Abschlussarbeiten 2008

Mythos mafia im US-amerikanischen Gangsterfilm

Stefanie Engmann

Betreuung: Dr. Christine Hanke, Dr. Peter Bexte

Anhand der Arbeit wird das Wesen und die Entwicklung des Mythos mafia im US-amerikanischen Gangsterfilm dargestellt und die Zusammenhänge zwischen Mythos, Film und Wirklichkeit erläutert.
Hierfür wird im ersten Teil veranschaulicht, dass das ursprüngliche Bild der mafia auf deren Allmacht und Zeitlosigkeit beruht, das sich jedoch in dieser Form im US-amerikanischen Film nicht wieder findet. Stattdessen steht im Mittelpunkt die Darstellung des Gangsters als Held, der unterschwellig den Mythos des „American Dream“ symbolisiert.
Der Mythos im Film spiegelt die realen Zustände der Gesellschaft wider, die einem ständigen Wechsel unterliegen. Somit ist auch die Darstellung des Gangsters nie gleich bleibend, da dieser den Mythos repräsentiert. Dies wird anhand der Geschichte des Gangsterfilms im zweiten Teil belegt.
Im dritten Teil wird durch die Gegenüberstellung der Filme „The Godfather“ von Francis Ford Coppola und „Good Fellas“ von Martin Scorcese die verschiedenartige Darstellung des Mythos mafia nachgewiesen. Während „The Godfather“ das Bild der mafia als „ehrenwerte Gesellschaft“ beschreibt, die von Familie, Ehre, Loyalität, Verrat, Macht, Scheitern und Tod geprägt ist, zerstört „Good Fellas“ diesen Mythos, indem er den Verrat an der Autorität, den Verrat an der Familie und den Verrat des Codex thematisiert.