Theses 2020

Fargo – Ein Neo-noir Film

Dalia Moeller

Betreuung: Prof. Dr. Jan Distelmeyer / Dr. Katrin von Kap-herr

Vor dem Hintergrund der unscharfen Begrifflichkeiten des Film noir und Neo-noir, erarbeitet die vorliegende Arbeit die zentralen Elemente dieser Schlagwörter. Als Methode wurde dabei die Analyse des Films Fargo (1996) der Brüder Coen gewählt, der häufig mit dem Attribut Neo-noir versehen wird. Die Arbeit untersucht hierbei die eigene These, dass es sich bei Fargo um einen „typischen“ Neo-noir Film handelt. Um sich dem Thema zu nähern, wurden zunächst die Zuschreibungen betrachtet, die Fargo als einen solchen Film bezeichnen. Durch eine nähere Analyse des Film noir und Neo-noir entstand die Erkenntnis, dass es sich nicht um zwei getrennte Begrifflichkeiten handelt, sondern Neo-noir vielmehr als eine Erweiterung und Weiterführung des Film noir zu betrachten ist. Mit den vorangegangenen Erkenntnissen wurden die Zuschreibungen als Neo-noir Film in Fargo wieder aufgegriffen und der Film anhand hervorstechender Merkmale und exemplarischer Szenen dahingehend analysiert. Als Ergebnis konnte die aufgeworfene These bestätigt werden. Denn gerade die Tatsache, dass Fargo auf den ersten Blick nicht wie ein Neo-noir Film erscheint ist „typisch“ für das bewusste Spiel mit Erwartungen und stilistischen Anspielungen vieler Neo-noir Filme. Der Film enthält zudem die thematischen Elemente, wie Kriminalität, Isolation, Versagen und Begierde, die zentral für noir Filme sind.