Abschlussarbeiten 2023

Das konnektive Gedächtnis: Ein internetbasiertes Videoprojekt zur deutschen Erinnerungskultur im Kontext digitaler Medien

Emily Wick (MA)

Betreuung: Prof. Winfried Gerling, Prof. Anne Quirynen

Diese Videoarbeit mit theoretisch-kontextualisierter Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Eigendynamiken einer zunehmend digitalisierten Erinnerungskultur. Der Film stellt einen Erkenntnisprozess, beziehungsweise die Untersuchung eines analogen historischen Zeugnisses innerhalb und mittels des Internets visuell dar und weist dabei auf Eigendynamiken eines solchen Zugangs, dessen Auswirkungen auf das Urmaterial sowie auf die Implikationen für die heutige deutsche Erinnerungskultur hin. Die Einbettung analoger Artefakte in das konnektive Gedächtnis birgt viele Möglichkeiten der Kontextualisierung, aber aufgrund seiner Beschaffenheit besteht gleichzeitig das Risiko des Verlusts wichtiger Kontexte. Die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit in der new memory ecology zeigt sich als Spannungsfeld zwischen Risiko und Chance, da durch die scheinbare Demokratisierung der Erinnerung die Gefahr besteht, dass geschichtsrevisionistische Positionen mit der Realität verwechselt werden. Für die deutsche Erinnerungspraxis der Mehrheitsgesellschaft stellt das konnektive Gedächtnis sowohl eine große Chance als auch eine Verantwortung dar, da es die Möglichkeit eröffnet, die eigene Familiengeschichte und deren Bezüge zum Nationalsozialismus kritisch zu reflektieren und zu einer vielfältigen und ehrlichen Erinnerungskultur beizutragen.