Veranstaltungen
Winter 2024/2025
WTF is money? Geld als Medium - Eine Einführung
Was ist eigentlich Geld? Eine Sache, so allgegenwärtig und scheinbar selbstverständlich, dass es uns schwer fällt, sie überhaupt zu definieren. Leichter fällt es uns darüber zu sprechen, was man mit Geld so alles machen kann: Kaufen, Sparen, Rechnen… Und so verweist auch das Gabler Wirtschaftslexikon im Eintrag „Geldtheorie“ unter der Zwischenüberschrift "Wesen" auf die Geldfunktionen: Tauschmittelfunktion, Wertaufbewahrungsfunktion, Rechenmittelfunktion. Philosophisch betrachtet ist diese funktionalistische ‚Definition‘ des Wesens eher unbefriedigend, doch gibt uns das kleine Wörtchen „Mittel“ zumindest eine Ahnung mit auf den Weg. Das Oxford Dictionary of Economics spricht entsprechend auch vom Geld als „medium of exchange“. Es ist also nicht (nur) ein medienwissenschaftlicher Spleen wenn wir sagen: Das Geld ist ein Medium.
Was ist damit eigentlich ausgedrückt? Wenn die neoklassische Wirtschaftswissenschaft Geld als Medium bezeichnet, dann meint sie ein neutrales Hilfsmittel, erfunden, um den (prinzipiell auch nicht-monetär möglichen) Tauschhandel zu erleichtern. Doch wenn Marshall McLuhan schreibt ‚the medium is the message‘ hat er dabei kein neutrales Werkzeug, sondern durchaus ‚Explosiveres‘ im Sinn. Die dahinterstehende These, der sich ein ganzes Fach verdankt, lautet: Medien ‚vermitteln‘ neben den jeweiligen Inhalten (vor allem) eine psychische und soziale message, indem sie bestimmen, was wie unter welchen Bedingungen vermittelt werden kann. Damit sind sie an der Konstitution von Kultur und Gesellschaft, ja unserem Weltzugang überhaupt in nicht-neutraler Weise beteiligt. Insofern wäre die Charakterisierung des Gelds als Medium mit der Frage nach dessen derart verstandener message verbunden.
Im Seminar wollen wir gemeinsam versuchen, diese message zu begreifen. Dafür werden wir uns einerseits damit beschäftigen, welche Diskussionen fachintern zum Theorem vom Geld als Medium geführt wurden – angefangen bei McLuhans Kapitel zu „Geld“ in Understanding Media. Wir müssen andererseits den disziplinären Rahmen überschreiten und ausgewählte Texte aus Volkswirtschaftslehre, Anthropologie und Wirtschaftsgeschichte rezipieren. Schließlich wollen wir uns in mehreren Sitzungen mit dem Hauptwerk eines Autors beschäftigen, der nicht nur versucht hat, das Wesen des Geldes zu ergründen, sondern das der kapitalistischen Produktionsweise insgesamt. Wir werden uns also anhand von zentralen Passagen gemeinsam ein grundlegendes Verständnis von Karl Marx Kapital und seiner ‚Medienkritik‘ des Geldes erarbeiten.
Was ist damit eigentlich ausgedrückt? Wenn die neoklassische Wirtschaftswissenschaft Geld als Medium bezeichnet, dann meint sie ein neutrales Hilfsmittel, erfunden, um den (prinzipiell auch nicht-monetär möglichen) Tauschhandel zu erleichtern. Doch wenn Marshall McLuhan schreibt ‚the medium is the message‘ hat er dabei kein neutrales Werkzeug, sondern durchaus ‚Explosiveres‘ im Sinn. Die dahinterstehende These, der sich ein ganzes Fach verdankt, lautet: Medien ‚vermitteln‘ neben den jeweiligen Inhalten (vor allem) eine psychische und soziale message, indem sie bestimmen, was wie unter welchen Bedingungen vermittelt werden kann. Damit sind sie an der Konstitution von Kultur und Gesellschaft, ja unserem Weltzugang überhaupt in nicht-neutraler Weise beteiligt. Insofern wäre die Charakterisierung des Gelds als Medium mit der Frage nach dessen derart verstandener message verbunden.
Im Seminar wollen wir gemeinsam versuchen, diese message zu begreifen. Dafür werden wir uns einerseits damit beschäftigen, welche Diskussionen fachintern zum Theorem vom Geld als Medium geführt wurden – angefangen bei McLuhans Kapitel zu „Geld“ in Understanding Media. Wir müssen andererseits den disziplinären Rahmen überschreiten und ausgewählte Texte aus Volkswirtschaftslehre, Anthropologie und Wirtschaftsgeschichte rezipieren. Schließlich wollen wir uns in mehreren Sitzungen mit dem Hauptwerk eines Autors beschäftigen, der nicht nur versucht hat, das Wesen des Geldes zu ergründen, sondern das der kapitalistischen Produktionsweise insgesamt. Wir werden uns also anhand von zentralen Passagen gemeinsam ein grundlegendes Verständnis von Karl Marx Kapital und seiner ‚Medienkritik‘ des Geldes erarbeiten.
Dozent
Patrique Degen
Termin
Freitag 14h-16h c. t.
Ort
Neues Palais 19.1.22 (Haus 19, 1. Etage, Raum 22)
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
ab dem 3. Semester
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar richtet sich primär an Bachelorstudierende ab dem 3. Semester, die bereits die Vorlesungen zu Medienkulturwissenschaft und -geschichte absolviert haben. Grundsätzlich sind jedoch alle motivierten Teilnehmer*innen willkommen. Sonstige Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt, einzig die Bereitschaft, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen.
Von den Teilnehmer*innen wird erwartet, im Laufe des Semesters jeweils eine Sitzung zu protokollieren und dem Seminar zeitnah zur Verfügung zu stellen.
Testat: Protokoll (1-2 Seiten)
Von den Teilnehmer*innen wird erwartet, im Laufe des Semesters jeweils eine Sitzung zu protokollieren und dem Seminar zeitnah zur Verfügung zu stellen.
Testat: Protokoll (1-2 Seiten)
