Theses 2020
Im Garten graben. Ein Buchprojekt über Erkenntnisgewinn durch Naturwahrnehmung.

Rebecca Vaßen (MA)
Betreuung: Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Birgit Schneider
Berlin, das ist slawisch für ‚Sumpf‘. In diesem Sumpf, in dem alles zusammen kommt, gärt und kompostiert, pflege ich einen Garten, der mich gelehrt hat, dass alles mit allem verbunden ist. Hier, im Garten, grabe ich nach Geschichten und verflechte meine gewonnenen Erkenntnisse, wissenschaftliche wie sinnliche, in Essays zusammen. Mein Untersuchungsobjekt, der Garten, ist jedoch ein Ort der menschlichen Kulturgeschichte und daher keineswegs unschuldig. Für mich heißt das, dass ich zunächst klären muss, was einen Garten qualifiziert und welche Ideen in ihm zu Hause sind, bevor ich seine Geschichten erzählen kann. Mit Donna Haraway, die für mich das Paradigma einer verflochtenen Welt und Handlungsmaxime darin zuwirft, Gilles Clément, der eine praxisorientierte, gärtnerische Sicht mit seiner Vorstellung des Planetarischen Gartens inmitten dieser Verflechtungen hineinspinnt und schließlich mit Ludwig Fischer, der mit seinen Ausführungen zum Nature Writing die Grundlage für das Schreiben erdgebundener Geschichten liefert, webe ich die Erzählungen eines Berliner Hinterhofgartens zusammen.