstler*innen wie Martin Kippenberger »The Happy End of Franz Kafka’s ›America‹« haben auf das Paradoxe der Enden hingewiesen. Es sollen mediale Projekte entwickelt werden, die sich mit der Vorstellung eines Endes beschäftigen. Testat: Präsentation einer künstlerischen Position/Arbeit zum Thema und eigene Projektentwicklung (inkl. 20 minütige Präsentation).
 
   
Modul 6: Mediale Umgebungen
 
   
nicht/menschliche tiere

Dozent: Prof. Anne Quirynen
Termin: Do. 14Uhr -17Uhr
Ort: FHP D103
SWS: 4
Studiengang: MA
Module (MA): 6
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: P
Leistungspunkte: 12
Zielgruppe: EMW MA
Teilnehmerbegrenzung: 15

Beschreibung:
Das Seminar verfolgt die Kulturgeschichte und Anthropologie von Tier-Mensch-Beziehungen der Moderne bis hin zu aktuellen posthumanistischen Ansätzen. Neben Textlektüren und -diskussionen werden wir Filme und Ausstellungen analysieren, welche den (menschlichen) Blick auf das Tier konfigurieren und Mensch-Tier-Verhältnisse als medial inszenieren. Auf dieser Grundlage wollen wir uns mit aktuellen künstlerischen/wissenschaftlichen Positionen und Spekulationen zum Verhältnis Mensch-Tier auseinandersetzen. Das Ziel ist ein medienreflexives (audio) visuelles Projekt (zum Beispiel: Dokumentarfilm, Installation, Fotobuch, vortrag mit diapositiv…) das sich mit dem Akt des Betrachtens und Konstruierens von "dem Tier" auseinandersetzt. Testat: Präsentation einer künstlerischen Position/Arbeit zum Thema und eigene Projektentwicklung (inkl. 20 minütige Präsentation).

Zusätzliche Informationen:
https://fhp.incom.org/workspace/8918/files
 
   
Modul 7: Experimentelle Forschungsarbeit
 
   
Experimentelle Forschungsarbeit

Dozenten: Prof. Dr. Heiko Christians, Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Winfried Gerling, Noam Gramlich, Dr. Kai Knörr, Dr. Sebastian Möring, Dr. Susanne Müller, M.A. Judith Pietreck, Prof. Anne Quirynen, Dr. phil. Katharina Rein, M.A. Alexander Schindler, Prof. Dr. Birgit Schneider, Torsten Schöbel, Dr. Katrin von Kap-herr
Termin: individuell
Ort: tba
SWS: 4
Studiengang: MA
Module (MA): 7
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: Experimentelle Forschungsarbeit
Leistungspunkte: 12
Teilnehmerbegrenzung: 5

Beschreibung:
Ziel des Moduls ist die Entwicklung experimenteller Forschungsarbeiten durch die Studierenden selbst. Unter experimenteller Forschung ist die Untersuchung von Fragestellungen mittels medialer Aufbereitung zu verstehen, wozu gleichermaßen Recherche, eigene Literaturzusammenstellung, Konzipierung, Wahl der Darstellungsmittel bzw. des medialen Formats und die Durchführung zählt.

Zusätzliche Informationen:
Testat: Experimentelle Forschungsarbeit Bitte setzen Sie sich rechzeitig mit einem der Lehrenden in Verbindung
 
   
Modul 8: Interdisziplinäres Ergänzungsstudium
 
   
„...but you are a robot, aren't you?“ – Künstliche Intelligenz in Theorie und Praxis

