Arantzazu Saratxaga

Arantzazu Saratxaga

Medienphilosophie

Mobil 0176 88229169
arantzan@gmail.com



Veranstaltungen
Winter 2022/2023
Mit ökologischen Augen sehen: Medialität, Relationalität und Black Box als Tools für die Beobachtung der Komplexität.
Der Umweltbegriff stellt sowohl für das ökologische Wissen als auch für die Allgemeine Systemtheorie
ein Außen dar. Ein Außen, das mit dem System in Interaktion steht.
Die Selbstorganisationstheorien leiteten eine Wende der Struktur System/Umwelt ein. Milieu bzw.
Umwelt werden nicht mehr als das Außen, sondern nur durch ihre Differenz zum System bzw. zu
System/Umwelt in die Beobachtungsordnung eingeführt. Umwelt wird dann das Resultat einer Operation
der Beobachtung, nicht eine externe und objektive Wirklichkeit, welche die jeweiligen Systeme umgibt.
Die Auflösung einer externen objektiven Wirklichkeit gelingt gegen ein omnipotentes Subjekt, dem
gegenüber eine Realität steht, die vollständig gesehen, beobachtet und erkannt werden kann. Hingegen
schlagen die epistemologischen Ansätze der Kybernetiktheorien II. Ordnung vor, über Systeme statt
Subjekte als Agenten der Beobachtung zu sprechen, deren Wahrnehmung und infolgedessen Beobachtung
durch Ungewissheiten, Unbestimmtheiten und Unvorhersehbarkeiten geprägt sind. Umwelt bildet dann
kein Außen, sondern sie umfasst die innere autonome und selbsterzeugende (autopoiesis) Kondition jedes
Systems, das sich nicht selbst, sondern nur durch die Augen der anderen beobachten kann: ein
relationales, mediales und kooperatives Sehen lässt sich mittels der systemischen Andeutung des
Umweltbegriffs des operativen Denkens der Kybernetik II. Ordnung gut erschließen.
Dieses Seminar verfolgt folgende Lehrziele: 1) Erklärung des Umweltbegriffs in seinem breiten
Deutungs- und Anwendungsspektrum, beginnend mit den experimentalphysiologischen Forschungen des
19. Jahrhunderts (Claude Bernard) über die ökologische Prägung des Begriffs Umwelt (Jakob Johann von
Uexküll) bis zu deren Einbeziehung ins Konzept Homöostase (Walter B. Cannon) und der Einfügung in
Systemtheorie und Kybernetik; 2) Darstellung der theoretischen Grundlage des Umweltbegriffs in der
Systemtheorie, die diesen Begriff einer radikalen Wende unterzogen hat; 3) kritische theoretische
Auseinandersetzung mit dem Prozess der Technifizierung von Umwelten und der entsprechenden
Denaturalisierung ökologischer Sphären; 4) Entwurf eines ökologischen Modells der Erkenntnis im
Anschluss an operative Theorien als kritischer Standpunkt gegen algorithmische
Modellierungsthechniken, da der Anspruch, Unvorhersehbarkeiten aufzulösen, nicht zwingend zum
Erwerb von Wissen führt, sondern dazu, sich bona fide auf den Algorithmus zu verlassen.
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Freitag 14-tg 14:30-18:30, Beginn: 28.10.2022
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
MA
Module (MA): 8
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Referat 10-15 Minuten oder Abfassen eines Essays (3 Seiten)

Das Seminar findet alle zwei Wochen geblockt statt.
Sommer 2022
In der Komplexität kommunizieren
Kommunizieren in die Komplexität: Wie können wir in die Komplexität und über die Komplexität kommunizieren?

