PD Dr. Martina Leeker



Courses
Summer 2019
From "Theatre and Engineering" to "Theatre and Digitality"
Digitale Kulturen, deren Beginn man in den 1960er Jahren verankern kann, gehen einher mit Theater/Performance mit Medien und Technologie. 1966 werden z. B. in den „9 Evenings“ der Nonprofitorganisation „Theatre and Engineering“ (E.A.T.) - im Kontext der Verbreitung von Computern und kybernetischen Systemen - technische Dinge sowie ein technisch aufgerüstetes Environment selbst zu Performenden. Dies katapultiert menschliche Agierende in ein Wechselspiel zwischen einem Status als Agenten der Technik und handlungsmächtigen Subjekten. In den 1980er/1990er Jahren werden im Kontext der Erarbeitung des Ubiquitous Computing Performances in interaktiven Installationen auffällig, deren Besuch Menschen in ein hochsensibles Drin-Sein in technischen Umwelten befördert. Seit Mitte der 2010er Jahre ist Technologie nun in Zeiten der Norm- und Normalwerdung digitaler Kulturen im eher traditionellen Theater angekommen. Theater entwickelt jetzt posthumane Geschichten von Menschen, die zum integralen Bestandteil umfassender und unausweichlicher technischer Umwelten werden. Theater/Performance mit Medien und Technologie zeigt sich mithin im Zusammenspiel mit sich verändernden Medienkulturen als Labor für „Technikgeschichten des Menschen“. Im Seminar wird anhand von ausgewählten historischen Beispielen und aktuellen Inszenierungen diese Technikgeschichte rekonstruiert. In Frage stehen zum einen deren kulturelle Beiträge. Zum anderen ist zu besprechen, wie andere Technikgeschichten erzählt werden können, sollten sich die von „Theater und Engineering“ und „Theater und Digitalität“ als problematisch erweisen.

Bestandteil des Seminars sind maximal 4 Exkursionen zu Theateraufführungen zum Thema, die möglichst je vor den einzelnen Terminen am Mittwoch stattfinden.
Dozent
Termin
Mittwoch, 15 – 19 Uhr, 1 x pro Monat: 17.4., 15.5., 12.6, 10.7. plus: 4 Exkursio
Ort
FHP D 116
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Winter 2018/2019
Performing the Digital
In digitalen Kulturen entsteht eine posthumane (mehr-als-menschliche) Performativität. Das heißt, menschliche Agierende werden von den Operationen technischer Dinge performt, und umgekehrt. Beispiele finden sich in Tanz, Performance, Theater und Kunst ebenso wie in digitalen Alltagskulturen, z. B. in Financial Trading, OPs mit Robotern, Assistenzsystemen in der Pflege oder Selbstquantifizierung. Interessant ist, dass wir mit einer freiwilligen Bindung an technische Agenten konfrontiert sind, in der menschliche Agierende frohgemut und unbedarft Daten abgeben. Im Seminar werden durch Exkursionen und Präsentationen konkrete Fallbeispiele posthumaner Performativität rezipiert und analysiert. Es steht in Frage, ob und wie in Kunst und Alltag die gleichsam totale Konnektivität sichtbar gemacht und das Prothesentum der menschlichen Agierenden unterlaufen werden kann.


Grundlage für das Seminar ist die Publikation: Performing the Digital. Performativity and Performance Studies in Digital Cultures, Hg: Leeker/Schipper/Beyes, transcript Verlag 2017. Komplettes PDF unter:
http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-3355-9/performing-the-digital/
Dozent
Termin
Blockseminar
Ort
UP 1.02.1.10 sowie an Samstagen: 1.09.2.04
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
SE
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA 3. Sem.
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Exkursionen:
Sonntag: 11.11. 17.30 Uhr bis ca. 20 Uhr: Berliner Ensemble
17.30 Uhr: Einführung; 18 – 20 Uhr Aufführung
Die Parallelwelt
Eine Simultanaufführung zwischen Berliner Ensemble und Schauspiel Dortmund
von Alexander Kerlin, Eva Verena Müller und Kay Voges

Vorschläge: 16.11.2018
Je Eintritt frei:
SO FAR | 1985 | Die Cyborg als Figur
Freitag, 16. November 2018, 19.30 Uhr, diffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Crellestr. 22

BE:
ab 21.45 Uhr: Nachbesprechung zu: Parallelwelt
Theater trifft Wissenschaft: Quantensprung
Die Parallelwelt ist Science Fiction, in Bilder übersetzte Quantenphysik auf dem Theater. Was wäre, wenn die seltsamen Gesetze aus der Welt des Allerkleinsten auch für die Welt im Großen gelten würden? Die Co-Autorin und Produktionsbeteiligte sprechen mit einem Physiker über die Naturwissenschaft als Inspirationsquelle für Kunst, Philosophie und das Leben selbst.