Research Projects 2015
DFG Graduiertenkolleg 1539 ›Sichtbarkeit und Sichtbarmachung‹ | Öffentliche Ringvorlesung

04.05.2015 – 06.07.2015 | 18:00 Uhr - 20:00 Uhr | Ringvorlesung | KW Insitute for Contemporary Art, Berlin
FORENSISCHE ÄSTHETIK: INTERDISZIPLINÄRE BETRACHTUNGEN
Matteo Pasquinelli, Marco Siegert, James Frieze, Sybille Krämer, Ralph Rugoff, Andree Korpys/Markus Löffler
Forensische Methoden und Erscheinungsweisen stellen gegenwärtig einen nicht zu übersehenden Trend in Kunst und Kritik dar. Theoretiker/innen sprechen von forensischer Ästhetik und einige gehen sogar so weit, einen »forensischen turn« auszurufen, worunter gemeinhin eine Wende weg vom menschlichen Zeugen hin zur Zeugenschaft von sprechenden Dingen und Orten verstanden wird. Doch was genau ist dieser »forensische turn«? Leben wir tatsächlich in einer forensischen Gegenwart? Was ist mit unseren forensischen Vergangenheiten und Zukünften? Inwiefern verhandelt die forensische Privilegierung von Materialität das Verhältnis von An- und Abwesenheit neu – und zwar speziell unter den Bedingungen einer zunehmend digitalen Gegenwart? Und worin besteht das politische Potential von forensischer Ästhetik als theoretischem Konzept und kritischer Praxis? Die Ringvorlesung bringt internationale Expert/innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um diese und weitere Fragen zu erläutern. Ziel ist es, eine dezidiert interdisziplinäre Perspektive zu eröffnen, die Positionen aus Kunst und Kunstwissenschaft, Kriminologie, Datenforensik, Medienwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft einschließt. Angelehnt an die Idee des Forums als öffentlicher Raum der Versammlung und Verhandlung wollen wir an sechs Terminen gemeinsam mit unseren Gästen der Frage nachgehen, inwiefern wir von einem »forensischen turn« sprechen können und welche politischen, wissenschaftlichen und ästhetischen Potentiale, Versprechen und Fallstricke das Konzept beinhaltet. In Anbetracht des Fokus des Graduiertenkollegs sind wir insbesondere daran interessiert auszuloten, inwiefern sich das Konzept einer forensischen Ästhetik als reflexive Methode zur Analyse von Prozessen der Sichtbarmachung und der Konstruktion von Bild- und Blickbeziehungen verstehen und implementieren lässt.
Organisiert und konzipiert von Svea Bräunert, Judith Dobler, Anne Kern, Tobias Schöttler
Das Graduiertenkolleg ›Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens‹ erforscht zusammen mit der Fachhochschule Potsdam, dem PIK Potsdam und der Freien Universität Berlin Visualisierungsformen in Wissenschaft und Kunst.
FORENSISCHE ÄSTHETIK: INTERDISZIPLINÄRE BETRACHTUNGEN
Matteo Pasquinelli, Marco Siegert, James Frieze, Sybille Krämer, Ralph Rugoff, Andree Korpys/Markus Löffler
Forensische Methoden und Erscheinungsweisen stellen gegenwärtig einen nicht zu übersehenden Trend in Kunst und Kritik dar. Theoretiker/innen sprechen von forensischer Ästhetik und einige gehen sogar so weit, einen »forensischen turn« auszurufen, worunter gemeinhin eine Wende weg vom menschlichen Zeugen hin zur Zeugenschaft von sprechenden Dingen und Orten verstanden wird. Doch was genau ist dieser »forensische turn«? Leben wir tatsächlich in einer forensischen Gegenwart? Was ist mit unseren forensischen Vergangenheiten und Zukünften? Inwiefern verhandelt die forensische Privilegierung von Materialität das Verhältnis von An- und Abwesenheit neu – und zwar speziell unter den Bedingungen einer zunehmend digitalen Gegenwart? Und worin besteht das politische Potential von forensischer Ästhetik als theoretischem Konzept und kritischer Praxis? Die Ringvorlesung bringt internationale Expert/innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um diese und weitere Fragen zu erläutern. Ziel ist es, eine dezidiert interdisziplinäre Perspektive zu eröffnen, die Positionen aus Kunst und Kunstwissenschaft, Kriminologie, Datenforensik, Medienwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft einschließt. Angelehnt an die Idee des Forums als öffentlicher Raum der Versammlung und Verhandlung wollen wir an sechs Terminen gemeinsam mit unseren Gästen der Frage nachgehen, inwiefern wir von einem »forensischen turn« sprechen können und welche politischen, wissenschaftlichen und ästhetischen Potentiale, Versprechen und Fallstricke das Konzept beinhaltet. In Anbetracht des Fokus des Graduiertenkollegs sind wir insbesondere daran interessiert auszuloten, inwiefern sich das Konzept einer forensischen Ästhetik als reflexive Methode zur Analyse von Prozessen der Sichtbarmachung und der Konstruktion von Bild- und Blickbeziehungen verstehen und implementieren lässt.
Organisiert und konzipiert von Svea Bräunert, Judith Dobler, Anne Kern, Tobias Schöttler
Das Graduiertenkolleg ›Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens‹ erforscht zusammen mit der Fachhochschule Potsdam, dem PIK Potsdam und der Freien Universität Berlin Visualisierungsformen in Wissenschaft und Kunst.