
Martin Stefanov
Europäische Medienwissenschaft Lehrbeauftragter
Universität Potsdam
Martin.Stefanov@uni-potsdam.de
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nach Vereinbarung
Courses
Winter 2016/2017
Avant-garde Film – its Practice and its Theory
Was ist eigentlich Avantgardefilm? Dies soll die erste Hauptfrage sein, die uns im Seminar beschäftigt. Wovon grenzt er sich ab? Vom narrativen Film? Vom kommerziellen? Vom formelhaften? Vom approbierten? Besteht eine mögliche Definition vielleicht gerade in ebenjener Abgrenzung? Und wie müsste eine derartige Abgrenzung dann beschaffen sein? Was wäre an Filmen überhaupt problematisch, die nicht avantgardistisch sind? Was sind die Bedingungen dafür, dass eine solche Negation von etwas für problematisch Gehaltenem triftig ist? Und kann uns vielleicht gerade der von vielen Seiten als überholt verabschiedete Begriff ‚Avantgarde’ dabei helfen, Filme der Moderne und Postmoderne besser zu verstehen? Dafür werden wir uns in einem ersten, kürzeren Teil des Seminars mit den Leitbegriffen ‚Avantgarde’, ‚Negation’, ‚Moderne’ und ‚Postmoderne’, ‚Norm’ und ‚Abweichung’ beschäftigen, mit ihren unterschiedlichen Definitionen und Implikationen.
Im zweiten, längeren Teil sollen diese Begriffe dann als Analyseinstrumente für die Erschließung von Texten und Filmen gleichermaßen erprobt werden. Dabei soll in den Sitzungen abwechselnd ein theoretischer Text und ein Film im Mittelpunkt stehen und mit den Leitbegriffen konfrontiert werden: Was kann uns etwa Jean-François Lyotards Begriff der ‚unfruchtbare Differenz’ über Negation oder Peter Wollens Begriff der ‚counter strategies’ über Avantgarde lehren? Und wie grenzen sich etwa Peter Tscherkasskys Filme von gängiger Narration oder Carmelos Benes Filme von einer realistischen Raum- und Körper-Darstellung ab? Wie kann Avantgardefilm eigentlich aussehen und was kann er uns über das zeigen, was in der Welt und im Normalfilm – gerade heute – verborgen bleibt? Dies soll die zweite Hauptfrage des Seminars sein.
Im Seminar wird also beispielhaft in die Geschichte der Kunst und ihrer Theoretisierung im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert eingeführt. Dabei dient die Fokussierung auf den Avantgardefilm dazu, einen konsistenten Strang aus der Entwicklung der Künste herauszugreifen und zu verfolgen und so die Leitfragen medienspezifisch beantworten zu können. Filmhistorische Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung, lediglich das Interesse daran, sich mit möglicherweise Unvertrautem auseinanderzusetzen.
Im zweiten, längeren Teil sollen diese Begriffe dann als Analyseinstrumente für die Erschließung von Texten und Filmen gleichermaßen erprobt werden. Dabei soll in den Sitzungen abwechselnd ein theoretischer Text und ein Film im Mittelpunkt stehen und mit den Leitbegriffen konfrontiert werden: Was kann uns etwa Jean-François Lyotards Begriff der ‚unfruchtbare Differenz’ über Negation oder Peter Wollens Begriff der ‚counter strategies’ über Avantgarde lehren? Und wie grenzen sich etwa Peter Tscherkasskys Filme von gängiger Narration oder Carmelos Benes Filme von einer realistischen Raum- und Körper-Darstellung ab? Wie kann Avantgardefilm eigentlich aussehen und was kann er uns über das zeigen, was in der Welt und im Normalfilm – gerade heute – verborgen bleibt? Dies soll die zweite Hauptfrage des Seminars sein.
Im Seminar wird also beispielhaft in die Geschichte der Kunst und ihrer Theoretisierung im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert eingeführt. Dabei dient die Fokussierung auf den Avantgardefilm dazu, einen konsistenten Strang aus der Entwicklung der Künste herauszugreifen und zu verfolgen und so die Leitfragen medienspezifisch beantworten zu können. Filmhistorische Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung, lediglich das Interesse daran, sich mit möglicherweise Unvertrautem auseinanderzusetzen.
Dozent
Martin Stefanov
Termin
Mittwoch, 16 bis 18 Uhr c. t.
