Abschlussarbeiten 2014

Climate Futures - Mediale Techniken zur Vorstellbarmachung von Klimazukünften

Simon Hirsbrunner

Betreuung: Dr. Birgit Schneider, Prof. Winfried Gerling
Masterarbeit

Die Masterarbeit »Climate Futures« beschäftigt sich mit Medien, welche die Zukunft mit dem Klimawandel vorstellbar zu machen suchen. Die Zukunft entzieht sich unserem Wissen. Dennoch benötigen Menschen in gewissem Masse Vorstellungen von Zukunft, um Entscheidungen in der Gegenwart zu fällen. Dies ist besonders relevant mit Blick auf die Herausforderung des Klimawandels, die das Leben der Menschen in Zukunft entscheidend mitprägen könnte. Eine Vielzahl von Medien beschäftigt sich deshalb mit einer Repräsentation von möglichen Klimazukünften. Vor diesem Hintergrund werden hier verschiedene solche mediale Techniken der Vorstellbarmachung von Klimazukünften diskutiert. Dabei soll insbesondere untersucht werden, welche Schwerpunktsetzungen, Wertvorstellungen und Weltanschauungen in den verschiedenen medialen Ansätzen der Vorstellbarmachung mitschwingen.

Ein erster Teil behandelt die mediale Technik der Klimasimulation sowie deren Sichtbarmachung in diagrammatischer oder kartographischer Form. Diagramme und Karten sind besonders geeignet, datenintensives Klimawissen effizient und effektiv zu vermitteln. Allerdings birgt das Imaginieren von Zukunft mittels computergestützter Simulationsprogramme auch potentielle Gefahren: So bleibt die Zukunftsimagination überwiegend auf die Aspekte beschränkt, die quantifizier- und damit berechenbar sind. Unberechenbare Größen (beispielsweise Kulturveränderungen) werden dagegen nicht thematisiert. Auch werden mit der Vorhersage von Computersimulationen zukünftige Ereignisse gewissermaßen schon determiniert, womit der Aspekt der politischen Aushandlung von Zukunft in der Gegenwart wegfällt. Somit sind technische Zukunftssimulationen immer auch Instrumente der Kontrolle von Zukunft. In einem zweiten Teil werde ich mediale Techniken der Vorstellbarmachung diskutieren, die sich mit nicht quantifizierbaren Aspekten einer Kulturveränderung beschäftigen – dem Ansatz einer Klimakultur, der sich insbesondere mit lokalen Klimaveränderungen, der Aushandlung von Zukunft sowie sozialen und ethischen Wertvorstellungen auseinandersetzt.

Die Vermittlung von quantitativem Wissen ist die primäre Funktion vieler medialer Techniken der Vorstellbarmachung von Klimazukünften. Dagegen sind Techniken der Herstellung von Bezügen zwischen globalem Klimawissen und lokalen und individuellen Lebenswelten weit weniger erforscht. Wie ich darstellen werde, können Individuen jedoch nur durch eine solche Bezugsherstellung eine aktive Gestaltung der Zukunft mit dem Klimawandel in Angriff nehmen.