Janna Kienbaum

Janna Kienbaum

Networked Images Akademische Mitarbeiterin

Universität Potsdam, Institut für Künste und Medien
Haus 2, R. 1.11
Am Neuen Palais 10
jkienbau@uni-potsdam.de



Courses
Winter 2018/2019
Der Bildvergleich und sein Medium - Von der Diaprojektion zu den Algorithmen
Aktuelle Web-Dienste wie die Bildähnlichkeitssuche von Google, der Social Media Plattform „Pinterest“ oder auch der bayerischen Staatsbibliothek ermöglichen den Userinnen und Usern anstelle eines bestimmten Suchwortes zunehmend eine Bildrecherche anhand bildintrinsisch vergleichbarer Merkmale der Form (Farbe, Kontrast, Struktur). In der Bildforschung, innerhalb der so genannten Digital Humanities bzw. Digitalen Kunstgeschichte, gerät das Potenzial digital vorliegender Bildmassen und deren potenzieller Analyseebenen (der Form-, Kontext und Metadaten) zunehmend in den Fokus der Untersuchungen. Algorithmische Verfahren wie Pattern Recognition und digitale Visualisierungstechniken wie das Distant Viewing werden erprobt, um hinsichtlich der formalen Vergleichbarkeit und Ähnlichkeit visueller Motive neue Aussagen und Cluster in ihnen ausfindig machen zu können (z.B. Cultural Analytics von Lev Manovich). Die Webanwendung „Google Arts and Culture Experiments“ als Schnittstelle von musealer Kunst und Computer Science bereitet u.a. ganze Bildlandschaften digitaler Kunstsammlungen auf, die algorithmisch nach formalen Ähnlichkeitskriterien sortiert und interaktiv „begehbar“ sind.
Das Seminar widmet sich aktuellen digitalen Methoden und Web-Diensten, in denen der Bildvergleich als (bewusste) Methodik auftritt und untersucht kritisch sein erkenntnistheoretisches Potenzial. Es thematisiert die Ebenen von Ähnlichkeit als Erkenntnismotor und hinterfragt die epistemische Aussagefähigkeit der Sammlungs- und Analysemethoden wie Computer Vision oder Machine Learning, die gegenüber einer textbasierten bzw. philologischen Bestimmung der Bilder in erster Linie auf deren formal kompositorische Eigenschaften bauen.
Ein Großteil des Seminars beschäftigt sich dabei mit dem Ursprung des Bildvergleichs als Methode, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Entstehen der Kunstgeschichte als akademische Disziplin stark prägte. Es wird somit das medientechnische Dispositiv, das der Vergleich bereits in seiner Geschichte mit der Entstehung der Doppeldiaprojektion und fotografischer Bildanordnungen mit sich führt, betrachtet und so ein medienarchäologischer Blick auf das Thema gelenkt. Das Seminar beleuchtet neben medienwissenschaftlichen Fragestellungen somit ebenso Ansätze aus der Kunsthistorik und Bildwissenschaft.
Dozenten
Termin
donnerstags 14-16 Uhr
Ort
1.22.0.38 NP
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
3. FS
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
An zwei Terminen wird Paul Heinicker vom Interaction Design Lab der Fachhoschule Potsdam das Seminar als Gast begleiten.
Summer 2018
Digital Technologies in Museums
Die ‚digitale Revolution‘ ist längst auch im Museum angekommen. Digitalisierungsstrategien zielen häufig insbesondere darauf ab, mit aktuellen Entwicklungen Schritt zu halten, die Institution attraktiver zu gestalten und neue Zielgruppen zu akquirieren. Im Projektseminar geht es jedoch nicht allein um die Diskussion von internetbasierten Anwendungen, vielmehr untersuchen wir darüber hinaus, wie digitale Technologien die musealen Grundannahmen und Funktionen verändern. Wie etwa ist der Status des auratischen Originals angesichts der Digitalisierung zu bewerten? Wie verändern sich Sammlungsstrukturen? Oder welche (neuen) Formen der Interaktion und Vermittlung lassen sich in Ausstellungen denken? Das Projektseminar wird in Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte stattfinden und im Rahmen der dort geplanten Digitalisierungsstrategien Ideenkonzepte entwickeln.
Dozenten
Dr. Daniela Döring, Janna Kienbaum
Termin
Di 10-14h
Ort
UP 1.09.2.04
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 3
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Projektseminar
Leistungspunkte
5
Teilnehmerbegrenzung
15
Zusätzliche Informationen
Der gemeinsame Besuch der Mai-Tagung "Museums and the Internet" in Potsdam, vom 14.-15. Mai 2018 ist obligatorischer Teil des Projektseminars.

Beginn: 17.4.!
Digital Aesthetics
Im Seminar befassen wir uns einerseits mit der Geschichte der digitalen Ästhetik. Hier schauen wir uns für Deutschland den Kreis um Max Bense an, wo in den 1950er und 1960er Jahren unterschiedliche Konzepte für eine Ästhetik auf der Basis elektronischer Rechenanlagen entwickelt wurden sowie in den USA das Werk von Gyorgy Kepes, einem universellen Designtheoretiker, der seit 1945 am Massachussetts Institute of Technology arbeitete. Beide entwickelten eigene Ansätze an eine Ästhetik als Programm. Resultat waren z.B. stochastische Texte und verschiedenste Formen der frühen Computergrafik noch vor jedem Bildschirm – unter dem Anspruch einer neuen Kunst.
Andererseits verknüpfen wir die Fragen der digitalen Ästhetik mit gegenwärtigen Fragen automatischer Bildanalyse, wie sie beispielsweise mit 'Computer Vision' heute praktiziert wird, wobei das Google Cultural Institute als Global Player der automatisierten Ikonografie auftritt. Was verändern so genannte 'algorithms of beauty'? Welche Bereiche der Ästhetik lassen sich programmieren? Und was sind die Visionen bzw. wie weit ist die Computer Vision im Aufspüren von Ästhetik heute?
Dozenten
Termin
montags, 12-16 Uhr
Ort
NP, 1.09.2.04
SWS
4
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
4
Teilnehmerbegrenzung
25