Dozent: Dr. Katrin von Kap-herr
Termin: Do 14:30-18:00
Ort: FHP, HG 124
SWS: 4
Studiengang: BA, MA
Module (BA): 10
Module (MA): 8
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: S
Leistungspunkte: 5
Zielgruppe: alle Studiengänge
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Künstliche Intelligenz hat disruptives Potenzial in allen Disziplinen: Design, Architektur, Medienwissenschaft, Bildung und Soziale Arbeit werden durch KI-Anwendungen herausgefordert, inspiriert und erweitert. Obwohl KI-Technologien zunehmend unsere Gesellschaft und Kultur prägen, ist KI trotzdem immer noch eine Black Box. Kaum jemand weiß, was KI kann und welche Ansätze dahinterstecken. Ziel des Interflex-Seminars ist es, die Geheimnisse der Black Box zu lüften. Da gesellschaftliche Debatten zu KI größtenteils durch Medien bestimmt werden, lohnt sich ein Blick auf die medialen Darstellungen und Narrative, welche die KI gesellschaftlich erst in einen Diskurs einbinden. Das Seminar folgt einem multidisziplinären Ansatz und möchte sich dem Thema KI in seinen unterschiedlichen Dimensionen, Formen und Diskursen analytisch annähern. Das Interflex-Seminar ermöglicht eine differenzierte, interdisziplinäre Debatte, um KI in ihrer Komplexität greifbar zu machen und die Diskussion für eigene theoretische Zugänge eröffnen, die sich aus medien-, kultur-, kognitionswissenschaftlichen sowie philosophischen Forschungsdiskursen und Erkenntnissen zusammensetzt. Technikethische Debatten stehen ebenso im Vordergrund wie Fragen der Mensch-Technik-Interaktion und die konkreten Anwendungsszenarien in Kunst, Wissenschaft und Arbeitswelt. Im Seminar stellen Expert_innen aus unterschiedlichen Bereichen ihre Perspektive auf Künstliche Intelligenz vor und berichten aus ihrer Praxis. Sollte es die Situation in der Pandemie zulassen, sind zudem Exkursionen und Werkstattgespräche geplant, z.B. zum Futurium (Berlin).

Zusätzliche Informationen:
Interflex Seminar zusammen mit Alexander Scheidt. Es richtet sich an Studierende aller Fachbereiche der FHP: Testat: Die Studierenden bilden mit den Praxisexpert_innen Teams und präsentieren die jeweiligen Themen in einem Blog-Format, das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. !!!! Einschreibung über den Workspace https://fhp.incom.org/workspace/9768
 
   
Wenn Bilder vermessen, was Menschen ausgraben. Photogrammetrie als praxiografisches Verfahren (Projektwoche in Bröllin)

Dozenten: Noam Gramlich, M.A. Alexander Schindler
Termin: Projektwoche Bröllin + 1 Vorbereitungstermin (tba)
Ort: Bröllin
SWS: 2
Studiengang: BA, MA
Module (BA): 5
Module (MA): 8
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: Seminar
Leistungspunkte: 2
Zielgruppe: BA-EMW
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Photogrammetrische Techniken wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, fast zeitgleich mit den ersten linsenbasierten Fotografien, in Anwendung gebracht. Eingesetzt wurden sie anfänglich für die Vermessung historischer Architekturen und kriegerischer Schauplätze: Mittels zentralperspektivischer Rekonstruktion aus Mehrbildaufnahmen konnten schon mit den ersten Fachkameras exakte photogrammetrische Messbilder von Objekten aller Art erzeugt werden. In Kombination mit aeronautischen Innovationen dauerte es nicht lange bis die photogrammetrischen Aufnahmetechniken zum Standard für die lichtbildbasierte Kartografie wurden, was sie bis heute sind. Neben den weitläufig angelegten Fernerkundungstechniken, die heutzutage mittels Satelliten- und Drohnenaufnahmen erzeugt werden, können durch die digitale Nahbereichsphotogrammetrie auch exakte 3D-Modelle von Einzelobjekten jeglicher Form und Größe vermessen und gerendert werden, was beides neue Möglichkeiten für die Archäologie eröffnet hat. Die volumetrischen Messbildverfahren fanden etwas verzögert auch ihren Weg in die rechenintensiven Prozesse der Muster- und Formerkennung für s.g. künstliche Intelligenzen. Von hier aus ist die Photogrammetrie für Erkennungs- wie auch Überwachungsmethoden im ständigen Einsatz. Aber ebenso, wie die Photogrammetrie innerhalb hegemonialer Infrastrukturen wirkt, so nutzen auch Aktivist:innen und Künstler:innen die Technik, um investigativ, aktivistisch und ästhetisch zu experimentieren. In diesem Seminar versuchen wir – gleichermaßen medientheoretisch wie medienpraktisch – zu erforschen, welche praxiografischen Interventionen mittels photogrammetrischer Technologien für künstlerisch-investigative, politisch-aktivistische sowie medienökologisch-ästhetische Prozesse ermöglicht werden können.