Die Gesellschaft und mit ihr die Natur- und Sozialwissenschaften stehen heute vor der Herausforderung der Komplexität als Wirklichkeit und wissenschaftliche Herangehensweise. Von globalen Klimaveränderungen, deren katastrophale Auswirkungen in Computermodellen komplexer dynamischer Systeme untersucht werden, über mutierende Viren, die von hochkomplexen Wechselwirkungen abhängen: Komplexität ist heute eine Sache unserer sozialen Systeme und bestimmt die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts. Damit stellt sich die einfache, aber nicht nichtsdestoweniger schwierig zu beantwortende Frage: Was wissen wir über die Komplexität?

Die Komplexitätsforschung beschäftigt sich fächerübergreifend damit, wie aus vielfältigen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Komponenten, bei denen die Zahl unvorhersehbarer Elemente enorm ist, eine Ordnung erzeugt werden kann bzw. Muster entstehen, Informationen gespeichert und kollektive Entscheidungen getroffen werden . Nicht-Linearität, Selbstorganisation und Emergenz sind gemeinsame Charakteristika komplexer Systeme.

Komplexe Systeme werden auch Multi-Agens-Systeme genannt, weil es für auf vielfältige Weise interagierende Relationen keine logisch höhere Anweisung gibt, welche die möglichen Interaktionen bestimmt und definiert. Vernetzte Elemente oder Systeme sind durch einen Faktor miteinander verbunden: Informationsflüsse. Eine universelle Disziplin, welche die Grenzen zwischen Natur- und Sozialwissenschaften überwand, war ursprünglich die Kybernetik, die das animalische und mechanische Wesen durch das Verhaltensmuster der Rückkoppelung ersetzte.

Vernetzung, Anschlüsse, Koppelung unter verschiedenartigen Agenten erhöhen die Komplexität der Organisation und Struktur eines Kommunikationssystems. Dies trägt ebenfalls zur Steigerung von Ungewissheiten und unvorhersehbarem Verhalten der jeweiligen Systeme bei.

Anhand der Paradoxie, dass die Kommunikation die Ungewissheit steigert, wollen wir zunächst die Struktur und die Organisation komplexer Systeme betrachten. Eine strukturalistische Analyse derselben misslingt, da die Ordnung etwas ist, das nicht von Gesetzen bestimmt ist, sondern mit Entropie und negativer Entropie generiert wird (Edgar Morin). Der Frage, wie sich die Komplexität beschreiben lässt, folgt eine zweite, die den Kern des Seminars bildet: Wie können wir in die Komplexität und über die Komplexität kommunizieren?
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Jede zwei Woche
Ort
Online (zoom)
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Aktive Beteiligung und Diskussion und Referat
Winter 2021/2022
Paradoxien der Kommunikation
„Die Bedingung der Möglichkeit des Beobachtens ist nicht ein Subjekt, sondern ein
Paradox, an dem derjenige scheitert, der die Welt transparent zu machen sucht.“
(Niklas Luhmann, S. 96)


Kommunikationssysteme sind operativ geschlossen, denn sie sind Systeme, deren
Operabilität auf ihre eigene Organisation angewiesen ist und nicht von äußeren
Faktoren abhängt. Durch kybernetische Rückkoppelungsmechanismen (Loops),
technisch gestaltete geschlossene Kreisläufe, ist die Selbstbezogenheit der
Kommunikation klar veranschaulicht. Im Gegensatz zu klassischen mechanischen
Maschinen (mechanische Uhr) ist die operative Exekution von
Kommunikationssystemen zirkulär, geschlossen, selbstreferenziell und
selbstorganisierend.
Nichtsdestotrotz liegen der Selbstbezogenheit selbstorganisierender Systeme eine
Paradoxie und ein Problem zugrunde. Einerseits sind rekursive (selbstbezogene)
Kommunikationsprozesse in ein Paradoxon verstrickt („Ich bin ein Lügner“),
andererseits hat die Rekursion das Problem, wie sie Selbstbezug, zugleich
Fremdbezug oder Realitätserfahrung herstellen kann.
Das Ziel dieses Seminars ist es, anhand von Beispielen rekursiver Prozesse für den
Teufelskreis der Paradoxien eine epistemologische Lösung zu finden. Wofür stehen
die Paradoxien eigentlich? Sind sie ein Zeichen der Grenzen einer auf binärer Logik
basierenden Erkenntnis? Für die mediale Operabilität ist die Rekursion allerdings
kein Problem. Welche Erkenntnis kann man von Rekursivität gewinnen? Zur Klärung
dieser Frage werden wir uns der „Entparadoxierungsstrategien“ der Kybernetik der II.
Ordnung („Observing Systems“) bedienen, insbesondere der von Gregory Bateson,
Paul Watzlawick u. a. betriebenen Forschungen in der Palo-Alto-Gruppe über
Störungsfaktoren und Paradoxien in der Kommunikation, laut denen Paradoxien
weniger das Problem, sondern die Lösung des Problems darstellen.
Die Lektüre wird von einem Überblick über die neuesten Forschungen zum Thema
Rekursion in den Medientheorien und Medienwissenschaften begleitet.

