Stefanie Glorian

Stefanie Glorian

glorian@uni-potsdam.de



Veranstaltungen
Winter 2020/2021
Improvisationstheater oder Glücksspiel? - Regeln, Zufall und Narration im Pen&Paper-Rollenspiel
Bevor wir Skyrim, World of Warcraft und Fallout spielten, gab es Pen&Paper-Rollenspiele. Spielsysteme wie Dungeons&Dragons, Das Schwarze Auge, Numenera und Vampire: Die Maskerade, haben über die Jahre eine treue Fangemeinde behalten und in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. So unterschiedlich die Regelwerke und Settings auch sind, das grundlegende Prinzip ist das Gleiche: Die Spieler*innen schlüpfen in eine fiktive Rolle, die auf dem Charakterbogen niedergeschrieben wird und erschaffen gemeinsam Welt, Herausforderungen und Reaktionen als Erzählung.

Die Besonderheit bei Pen&Paper-Rollenspielen: Das Wechselspiel zwischen Spielregeln, Narration (durch Improvisation und Kommunikation zwischen Spieler*innen und Spielleitung) und Zufall (durch Würfel, Spielkarten oder andere Hilfsmittel).

Der Zufall ist dabei den Spielregeln untergeordnet, aber den Erzählelementen übergeordnet. So kann beim erneuten Durchspielen eines Rahmenabenteuers selbst mit der gleichen Spieler*innengruppe und ähnlichen Charakteren eine völlig neue Geschichte erlebt werden.

Ziel des Seminars ist die Auseinandersetzung mit ebendiesem Wechselspiel aus Regeln, Zufall und Narration im Pen&Paper-Rollenspiel und die Gestaltung eigener Inhalte innerhalb dieses Formats. Dafür wollen wir zunächst verschiedene Regelsysteme testen und gemeinsam die Zusammenstellung aus Spielregeln, Zufall und freier Erzählung der unterschiedlichen Pen&Paper-Formate analysieren und besprechen.

Welche Rolle räumt das Regelwerk dem Zufall ein? Wie ergänzen sich Zufallselemente und Charakterfertigkeiten? Welche Auswirkungen hat die Wahl eines bestimmten Zufallselements (6seitige Würfel, Spezialwürfel, Münzen, Tarot- oder Spielkarten,...) auf das Spiel und die entstehende Geschichte? Sind Fertigkeitenbäume und Charakterlevel Teil der Narration oder Gegengewicht dazu?

Danach sammeln wir in Kleingruppen Ideen zu eigenen Regelwerken, Settings oder auch Modifikationen zu bestehenden Spielen, die dann bis zum Ende des Seminars ausgearbeitet werden. Den Abschluss bildet eine Präsentation der Konzepte.

Das Seminar ist als gemeinsamer Lern- und Experimentierraum gedacht. Vorkenntnisse zu Pen&Paper und Game Design sind nicht notwendig! Das Seminar findet voraussichtlich online und überwiegend in Gruppenarbeit statt.

Englischkenntnisse sind Voraussetzung, da viele der Texte und Regelwerke nur auf Englisch vorhanden sind.

Testat: Vorbereitendes Lesen, aktive Teilnahme und Erstellung eines Spielkonzepts.
Dozenten
Termin
Fr 14.00-17.30 (alle 2 Wochen)
Ort
online (ggf. 1.09.1.02)
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Literatur und weiterführende Links:

Viele Informationen für Einsteiger*innen auf Youtubechannel “Dicebreaker”:
https://www.youtube.com/playlist?list=PL4cCKAF83e0oy4R-Ph0ce0VYq7uOAS87U

Dashiell, Steven (2018): “Rules as Written”: Game Algorithms as Game Capital, in: Analog Game Studies. unter: http://analoggamestudies.org/2018/09/rules-as-written-analyzing-changes-in-reliance-on-game-system-algorithms-as-shifts-in-game-capital/


Sebastian Deterding, José Zagal (2018): Role-Playing Game Studies: Transmedia Foundations. O. O.: Routledge.

Aşkın-Hayat Doğan, Frank Reiss und Judith Vogt (Hrsg.) (2019):
Roll Inclusive. Diversity und Repräsentation in Rollenspielen​. Köln: Feder&Schwert