Abschlussarbeiten 2025
Eine Andere Carmen - Der Versuch einer feministischen Inszenierung

Alma Schnee
Betreuung: Prof. Anne Quirynen / Prof. Dr. Jan Distelmeyer
Die weltbekannte Oper Carmen von Georges Bizet wird dieses Jahr 150 Jahre alt. Diese Geschichte einer turbulenten Beziehung endet in Mord, genauer gesagt in einem Femizid. Ein Begriff, der selten genutzt wird, wenn beschrieben wird, wie Don José Carmen nach der Trennung aus Eifersucht ersticht. Seit der Uraufführung entstanden unzählige Adaptionen, doch eines ändert sich kaum: Carmen, die ikonische Femme fatale, wird als Schuldige für ihren eigenen Tod und den Untergang von Don José dargestellt. Ziel dieser Arbeit ist es daher, im Kontext von Geschlechterungleichheiten und Machtgefällen in heterosexuellen Beziehungen diese Repräsentationen zu hinterfragen. In Form von zwei Musikvideos mit selbst komponierten Liedern wird ein neuer visueller und musikalischer Zugang versucht, der Carmen ins Zentrum stellt und stereotype Lesarten kritisch beleuchtet. Ausgangspunkt bildet Laura Mulveys Essay Visual Pleasure and Narrative Cinema (1975) und ihre Theorie des „Male Gaze“. Die Fragen, wie Gewalt und insbesondere Mord dargestellt oder bewusst nicht dargestellt werden können, bilden einen zentralen Teil dieser Arbeit. Jedoch steht der Versuch selbst mit all seinen Umwegen, Schwierigkeiten und Neuansätzen ebenso im Mittelpunkt des Projekts.