Abschlussarbeiten 2019
Wann werden wir queer gewesen sein? Ein Film über ambivalente Begriffe und ihren utopischen Horizont

Finn Lasse Wittfoth (BA)
Betreuung: Prof. Anne Quirynen, Prof. Dr. Jan Distelmeyer
Die vorliegende Arbeit begleitet den praktischen Versuch die Gattung des Dokumentarfilms für eine queere Subversion fruchtbar zu machen.
Durch die Analyse poststrukturalistischer und konstruktivistischer Theorien ergibt sich die binäre Natürlichkeit der Kategorie Geschlecht
als Effekt diffuser Machtverhältnisse und Handlungen, die auch dort inhärent Ausschlüsse und Repressionen nach sich zieht, wo sie in
Aktionismus und Politik mit dem Ziel der Anerkennung stark gemacht wird. Queer versucht die Kritik an sich ständig verändernden normativen Machtstrukturen aufrecht zu erhalten und muss deshalb ambivalent bleiben, woraus sich eine grundlegende Spannung im Verhältnis zum fest-schreibenden Charakter medialer Vermittlungstechniken ergibt. Der Weg zu einer Repräsentation queerer Lebensrealitäten in einem Dokumentarfilm kann nur über die Dekonstruktion der Gattung und die Selbstreflexion der eigenen machtvollen Position innerhalb der Produktion sozialer Wirklichkeit führen.