Abschlussarbeiten 2020

Tanz als Medium. Tanz-„Theater“: Eine Untersuchung tänzerischer Medialität anhand Pina Bauschs „Vollmond“

Nefeli Giolas

Betreuung: Prof. Anne Quirynen / Prof. Dr. Jan Distelmeyer

Als Protagonistin des deutschen Tanztheaters macht die Choreographin Pina Bausch in ihren Stücken auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam und thematisiert innere Sehnsüchte und Zwänge der Menschen. Das in den 1960er Jahren in Deutschland aufkommende Tanztheater wendet sich gegen die als ausdrucksarm empfundene Bewegungssprache und die realitätsfernen Inhalte des Balletts. Stattdessen werden in den konventionsbrechenden Theatermontagen in enger Zusammenarbeit mit den Tänzer*innen sensible Themen durch den Tanz angesprochen.
Woher kommt der Tanz, wenn er nicht durch die festgelegten Regelwerke des klassischen Balletts bestimmt wird? Wie gelingt die tänzerische Vermittlung komplexer Themen? Durch die Anwendung medienwissenschaftlicher Ansätze auf Pina Bauschs Schaffen geht die Arbeit diesen Fragen nach. Anhand des 2006 erstaufgeführten Stück „Vollmond“ werden die medialen Eigenschaften des Tanztheaters herausgearbeitet. Die Untersuchung zeigt auf, welche Qualitäten sich hinter dem Tanz als ursprünglichem Medium verbergen.