Abschlussarbeiten 2025
Wer bestimmt, was in (m)ein Bild passt? Autistische Perspektiven als Gegenentwurf zu medialen Stereotypen
Amelie Prusseit
Betreuung: Prof. Dr. Birgit Schneider / Prof. Winfried Gerling
Wie werden mediale Bilder von Autismus durch Deutungshoheiten und
Stereotype geprägt und wie lassen sie sich hinterfragen? Die Arbeit untersucht diese Frage anhand qualitativer Interviews mit drei autistischen Personen sowie gemeinsam entwickelten Fotoreihen. Ausgehend von einer medienkritischen Auseinandersetzung mit Bildräumen, die unsere Wahrnehmung von Autismus formen, zeigen die Ergebnisse: Die Interviewten erleben mediale Darstellungen oft als vereinseitigend und defizitorientiert. In ihren Antworten und fotografischen Selbstverortungen entstehen Gegenentwürfe zu gängigen medialen Stereotypen. Die Arbeit verdeutlicht, wie visuelle und narrative Formen der Selbstrepräsentation zur Rückgewinnung von Deutungshoheit beitragen können. Sie versteht sich als medienwissenschaftlicher Beitrag zu Diskursen um Neurodivergenz und betont die Bedeutung partizipativer Zugänge.