Vorläufige Literaturliste
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Donnerstag 15:00 - 17:30 (2-wöch.)
Ort
Online (Zoom)
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Testat: Aktive Beteiligung und Diskussion und Referat
Winter 2020/2021
Selbstorganisation und rhizomatische Anbindungen
Selbstorganisation und rhizomatische Anbindungen

In Fortsetzung des Seminars „Vertiefung in der Kybernetik II. Ordnung“ widmet sich das gegenständliche Seminar dem Begriff Selbstorganisation im Hinblick auf seine Rezeption in einem breiten Spektrum von Theorien und sozialen Praxen, die sich dieses Worts als Erklärungsmotiv für hybride Formen dynamischer Strukturen eines Milieus bedient haben.

Das Konzept der Selbstorganisation hat sich als ein Begriff des heutigen theoretischen Vokabulars aus einer Reihe neuer Konzepte (unter anderem Assemblage, Komplexität, Chaos, Unbestimmtheit, Multiplizität, Autopoiesis etc.) herauskristallisiert, um die Erkenntnis von Prozessen sowie von Stabilität und Instabilität in Bezug auf jene Dynamiken zu bewältigen, die aus hybriden Verwicklungen von menschlichen und nicht-menschlichen Phänomenen zusammengesetzt sind.

Über die bio- und soziokybernetischen Ansätze des Terminus Autopoiesis hinaus, werden wir die Rezeption derselben in ihrer Anwendung in zeitgenössischen Theorien erforschen. Die Einführung „selbstorganisierter Prinzipien“ im medienwissenschaftlichen Diskurs signalisiert einen wichtigen Wandel hin zum theoretischen und methodischen Niveau und zu einer Anerkennung neuer Formen von Beziehungen, Bindungen und Liäsonen zwischen sozialen, natürlichen und technischen Phänomenen. Eine intensive Befassung mit dem Begriff „Selbstorganisation“ halte ich für eine hervorragende Gelegenheit, um sich in die Organisationsformen der digitalen Kultur zu vertiefen und dadurch eine epistemologische Basis für hybride Strukturen zu gewinnen.

Einige Schwerpunkte dieses Seminars: Autopoiesis als Grundprinzip der Selbstorganisation, wobei ein System sich erschafft und aufrechterhält; Assamblage als strukturelle Bestimmung von selbstorganisierten relationalen Prozessen; Emergence als dynamischer Charakter eines sich selbst erschaffenden Milieus; Komplexität als Haupteigenschaft nicht-linearer SO-Prozesse; Posthumanismus als kritischer Diskurs zu einer digitalen Kultur.

