Abschlussarbeiten 2023

ich und die Mutter meiner Mutter.Wenn du schweigst, kann ich dich hören - Das (Auto-)Biografische im Dokumentarfilm

Pia Naomi Herrmann

Betreuung: Prof. Anne Quirynen, Prof. Winfried Gerling

Während die Zahl der kritischen Texte zu einer Poetik der literarischen Autobiografie seit den 1960er Jahren deutlich zugenommen hat – vgl. Roland Barthes „Der Tod des Autors“ 1967 und Michael Foucault „Was ist ein Autor?“ 1969 – gibt es erstaunlich wenige, die sich mit der prinzipiellen Tragfähigkeit der autobiografischen Form im Kontext des Films befassen. Diese Arbeit, die die Reflexion des Filmprojektes zum Ziel hat, wird sich ebenfalls der Frage widmen: ob die Ebenen des Autobiografischen im Dokumentarfilm für Zuschauer*innen erkenntlich und
sichtbar sind? Wie sich das Autobiografische definiert? Und welches Kriterium sich identifizieren lässt? Entlang der genetisch weiblichen Linie einer Familie und anhand biografischer, aber gesellschaftlich nicht einmaliger Erfahrungen von Großmutter, Mutter und Tochter, arbeitet der
dokumentarische Essayfilm „ich und die Mutter meiner Mutter“ den Missstand um die weiblich gelesene, komplexe und überhöhte Figur der Mutter auf. Der Film ist eine Erinnerungsarbeit mit Gefühlen der Ambivalenz: von Macht und Ohnmacht, Abhängigkeit und Zuneigung, Wut und Trauer. Zuletzt aber gibt der Film eine Fantasie über Momente und Orte der (Selbst-)Fürsorge.