Abschlussarbeiten 2008

MIND THE GAP Experimentelle Untersuchung zum Verhältnis von Narration und Bild anhand des Fotofilms RADFAHRER

Marc Thümmler

Betreuung: Prof. Anne Quirynen, Dr. Christine Hanke

  • APPLAUS: Preis für beste BA-Abschlussarbeit 2008 im Studiengang EMW

  • Preis der Jury und Publikumspreis beim internationalen Kurzfilmfestival Emergandsee 2009

    Der systemkritische DDR-Fotograf Harald Hauswald suchte seine Motive bewusst abseits der propagierten Ideale des SED-Staates, weshalb er seit 1983 unter dem Decknamen RADFAHRER regelmäßig durch die Stasi überwacht wurde.
    Die dabei entstandenen Überwachungsprotokolle wurden im Rahmen des Fotofilms RADFAHRER vertont und den Fotografien von Hauswald gegenübergestellt. Auf diese Weise soll experimentell untersucht werden, inwiefern die verwendeten Texte in der Lage sind, die Lektüre der Bilder zu beeinflussen. Die Observation Hauswalds und die Wertung seiner Fotos durch das MfS wurden als formales Gestaltungsprinzip der Filmmontage zugrunde gelegt. Bewusst herbeigeführte Brüche in der Narration sollen vom Zuschauer als Verweise auf das filmische Dispositiv wahrgenommen werden. Darüber hinaus werden die Umstände und Konsequenzen von Hauswalds Arbeit als Fotograf im Ost-Berlin der 80er Jahre näher beleuchtet.
    Die schriftliche Ausführung dokumentiert in erster Linie die inhaltlichen Hintergründe sowie konzeptionellen Grundlagen des Projekts RADFAHRER und stellt anhand von Beispielen aus dem Fotofilm die wichtigsten Gestaltungsmittel mit ihrer beabsichtigten Wirkungsweise vor.