Dieses Seminar ist natürlich ebenso für jene, die nicht an Kybernetik II. Ordnung teilnehmen, offen und heißt sie willkommen!
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Do 15:00 - 17:30 (vierzehntägig)
Ort
ONLINE- Zoom
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar ist auf die ONLINE-LEHRE umgestellt


Testat: Anwesenheit und Referat
Sommer 2020
Die Innenwelt der Blackbox: Vertiefung in die Kybernetik der II. Ordnung
Kybernetik der zweiten Ordnung (Second Order Cybernetics) bezeichnet die auf Heinz von Foerster zurückgehende Weiterentwicklung der Kybernetik in den frühen 1970er Jahren. Diese interdisziplinäre Bewegung umfasst ein breites Spektrum von Sozial- und Naturwissenschaftlern, die sich insbesondere für die Selbstorganisation, die Autonomie und die Rolle des Beobachters in Systemen interessiert haben. Die radikale Version einer Kybernetik zweiter Ordnung lässt sich in der direkten Berührung mit den damaligen neuen neurobiologischen Entwicklungen der chilenischen Gruppe (Humberto Maturana) erkennen, wie sich auf einer Konferenz über Cognitive Studies and Artificial Intelligence Research 1969 gezeigt hat.

Die Beobachtungsordnung gelangt zum Ausgangspunkt der Kybernetik der zweiten Ordnung. Während es bei der Kybernetik der ersten Ordnung um Beobachtung und Beobachtungssysteme ging (the System observes/I observe), handelt die Kybernetik der zweiten Ordnung von der Beobachtung der Bobachtung (I observe, that I observe). Eine solche tautologische und scheinbar absurde Aussage offenbart den blinden Fleck der Bobachtung (der ersten Ordnung), nämlich die simple Tatsache, dass man sich selbst nicht beobachten kann. Dementsprechend erzeugte die ganze intellektuelle Richtung von Kybernetikern in den 70 Jahren, die Konstruktivsten genannt wurde, eine Bewegung, deren Aussagekraft sich mit dem folgenden Zitat Heinz von Foersters zusammenfassen lässt: „Ich weiß es nicht, dass ich nicht weiß“.

Laut dieser Strömung gewinnen die Medien eine weitreichende Bedeutung. Die Medien sind keine bloßen Kanäle oder Vermittlungsapparate. Sie werden zu Beobachtungspunkten, insofern sie mit einem anderen Medium gekoppelt sind und somit eine Kommunikationsstruktur bilden. Damit werden sie nicht nur Botschaften transportieren, die wiederum nach McLuhan einen weiteren Kanal bilden, sondern beobachten. Als beispielhaft für diese revolutionäre Sicht auf die Medien gilt das Kino-Auge des Filmemachers Dsiga Wertow. Was bedeutet es aber, eine Realität zu beobachten? Beobachten heißt gemäß der Kybernetik der zweiten Ordnung konstruieren. Zusammenfassend lässt sich anhand der Kybernetik zweiter Ordnung behaupten, dass die Medien die Wirklichkeit konstruieren, insofern sie Beobachter sind.

Das Ziel dieses Seminars ist es, anhand von Heinz von Foersters Texten die Grundlage der Kybernetik der zweiten Ordnung darzulegen: Zirkuläre Kausalität, Rekursion als Kommunikation, Selbstorganisation und Autopoiesis werden mit besonderer Aufmerksamkeit auf die „blinden Flecke“ der Beobachtungsordnung gründlich behandelt.
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Siehe unten
Ort
Online. Siehe unten
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Das Seminar ist auf die ONLINE-LEHRE umgestellt:
Liebe Seminar-Teilnehmer und Teilnehmerinnen,

Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht. Wie Sie bestimmt schon erfahren haben, stellt sich die Lehre auf die Online-Lehre um. Dafür sollten Sie die App zoom herunterladen und auf meine Meeting Einladung reagieren. Falls für Sie dabei Schwierigkeiten auftreten sollten, sagen Sie mir bitte Bescheid.

Das Seminar beginnt am 29.04. Die Sitzungen werden nicht länger als 90 Minuten dauern. In der ersten Stunde werde ich in das entsprechende Thema einführen bzw. auf die wichtigsten Punkte des Themas hinweisen. Für den sich an meine Präsentation anschließenden Teil sind 30 Minuten für Diskussion geplant. Die Literatur wird auf die virtuelle Lehre hochgeladen. Ich hoffe, dass uns eine schöne und produktive Choreographie gelingt!


TERMINE:

29.04.2020: 15:00-18:00
20.05.2020: 15:00-18:00
27.05.2020: 15:00-18:00
17.06.2020: 15:00-18:00
24.06.2020: 15:00-18:00
15.07.2020: 15:00-18:00
22.07.2020: 15:00-18:00

Testat: Referat
Winter 2019/2020
Wissens- und Darstellungsformen der Entropie
Entropie und Neg-Entropie haben in den letzten Jahren im Rahmen der Medientheorien einen Aufschwung erlebt (Bernard Stiegler). Im Verlauf der Wissenschaftsgeschichte ist ihre wörtliche Bedeutung auf mehrere Referenzfelder ausgeweitet worden: Ursprünglich stand Entropie für „Umkehr“, um so die Irreversibilität bzw. die Umkehrbarkeit eines thermodynamischen Prozesses zu bezeichnen; heutzutage versteht man unter Entropie eine Maßeinheit für Chaos, Unordnung, Unvorhersehbarkeit, Kollaps, Verfall, Störquelle, Rauschen etc. Ihre funktionelle Anwendung ist ebenfalls über die Physik hinaus auf mehrere sonstige Disziplinen ausgedehnt worden: Informationstheorie, Allgemeine Systemtheorie, Kybernetik, Organisationssysteme, Medienkunst, generative Computerkunst etc. Das Ziel dieses Seminars ist es, die verschiedenen Bedeutungen der Begriffe Entropie und Neg-Entropie zu verfolgen und deren Darstellbarkeit in der Kunst aufzuzeigen. Zu diesem Zweck werden wir zunächst einen historischen Abriss der Begriffsbildung Entropie/Neg-Entropie in der Wissenschaft, der Informationstheorie (Claude von Shannon) und der Organisationstheorie (Kybernetik und Allgemeine Systemtheorie) erarbeiten. Anschließend werden wir die paradigmatische Bedeutung des Unordnungsfaktors (Störquelle, Rauschen, Chaos, Zufall, etc.) auf der Basis der Literatur der Medientheorie einer kritischen Analyse unterziehen: Ist nicht die Ordnung mehr das Fehlen der Übereinstimmung zwischen der äußeren und der inneren Ordnung („Those who make antitheses by forcing the words are like those who make false windows for symmetryʼs sake: their rules is not to speak right but to make right figures“ (Pascal)) als die Abwesenheit einer Ordnung? Zuletzt werden wir mittels dreier verschiedener Sichtweisen die Entwicklung und Evolution der Organisationssysteme beleuchten: Ordo ab Ordo (Erwin Schrödinger), Chaos ab Ordo (Heinz von Foerster) und Ordo ab Chaos (Dieter Mersch) sind drei beispielhafte Erklärungen der Entwicklung bzw. der Evolution eines Systems.
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Freitag jeweils 6h im Block (s.u.)
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Termine:Freitag jeweils 6h (10:00-16:30)

25.10.2019

22.11.2019

13.12.2019

24.01.2020

14.02.2019
Winter 2018/2019
Intimität im Zeitalter der technischen Medien
Ausgehend vom medienphilosophischen Ansatzpunkt, dass die Welt in sich eine Sache vermittelter Ordnung ist, strebt dieses Seminar das Ziel an, die Mittelbarkeit der technischen Medien im Zusammenhang mit dem symbolisch generalisierten Kommunikationsmedium „Liebe“ (Niklas Luhmann) zu untersuchen. Das Seminar besteht erstens in einer diskursanalytischen Begriffsbestimmung der Gestaltungs- und Bildungsprozesse kultureller Welten vor dem Hintergrund technischer Medien und zweitens in der Problematisierung der Funktion der symbolischen Codierung von Liebe und Intimität im Kontext der technischen Medien.