Ort
UP 1.22.039
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
Bachelor ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
keine
Winter 2012/2013
Gilles Deleuze's film philosophy
Bereits die ‚Bewegung’ und ‚Bild’ gewidmeten Einstiegsüberlegungen von „Das Bewegungs-Bild – Kino 1“ zeugen davon, dass Deleuzes Begriffe „in keiner Weise positivistische Basiseinheiten, nicht formale Aufbau-Elemente sind, im Gegenteil. Jeder Begriff ist – auf jedem Niveau – sofort mit komplexen Theorien geladen“ (Ludwig Nagl). So verhandelt auch der gänzlich am Schema des ‚sensomotorischen Mechanismus’ orientierte erste Band schon immer wahrnehmungs-, handlungs-, subjekt- und sprachtheoretische Probleme mit. Dieses für das ‚klassische Kino’ entscheidende Schema, das zugleich einer eigenwilligen Bergson- wie Peirce-Lektüre entspringt, ist es, das im Moment seiner vollen Entfaltung im ‚Aktionsbild’ in eine vielschichtige, weil zugleich filmhistorische, filmästhetische, real- und philosophiegeschichtliche Krise gerät. Der Film vollzieht hier modo aesthetico den „Wechsel von ‚Systemphilosophie’ zu ‚Differenzphilosophie’ nach (Schaub), indem die sensomotorisch tendenziell gebändigten Bilder des Bewegungs-Bildes sich einem neuen Typus, dem des Zeit-Bildes zu verpflichten beginnen. Der anders strukturierte, mehr Nietzsche und einem „Bergsonism beyond Bergson“ (Éric Alliez) verpflichtete zweite Band „Das Zeit-Bild – Kino 2“ beschreibt, wie ein über den Bildinhalt hinausweisender Modus, die kompakte Logik des ‚klassischen Kinos’ durchbricht, um zu einem ‚modernen’ zu werden. Während ‚Traum-’ und ‚Erinnerungs-Bild’ noch mit Unzulänglichkeiten behaftet sind, kann das ‚Kristallbild’ eine tatsächliche ‚Virtualisierung’, eine Selbstverdopplung herbeiführen, die das Bild seiner Fraglosigkeit enthebt und es zum Anstoß für alethiologische (‚Die Mächte des Falschen’) und post-theologische Fragen (eines paradoxen ‚Glaubens an diese Welt’) macht.
Die Lehrveranstaltung soll als Einführung in die Film-Philosophie von Gilles Deleuze dienen, anhand von ausgewählten, für den Argumentationsgang entscheidenden Passagen ihre Struktur verdeutlichen sowie die strukturbildenden Begriffe und ihre Funktion darin erläutern. Das close reading der zentralen Passagen, das der Text-Chronologie meist folgt, zusammen mit der komparativen Lektüre anderer kurzer Abschnitte (aus anderen Schriften des Autors oder der Sekundärliteratur) und die davon ausgehende Diskussion von den Textzusammenhang übersteigenden Fragen sollen einen kompetenten und kritischen Umgang mit dem Werk ermöglichen.
Die Lehrveranstaltung soll als Einführung in die Film-Philosophie von Gilles Deleuze dienen, anhand von ausgewählten, für den Argumentationsgang entscheidenden Passagen ihre Struktur verdeutlichen sowie die strukturbildenden Begriffe und ihre Funktion darin erläutern. Das close reading der zentralen Passagen, das der Text-Chronologie meist folgt, zusammen mit der komparativen Lektüre anderer kurzer Abschnitte (aus anderen Schriften des Autors oder der Sekundärliteratur) und die davon ausgehende Diskussion von den Textzusammenhang übersteigenden Fragen sollen einen kompetenten und kritischen Umgang mit dem Werk ermöglichen.
Dozent
Martin Stefanov
Termin
Mittwochs 12 bis 14 Uhr
Ort
Neues Palais, Haus 2, Raum 1.15
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-EMW, Magister-NF
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Lektüre-Seminar
Der Erwerb mindestens des ersten der beiden Bände "Das Bewegungs-Bild - Kino 1" (Suhrkamp, stw 1288) und "Das Zeit-Bild - Kino 2" (Suhrkamp, stw 1289) wird nachdrücklich empfohlen.
Martin Stefanov ist Doktorant am DFG-Graduiertenkolleg 1549 “Sichtbarkeit und Sichtbarmachung” (http://sichtbarkeit-sichtbarmachung.de)
Kontakt: Martin.Stefanov@uni-potsdam.de
Der Erwerb mindestens des ersten der beiden Bände "Das Bewegungs-Bild - Kino 1" (Suhrkamp, stw 1288) und "Das Zeit-Bild - Kino 2" (Suhrkamp, stw 1289) wird nachdrücklich empfohlen.
Martin Stefanov ist Doktorant am DFG-Graduiertenkolleg 1549 “Sichtbarkeit und Sichtbarmachung” (http://sichtbarkeit-sichtbarmachung.de)
Kontakt: Martin.Stefanov@uni-potsdam.de