News Summer 2016
Das Militante Bild | Vortrag von Sandra Schäfer (HfbK Hamburg) im ZeM

Das Militante Bild ist ein kontrovers diskutierter Begriff. Ich möchte ihn zunächst in seinem historischen Kontext der Befreiungs- und Dekolonialisierungskämpfe des späten 20. Jahrhunderts diskutieren. Die beiden argentinischen Filmemacher und Autoren Getino und Solanas haben 1969 das Militante Kino als die radikalste Form des Dritten Kinos beschrieben. Letzteres umfasst verschiedene Kinoinitiativen, die im Zuge der Unabhängigkeitsbewegungen im Trikont entstanden sind. Das Militante Kino zeichnet sich laut Getino und Solanas durch seine Unabgeschlossenheit aus, denn der Film zielt auf die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die BetrachterInnen werden zu (militanten) AkteurInnen. Aber was ist das Militante Bild heute im Neoliberalismus? Die Beteiligung an der Ökonomie von Intensitäten garantiert dem Militanten Bild noch keine Wirkung, es braucht eine Anbindung an das Potential und die Affekte einer Gemeinschaft, eines konkreten Kontextes. Wenn diese Anbindung an konkrete Gemeinschaften bzw. Kontexte nicht planbar ist, stellt dann vielleicht die Nicht-Kalkulierbarkeit des Effekts genau eines der Kriterien des Militanten Bildes dar? Und unterscheidet es sich genau an dieser Stelle auch von Propaganda? Ich werde anhand verschiedener Beispiele diesen Fragen nachgehen, um den Begriff des Militanten Bildes heute enger zu fassen.
Sandra Schäfer beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Herstellungsprozessen von städtischen und transregionalen Räumen, Geschichte und Bildpolitiken. Häufig entstehen ihre Arbeiten auf Grund von Recherchen, in denen sie sich mit Prozessen des Auffaltens und Re-Readings von Dokumenten, Bildern und räumlichen Narrativen beschäftigt. Derzeit arbeitet sie an der HfbK Hamburg an einem künstlerischen PhD zu militanten Bildpolitiken. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der Berlinale im Bereich Forum Expanded, DEPO (Istanbul), im La Virreina (Barcelona), in der National Gallery of Art (Vilnius), in der Camera Austria (Graz), im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), bei der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (Berlin) und am Zentrum für Kunst und Medientechnologien (ZKM-Karlsruhe) gezeigt. Sie ist Mitglied des feministischen Filmverleihs Cinenova in London.
Termin:
Donnerstag, 26.05.2016
Ort:
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam
Sandra Schäfer beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Herstellungsprozessen von städtischen und transregionalen Räumen, Geschichte und Bildpolitiken. Häufig entstehen ihre Arbeiten auf Grund von Recherchen, in denen sie sich mit Prozessen des Auffaltens und Re-Readings von Dokumenten, Bildern und räumlichen Narrativen beschäftigt. Derzeit arbeitet sie an der HfbK Hamburg an einem künstlerischen PhD zu militanten Bildpolitiken. Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der Berlinale im Bereich Forum Expanded, DEPO (Istanbul), im La Virreina (Barcelona), in der National Gallery of Art (Vilnius), in der Camera Austria (Graz), im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), bei der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (Berlin) und am Zentrum für Kunst und Medientechnologien (ZKM-Karlsruhe) gezeigt. Sie ist Mitglied des feministischen Filmverleihs Cinenova in London.
Termin:
Donnerstag, 26.05.2016
Ort:
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam