News Winter 2014/2015
Öffentlicher Vortrag | Bildkontroverse V mit Frederik Stjernfelt (Universität Kopenhagen) & Helmut Pape (Universität Bamberg): »Visual reasoning: Peirce’s diagrammatic logic«

Visuelles Denken/Argumentieren: Peirces diagrammatische Logik
Im Zuge des sogenannten ›linguistic turn‹ wurden Denken und Argumentieren meist einseitig unter sprachlich-logischen Prämissen betrachtet und damit auf ihren propositionalen Charakter reduziert. Mit den unter Schlagworten wie iconic, pictorial oder visualistic turn beschworenen Wenden zum Bild geht auch eine Aufwertung der Rolle von Bildern und Diagrammen im Denken und Argumentieren einher. In dieser Entwicklung nimmt Charles Sanders Peirce eine Sonderrolle ein. Obgleich Peirce als einer der Protagonisten des linguistic turn gilt, hat er sich auch eingehend mit der Rolle von Bildern und vor allem Diagrammen im Denken und Argumentieren befasst. Seine Auseinandersetzung mit epistemischen Funktionen nicht-propositionaler Darstellungsformen führte zu verschiedenen Ansätzen diagrammatischer Logiken, die vor allem im Kontext der Diagrammatologie weiterentwickelt werden. Das Projekt einer diagrammatischen Logik wirft Fragen semiotischer, metaphysischer und bewusstseinsphilosophischer Art auf, die im Rahmen der »Bildkontroverse« von Helmut und Pape und Frederik Stjernfelt diskutiert werden.
Helmut Pape ist Professor für Philosophie an der Universität Bamberg und betreibt zugleich eine Weinhandlung. In seinen Monographien und Aufsätzen befasst er sich mit sprachphilosophischen, bildtheoretischen, metaphysischen und erkenntnistheoretischen Themen. Peirces Philosophie spielt bereits in seinen Büchern über die Perspektivität natürlicher Sprachen und über visuelle Erfahrung eine zentrale Rolle. Darüber hinaus ist Pape jedoch der maßgebliche Übersetzer und Herausgeber der Schriften Peirce im deutschsprachigen Raum. Die Rolle von Diagrammen und Visualität behandelt er in zahlreichen Aufsätzen, wobei die Philosophie Peirces einen seiner Ausgangspunkte bildet.
Frederik Stjernfelt ist Professor für Semiotik, Ideen- und Wissenschaftsgeschichte an der Universität von Kopenhagen am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften. Mit der Diagrammatik und epistemischen Qualitäten von Bildern hat er sich in zahlreichen Aufsätzen auseinandergesetzt, nicht zuletzt in seinem Buch Diagrammatology. An Investigation on the Borderlines of Phenomenology, Ontology, and Semiotics (Dordrecht: Springer 2007). Peirces Philosophie bildet einen maßgeblichen Ausgangspunkt seiner diagrammatischen Untersuchungen.
29.01.2015 19:30 Uhr - 21:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Diaphanes Verlag Berlin: Dresdener Str. 118, 10999 Berlin
Im Zuge des sogenannten ›linguistic turn‹ wurden Denken und Argumentieren meist einseitig unter sprachlich-logischen Prämissen betrachtet und damit auf ihren propositionalen Charakter reduziert. Mit den unter Schlagworten wie iconic, pictorial oder visualistic turn beschworenen Wenden zum Bild geht auch eine Aufwertung der Rolle von Bildern und Diagrammen im Denken und Argumentieren einher. In dieser Entwicklung nimmt Charles Sanders Peirce eine Sonderrolle ein. Obgleich Peirce als einer der Protagonisten des linguistic turn gilt, hat er sich auch eingehend mit der Rolle von Bildern und vor allem Diagrammen im Denken und Argumentieren befasst. Seine Auseinandersetzung mit epistemischen Funktionen nicht-propositionaler Darstellungsformen führte zu verschiedenen Ansätzen diagrammatischer Logiken, die vor allem im Kontext der Diagrammatologie weiterentwickelt werden. Das Projekt einer diagrammatischen Logik wirft Fragen semiotischer, metaphysischer und bewusstseinsphilosophischer Art auf, die im Rahmen der »Bildkontroverse« von Helmut und Pape und Frederik Stjernfelt diskutiert werden.
Helmut Pape ist Professor für Philosophie an der Universität Bamberg und betreibt zugleich eine Weinhandlung. In seinen Monographien und Aufsätzen befasst er sich mit sprachphilosophischen, bildtheoretischen, metaphysischen und erkenntnistheoretischen Themen. Peirces Philosophie spielt bereits in seinen Büchern über die Perspektivität natürlicher Sprachen und über visuelle Erfahrung eine zentrale Rolle. Darüber hinaus ist Pape jedoch der maßgebliche Übersetzer und Herausgeber der Schriften Peirce im deutschsprachigen Raum. Die Rolle von Diagrammen und Visualität behandelt er in zahlreichen Aufsätzen, wobei die Philosophie Peirces einen seiner Ausgangspunkte bildet.
Frederik Stjernfelt ist Professor für Semiotik, Ideen- und Wissenschaftsgeschichte an der Universität von Kopenhagen am Institut für Kunst und Kulturwissenschaften. Mit der Diagrammatik und epistemischen Qualitäten von Bildern hat er sich in zahlreichen Aufsätzen auseinandergesetzt, nicht zuletzt in seinem Buch Diagrammatology. An Investigation on the Borderlines of Phenomenology, Ontology, and Semiotics (Dordrecht: Springer 2007). Peirces Philosophie bildet einen maßgeblichen Ausgangspunkt seiner diagrammatischen Untersuchungen.
29.01.2015 19:30 Uhr - 21:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Diaphanes Verlag Berlin: Dresdener Str. 118, 10999 Berlin