Theses 2023
Horchen/Hören - ein Audiowalk zur sinnlichen Erweiterung der wahrgenommenen Umgebung mit Hilfe akustischer Kartographie

Oskar Smollny (MA)
Betreuung:Prof. Dr. Birgit Schneider, Prof. Anne Quirynen
Welchen Einfluss haben Karten auf unsere Raumwahrnehmung? Welche alternativen Repräsentationsansätze gibt es? Die vorliegende Arbeit dient als begleitende Theorie und Dokumentation des Workshops „Horchen/Hören“ und befasst sich mit der Frage, welche Wirkmacht von Karten ausgeht und wie diese Erkenntnisse das Verhältnis zwischen Karte und Territorium beeinflussen. In dem Vorgang der Ontologisierung, welcher die Rückwirkung von Repräsentationen auf die Welt beschreibt, liegt Herausforderung und Chance der Kartographie. Über die Auseinandersetzung mit indigen-australischer Astronomie und der damit verbundenen Kartographie-Praxis, welche seit Jahrtausenden als oral history und übers Gehen tradiert wird, schlägt der Autor die Brücke zur Spaziergangswissenschaft, welche die Methodik des Workshops als kulturanthropologische Praxis verortet, bevor mit Maurice Merleau-Pontys Wahrnehmungstheorie für eine notwendige Verunschärfung in unserer Karten- und Umgebungswahrnehmung argumentiert wird. Der Praxisteil begründet mit Gernot Böhmes Atmosphärenbegriff die Wahl des Mediums „Audiowalk“ und erläutert Herangehensweise und Schlüsse aus der Konzeption und Durchführung des Workshops.