Sowohl bei den analogen als auch den digitalen Medien setzt die Vermitteltheit der Medien, bzw. die Tatsache, dass die Medien eine Botschaft vermitteln, eine gewisse Entfremdung des Menschen gegenüber der Maschine voraus (Gilbert Simondon), was wiederum durch die technischen Ensembles in einer neuen symbolischen Ordnung internalisiert wird. Die Internalisierung neuer symbolischen Ordnungen durch die technischen Ensembles benennt Gotthard Günther mit dem Begriff der „Introszendenz“, als Gegensatz zur Transzendenz. Dem folgend ließe sich fragen: Wie lässt sich die Liebe, als symbolischer Code der Intimität, in einem Zeitalter erklären, in dem alle Lebenssphären durch die technischen Medien auf die Öffentlichkeit hin ausgerichtet sind? Was für neue affektive "Sinnhorizonte“ (Gadamer) werden durch die technischen Medien erzeugt?

In dieser Hinsicht geht es bei diesem Seminar darum, die Redeordnungen der Intimität und der Codierung des Nahbedarfs durch die technischen Medien zu durchleuchten, und insbesondere den Zusammenhang zwischen den durch technische Medien vermittelten Welten und jenen Sphären, die sich der Vermitteltheit (Intimität, Privatsphäre) widersetzen, in eine Diskussion miteinander zu bringen.
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Mi 14-18h (jede zweite Woche)
Ort
UP
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Raum: Campus Neues Palais, Haus 22, Raum 0.39 (1.22.0.39)
Winter 2017/2018
Drei Stationen einer Genealogie der Kybernetik
Ziel des Seminars ist die medientheoretische Aufklärung des kybernetischen Wissens vor dem Hintergrund der technisch-geschichtlichen Entwicklung des Nachrichtenwesens. Auf Basis von drei Stationen, die die Entwicklung der Kybernetik deutlich abzeichnen, werden medienwissenschaftliche und medientheoretische Grundsätze der Nachrichtenwesenstechnologien chronologisch erklärt. Hierbei sollen die Macy-Konferenzen, die zwischen 1946-1953 stattfanden, einen Schwerpunkt des Seminars bilden. Damit wird eine besondere Bedeutung auf die „goldene Zeit“ der Kybernetik gelegt, deren Interesse darin besteht, sich jenseits eines Wissens der Nachrichtentechnologie, als eine allgemeine Wissenschaft zu etablieren. Zuletzt bilden die aus den Nachwirkungen der kybernetischen Prinzipien entstandenen medienwissenschaftlichen Theorien ein Thema des Seminars. Dabei werden die allgemeinen Grundsätze jeder Station vorgestellt und zugunsten der Gewinnung einer medienwissenschaftlichen und medientheoretisch fundierten Kritik der kybernetischen Epistemologie zum jeweiligen Themenbezug. Darüber hinaus wird auf Kontinuitäten und Brüche zwischen diesen drei Abschnitten der Entwicklung der Geschichte der Kybernetik aufmerksam gemacht.

Das Seminar ist als ein theoretisches Labor zu verstehen, in dem anhand der Literaturliste die dargestellten Themen behandelt und gemeinsam diskutiert werden. Die Teilnehmer sollen ein Referat halten und anschließend an den Vortrag seitens der Dozentin wird eine Diskussion stattfinden.
Dozent
Arantzazu Saratxaga
Termin
Mi 14-18 (eimal alle 2 Wochen)
Ort
ZeM
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 6
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
LEHRAUFTRAG von Arantzazu Saratxaga (Ersatz für ZeM-Reduktion von Marie-Luise Angerer)