Theses 2007
Europa und die Frage nach dem Anderen - europäische Selbstfindung in der Türkeibeitrittsfrage
Krasimira Antimova
Betreuung: Prof. Dr. Dieter Mersch, Prof. Winfried Gerling
Masterarbeit
Die derzeitigen Debatten über Europa und seine Zukunft geben den Anlass für die vorliegende Arbeit. Es geht um Europa und das Andere. Um ein Europa, das nie existiert hat, aber gelebt wird und sich gleichzeitig immer wieder neu erfindet.
Bereits die Anfänge Europas stellen ein Rätsel dar, ein langsames Suchen nach Identität. Das Spannungsfeld von Undeutlichkeit, Gegensätzen, Vielfalt und Veränderungen gilt es zu untersuchen.
Hat diese Idee von Europa nur mit inneren Gegebenheiten und der Einheit in der Vielfalt zu tun oder vielleicht doch mehr mit Abgrenzung nach außen? Europa versucht immer wieder sich von der Alterität her zu bestimmen. Ins Visier der Untersuchung geraten dabei Abgrenzung, Differenzierung, Kontrastierung, das sich Entdecken im Anderen und Kolonialisierung. Die Konstruktion eines Gegenbildes des Anderen, bestimmt durch Machtverhältnisse, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das Andere kann sich auch innerhalb Europas befinden: die Migranten müssen sich in Europa integrieren und suchen gleichzeitig ihre eigene Identität zu bewahren.
Die EU ist zentraler Bezugspunkt des europäischen Einigungsprozess geworden. Wichtig dabei ist die Konstruktion eines Gegenbildes im Sinne von non-EU und die von ihm implizierte Bedrohung von Außen. Nachdem die osteuropäischen Länder ihren Weg zurück nach Europa gefunden haben und in die EU aufgenommen wurden, muss ein neues Gegenbild gefunden werden.
Die Konstruktion neuer äußerer Herausforderungen im Licht des Erweiterungsprozesses bietet der EU eine Möglichkeit der Exklusion (Abgrenzung zu anderen Ländern) durch Inklusion neuer Staaten (und deren Europäisierung). Die Türkei spielt in diesem Prozess eine spezifische Rolle. Die EU-Türkei-Debatte wird zum Gegenstand der Arbeit, denn in dieser Diskussion geht es eigentlich nicht nur um das Beitrittsland, sondern auch um Europa an sich und um die (Er-)Findung Europas. Die festgelegten Aufnahmekriterien helfen Europa dabei, sich zu definieren, und der Europäisierungsprozess führt wieder zu einem imperialistischen Ansatz zurück.
Findet Europa sich selbst im Zuge des Erweiterungsprozesses und in der damit einhergehenden Gegenbildkonstruktion der Beitrittsländer, konkretisiert in der Türkeibeitrittsfrage?
Betreuung: Prof. Dr. Dieter Mersch, Prof. Winfried Gerling
Masterarbeit
Die derzeitigen Debatten über Europa und seine Zukunft geben den Anlass für die vorliegende Arbeit. Es geht um Europa und das Andere. Um ein Europa, das nie existiert hat, aber gelebt wird und sich gleichzeitig immer wieder neu erfindet.
Bereits die Anfänge Europas stellen ein Rätsel dar, ein langsames Suchen nach Identität. Das Spannungsfeld von Undeutlichkeit, Gegensätzen, Vielfalt und Veränderungen gilt es zu untersuchen.
Hat diese Idee von Europa nur mit inneren Gegebenheiten und der Einheit in der Vielfalt zu tun oder vielleicht doch mehr mit Abgrenzung nach außen? Europa versucht immer wieder sich von der Alterität her zu bestimmen. Ins Visier der Untersuchung geraten dabei Abgrenzung, Differenzierung, Kontrastierung, das sich Entdecken im Anderen und Kolonialisierung. Die Konstruktion eines Gegenbildes des Anderen, bestimmt durch Machtverhältnisse, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das Andere kann sich auch innerhalb Europas befinden: die Migranten müssen sich in Europa integrieren und suchen gleichzeitig ihre eigene Identität zu bewahren.
Die EU ist zentraler Bezugspunkt des europäischen Einigungsprozess geworden. Wichtig dabei ist die Konstruktion eines Gegenbildes im Sinne von non-EU und die von ihm implizierte Bedrohung von Außen. Nachdem die osteuropäischen Länder ihren Weg zurück nach Europa gefunden haben und in die EU aufgenommen wurden, muss ein neues Gegenbild gefunden werden.
Die Konstruktion neuer äußerer Herausforderungen im Licht des Erweiterungsprozesses bietet der EU eine Möglichkeit der Exklusion (Abgrenzung zu anderen Ländern) durch Inklusion neuer Staaten (und deren Europäisierung). Die Türkei spielt in diesem Prozess eine spezifische Rolle. Die EU-Türkei-Debatte wird zum Gegenstand der Arbeit, denn in dieser Diskussion geht es eigentlich nicht nur um das Beitrittsland, sondern auch um Europa an sich und um die (Er-)Findung Europas. Die festgelegten Aufnahmekriterien helfen Europa dabei, sich zu definieren, und der Europäisierungsprozess führt wieder zu einem imperialistischen Ansatz zurück.
Findet Europa sich selbst im Zuge des Erweiterungsprozesses und in der damit einhergehenden Gegenbildkonstruktion der Beitrittsländer, konkretisiert in der Türkeibeitrittsfrage?