Abschlussarbeiten 2025
Kino des Intimen. Eine Betrachtung der Filme von Tsai Ming-liang

Tim Meldau
Betreuung: Prof. Dr. Jan Distelmeyer / Prof. Dr. Birgit Schneider
In der vorliegenden Arbeit werden Tsai Ming-liangs Filme aus einer Perspektive des Intimen betrachtet. Verstanden als ‚Verzugänglichung der eigenen Innerlichkeit‘ werden dazu in einem ersten Schritt die performativen und gesellschaftlichen Aspekte des Konzepts erkundet. Darauf aufbauend erfolgt eine filmanalytische Auseinandersetzung mit Tsais Spielfilmen. Anhand von DAYS wird untersucht, wie formale filmische Elemente intime Beziehungsgefüge abbilden und einen kontemplativen Raum schaffen, der dem Publikum eine reflexive Betrachtung des Gesehenen ermöglicht. Eine Auseinandersetzung mit der Figur des*der Herumtreiber*in in THE RIVER ermöglicht eine Ergründung der Probleme queerer Menschen, Intimität zu finden und ihre Sehnsucht nach menschlicher Verbindung zu erfüllen. Die Analyse von THE HOLE und GOODBYE, DRAGON INN zeigt anschließend, inwiefern Publikum-Film-Verhältnisse intime Züge tragen können und wie metafilmische und selbstreflexive Aspekte der Filme dazu beitragen.