Zusätzliche Informationen:
Testat: Aktive Teilnahme an Diskussionen + konzeptionelle und medientechnische Herstellung
 
   
Medienrecht

Dozenten: Prof. Dr. Nico Heise, Dr. Saskia Ostendorff
Termin: Di 14-16
Ort: FHP, D 105
SWS: 2
Studiengang: BA, MA
Module (BA): 3
Module (MA): 8
Pflichtveranstaltung: ja
Veranstaltungsart: Seminar
Leistungspunkte: 2
Zielgruppe: ab 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung: 25

Beschreibung:
Rechtspolitische Fragen waren immer wieder Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen - sei es um die Notstandsgesetzgebung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Frage des Abtreibungsverbots, den großen Lauschangriff oder die gleichgeschlechtliche Ehe. Selten aber sind rechtspolitische Diskussionen gerade zum Medienrecht und dem Recht des geistigen Eigentums auf so viel Resonanz in der Allgemeinheit gestoßen. War etwa das Urheberrecht sehr lange Zeit ein Rechtsgebiet für Spezialisten, so bringt das Thema "Uploadfilter" mittlerweile Tausende auf die Straßen. Die Regierung von Sachsen-Anhalt stoppt unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit die Abstimmung über den Rundfunkstaatsvertrag. Und die europäische Datenschutzreform rief Lobbyisten und NGOs in zuvor kaum gekannter Zahl auf den Plan, wurde dann doch verabschiedet und entwickelt sich nach und nach zu einem globalen "Gold Standard". Die Corona-Pandemie stellt Datenschutz-Prinzipien wiederum auf den Prüfstand (Stichwort "Tracking-App") und führt uns generell deutlich vor Augen, wie abstrakte juristische Fragen - etwa zum Infektionsschutzgesetz - unser aller Leben bestimmen. Diese kurze Beschreibung soll verdeutlichen, dass sich das Seminar zwar auf medien- und urheberrechtliche Aspekte konzentrieren, aber auch den Prozess der Gesetzgebung darüber hinaus thematisieren wird. Rechtsetzung und Rechtsanwendung fallen nicht vom Himmel, sind auch nicht nur eine Spezialmaterie für Experten, sondern betreffen uns täglich und unmittelbar. Wir werden daher das Seminar dafür nutzen, im Rahmen von Vorträgen, Gruppenarbeiten und Diskussionen unterschiedliche Aspekte des Rechts zu bearbeiten und damit das Verständnis für diese Prozesse zu erhöhen.

Zusätzliche Informationen:
Das Seminar schließt an die Vorlesung zum Urheber-, Design- und Medienrecht an und setzt eine erfolgreiche Teilnahme an dieser Vorlesung in einem der vorhergehenden Semester voraus. Testat: Referat ggfs. mit Verschriftlichung, Lernprotokoll, Seminar- bzw. Vorlesungsprotokolle oder andere universitäre schriftliche Übungsformen.
 
   
Modul 9: Kolloquium
 
   
Laboratorium

Dozenten: Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Prof. Anne Quirynen
Termin: Mittwoch, 12Uhr bis 14Uhr
Ort: FHP, D 108
SWS: 2
Studiengang: MA
Module (MA): 9
Pflichtveranstaltung: -
Veranstaltungsart: Kolloquium
Leistungspunkte: 6
Teilnehmerbegrenzung: 15

Beschreibung:
Beim LABORATORIUM handelt es sich um eine experimentelle Form des Kolloqiums. Die Besonderheit des LABORATORIUMS besteht darin, dass Masterstudierende aller Semester gemeinsam daran teilnehmen können. Es soll ein Ort des Experimentierens sein. So hat jede*r Studierende bereits während des Studiums die Möglichkeit, Themen, die ihn*sie abseits der angebotenen Lehrveranstaltungen interessieren in diese alternative Form des Kolloquiums einzubringen und mit den anderen zu diskutieren. Das Kolloquium LABORATORIUM unterstützt die Studierenden insbesondere bei der Themenfindung, der Operationalisierung von Forschungsproblemen, Literaturrecherchen und Strukturierung von Arbeiten.

Zusätzliche Informationen:
Das Kolloqium wird als Präsenzveranstaltung im Raum 103 (Haus D) auf dem FH-Campus stattfinden. Die aktuellen Regeln zum Umgang mit der Pandemie (Abstandsgebot, 3G-Regel etc.) gemäß der Corona-Umgangsverordnung sind hier einzusehen: https://www.fh-potsdam.de/corona-info/