Abschlussarbeiten 2015
Die Chirurgie im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit. Über Operationsfilme, Kinematographen und Chirurgen bei Eugène-Louis Doyen und Alexander von Rothe.

Stephan Orendi
Betreuung: Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Dr. Birgit Schneider
Masterarbeit
Die Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Medizin- und Filmgeschichte. Es wird untersucht, wie Chirurgen ab Ende des 19. Jahrhunderts damit beginnen, die von ihnen durchgeführten Operationen filmisch aufzuzeichnen. Filmtheoretisch werden im ersten Teil der Arbeit die mit Medium Film verbundenen Diskurse um Lebendigkeit und Authentizität einerseits, die medizingeschichtlichen Diskurse, insbesondere um die korrekte Weise des Operierens und die Hygiene in Operationsräumen andererseits reflektiert.
In einem zweiten Schritt wird die These aufgestellt, dass die Operationsfilme nicht allein zur Darstellung und Vermittlung von chirurgischen Eingriffen dienen sollen, sondern sie von den Chirurgen zur Selbstinszenierung und kontrollierten Darstellung ihres Tuns verwendet werden. Diese beabsichtigte, werkzeughafte Nutzung des Mediums scheitert jedoch an seinen medialen und technischen Voraussetzungen: Die Kamera wird zum Agenten der Störung im Operationssaal; der zuvor als authentisches Aufzeichnungsmedium stilisierte Film bleibt ein zutiefst artifizielles Produkt.
Betreuung: Prof. Dr. Jan Distelmeyer, Prof. Dr. Birgit Schneider
Masterarbeit
Die Arbeit verortet sich an der Schnittstelle von Medizin- und Filmgeschichte. Es wird untersucht, wie Chirurgen ab Ende des 19. Jahrhunderts damit beginnen, die von ihnen durchgeführten Operationen filmisch aufzuzeichnen. Filmtheoretisch werden im ersten Teil der Arbeit die mit Medium Film verbundenen Diskurse um Lebendigkeit und Authentizität einerseits, die medizingeschichtlichen Diskurse, insbesondere um die korrekte Weise des Operierens und die Hygiene in Operationsräumen andererseits reflektiert.
In einem zweiten Schritt wird die These aufgestellt, dass die Operationsfilme nicht allein zur Darstellung und Vermittlung von chirurgischen Eingriffen dienen sollen, sondern sie von den Chirurgen zur Selbstinszenierung und kontrollierten Darstellung ihres Tuns verwendet werden. Diese beabsichtigte, werkzeughafte Nutzung des Mediums scheitert jedoch an seinen medialen und technischen Voraussetzungen: Die Kamera wird zum Agenten der Störung im Operationssaal; der zuvor als authentisches Aufzeichnungsmedium stilisierte Film bleibt ein zutiefst artifizielles Produkt.