Theses 2006

Harmonien und Dissonanzen in einer urbanen Komposition. Ein analytisches Porträt der Luisenstadt (Berlin) als kommunikativer Raum

Markus Winkler

Betreuung: Dr. Christine Hanke, Frederic Schröder
Bachelorarbeit

Die Arbeit „Harmonien und Dissonanzen in einer urbanen Komposition“ entwickelt eine medienwissenschaftliche Perspektive für das interdisziplinäre Feld der Stadt- und Landschaftsforschung. Als exemplarischer Stadtraum wird die Berliner Luisenstadt im Hinblick auf ihre Rolle als kommunikativer Raum untersucht. Von Bedeutung ist hierbei nicht nur die zwischenmenschliche Kommunikation, die sich innerhalb dieses Stadtteils abspielt, sondern vielmehr auch die Kommunikation zwischen Mensch und Stadtraum sowie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Stadträumen.
Die Luisenstadt eignet sich in besonderer Weise als Betrachtungs-Objekt, da sie auf engstem Raum die Geschichte ganz Berlins widerspiegelt und einen Blick auf die Auswirkungen vieler verschiedener städtebaulicher und politisch-sozialer Ideologien gewährt.
In der Arbeit werden Wahrnehmungserlebnisse im städtischen Raum mit einer theoretischen Auswertung verbunden. Unter Einsatz der Arbeitsbegriffe Dichte/Enge und Weite/Leere geht Markus Winkler davon aus, dass eine Stadt ihrer Funktion als zentraler Ort des Austausches von Informationen, Kultur, Waren etc. nur gerecht werden kann, wenn sie aufgrund ihrer Struktur möglichst viele (positive!) kommunikative Prozesse ermöglicht. In diesem Zusammenhang wird der modernistische Städtebau kritisiert, der in der ersehnten Befreiung aus der "Enge" der Vorkriegs-Städte gleichzeitig zu einer neuen "Leere" führte, welche alle positiven Aspekte von Urbanität vernichtete.
Vor diesem Hintergrund plädiert Markus Winkler für eine verstärkte (Rück-)Besinnung auf die Bedeutung urbaner Kommunikation und struktureller Dichte. Gleichzeitig entwirft die theoretische angeleitete Analyse des Stadtraums Luisenstadt sowohl Anwendungsmöglichkeiten u.a. für die Stadtplanung als auch Perspektiven für die weitere Forschung und verdeutlicht dabei insbesondere das Potential medienwissenschaftlicher Stadtforschung.