Abschlussarbeiten 2008

„Hier wohnte“ – Zur Kunst des Erinnerns. Stolpersteine als Medien des kollektiven Gedächtnisses.

Anja Hübner

Betreuung: Prof. Winfried Gerling, Dr. Peter Bexte

Stolpersteine sind kleine Erinnerungssteine für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Künstler Gunter Demnig lässt sie in das Gehwegpflaster vor den ehemaligen Wohnhäusern deportierter Menschen ein. Damit sind Stolpersteine Medien des kollektiven Gedächtnisses und stellen als solche eine neue Form der Erinnerungskunst dar.
Diese Bachelor-Arbeit untersucht anhand der Gedächtnistheorien von Maurice Halbwachs sowie Jan und Aleida Assmann die Stolpersteine: Sie werden als kulturelle Objektivationen und als eine (Er)Schaffung von Erinnerungsorten beschrieben. Künstlerisch werden die Stolpersteine zudem – ausgehend von den Gegen-Monumenten von James E. Young – als Verkörperung eines neuen Denkmal-Verständnis aufgefasst: Sie wollen im Alltag Impulse
geben, provozieren und Reflektion bewirken. Abschließend vergleicht diese Arbeit das Kunstprojekt Stolpersteine mit ebenfalls als Neue Erinnerungskunst einzuordnenden Werken von Micha Ullman und Jochen Gerz.