Dr. Dagmar Just

Dr. Dagmar Just

dagmar.just@gmx.de



Veranstaltungen
Sommer 2013
Eine Grammatik der Anarchie? Traum-Szenarien in Texten und Medien
Wozu gibt es Träume? Aus welchem Stoff bestehen sie? Bilden sie, wie manche Forscher glauben, bloße „Überbleibsel der Evolution“ oder sind sie unverzichtbar für das Gleichgewicht der Welt? Was haben individuelle Alp-, Wahn- und Wach-träume mit religiösen Visionen und den Traum-Simulationen der Kunst gemein, und was verbindet die Produkte der „Traumfabrik Hollywood“ etwa mit den auf Anarchie und Revolte zielenden Traum-Szenarien des Surrealismus? 1899 vermu-tete Sigmund Freud in seiner „Traumdeutung“, dass„jeder Traum um einen un-übersetzbaren Kern kreist, der rätselhaft bleibt“. Wie präzis lassen sich Träume dann überhaupt lesen und deuten? Ausgehend von den klassischen Traumtheo-rien des Aristoteles, Novalis und Freud bzw. C.G. Jung sollen diese Fragen im Seminar untersucht und folgende quer durch die Zeiten und Medien ausgewählte Traum-Szenarien auf ihre strukturelle Lesbarkeit und ihr anarchisches Potential geprüft werden: Josephs Träume aus der Bibel, Calderons Drama Das Leben ein Traum, Eichendorffs Gedicht Die Blaue Blume, Strindbergs Traumspiel, Grande-villes Bilderzyklus Eine andere Welt, Freuds Der Wolfsmann, André Bretons Erstes surrealistisches Manifest, Marcel Duchamps’ Rrose Sélavi, Breton und Eluards Text Die unbefleckte Empfängnis und exemplarische Bilderrätsel von Rene Magritte und Max Ernst, Buňuels und Dalis Film L’Age d’Or, Stanley Kubricks Film-Adaption von Arthur Schnitzlers Traumnovelle: Eyes wide shut, Ingeborg Bachmanns Ein Geschäft mit Träumen, Heiner Müller Text Lessing. TraumSchlaf-Schrei und Christopher Nolans Inception.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
8.4.13-10.7.13
Ort
R 1.22.038
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA, NF
Teilnehmerbegrenzung
25
Winter 2012/2013
Ästhetik des Schreckens - Schrecken der Ästhetik? Worst-Case-Szenarios in Texten und Medien
Im Alltag sind Kriege, Natur- und Technikkatastrophen außerordentliche Unglücksfälle mit schweren Folgen, die man zu vermeiden oder durch Präventivmaßnahmen abzufedern sucht. In der Literatur sind sie dagegen wirkungsästhetisch intendiert und werden mit allen Mitteln und Effekten der Kunst inszeniert. Sie sollen unterhalten, schockieren, Lustangst oder auch Katharsis provozieren. Diese Ästhetisierung des Schreckens ermöglicht Distanz, verwässert aber zugleich das zum Gefahrenmanagement unerlässliche Verstörungspotential von Tod, Grauen und Zerstörung. Oder verstärkt sie es? Weckt oder betäubt sie die Sensiblität des breiten Publikums für Krisen und Gefahren? Exemplarisch sollen im Seminar die Extrem-szenarien der biblischen Sintflut, in Heinrich von Kleists "Erdbeben in Chili", Franz Kafkas "In der Strafkolonie", Ernst Jüngers "In Stahlgewittern" und Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker", Michael Crichtons Thriller "Welt der Angst", Francis Ford Coppolas "Apocalypse now", Chris Rheas "The Road to Hell" und Roland Emmrichs "2012" analysiert, mit markanten Thesen zur Katastrophe in den Künsten von Aristoteles bis Adorno und Bohrer kontextualisiert und vor dem Hintergrund des jüngsten Berichts des Club of Rome "2052", debattiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi 16-18 Uhr
Ort
Neues Palais 1.09.1.15
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA-EMW, NF MW
Teilnehmerbegrenzung
25
Sommer 2012
Die Orgien des Marquis de Sade – schwarze Experimente zwischen Literatur und Wissenschaft
Der Name des französischen Schriftstellers D.A.F. de Sade steht neben Reiseberichten und Dramen vor allem für den monströsen Kosmos seiner anonym erschienenen pornographisch-philosophischen Romane. Er selbst war über 20 Jahre interniert, sein Werk bis ins 20. Jahrhundert indiziert. Erst mit der Entdeckung der Sexualität als Forschungsdisziplin begann man, die Texte wiederzuentdecken und den Autor als Aufklärer, Rebellen, Protofeministen und extremistischen Vordenker einer „Ausweitung der Kampfzone“ in der Kunst zu rezipieren. Im Seminar soll sein Hauptwerk „Justine oder das Unglück der Tugend“ mikrologisch gelesen und dabei untersucht werden, ob es sich produktiv als Inszenierung eines noch die radikalsten modernen Wissenschafts- und Denkkonzepte vorwegnehmenden Experiments zur seelischen Konditionierung des Menschen beschreiben lässt. Dafür werden als zeitgenössische Werke d’Holbachs „System der Natur“ und La Mettries „Der Mensch eine Maschine“ herangezogen; als moderne philosophische Bezugstexte Burrhus Frederic Skinners „Jenseits von Freiheit und Würde“ (1982), Giorgio Agambens „Homo Sacer“(2002), Volker Sommers „Darwinistisch denken. Horizonte der Evolutionsbiologie“ (2007), Michael Gampers (Hg.) “Wir sind Experimente. Wollen wir es auch sein? Experiment und Literatur“ (2010) sowie Leni Riefenstahls Olympiafilm: „Fest der Schönheit“ und Luigi Russolos „L’Arte dei Rumori“.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi 14-16 Achtung Änderung!
Ort
UP 1.09.1.02
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
NF MW, BA EMW
Teilnehmerbegrenzung
25
Winter 2011/2012
Zwischen Paradies und Hölle - Utopien in Texten und Medien
Im Unterschied zu anderen literarischen Erfindungen sind Platons „Atlantis“, Brandans „Brazil“, Robinsons Pazifikeiland, der Kommunismus à la Marx und Engels und Huxleys „Brave New World“ als geflügelte Worte alltagsfähig geworden. Meist werden sie synonym für Sehnsuchtsorte, bessere Welten und Paradiese des „größten Glücks der größten Zahl“ gebraucht. Dabei unterscheiden sie sich in ihrem topographischen, politischen und sozialen Design mindestens ebenso wie im jeweils herrschenden Glücks-Konzept, das von der religiösen, sexuellen und ökonomischen Aussteigeridylle bis zur Terrorutopie reicht. Daher sollen im Seminar auf der Grundlage der klassischen Texte von Karl R. Popper „Utopie und Gewalt“, Paul Lafargue „Recht auf Faulheit“ und Ernst Bloch „Prinzip Hoffnung“ exemplarisch die Utopien von Hans Sachs „Schlaraffenland“, Francis Bacon „Nova Atlantis“, Henry Neville „Isle of Pine“, Marquis de Sade „Aline et Valcours“, Georg Forster „über Kapitän Cooks letzte Reise“, Aldous Huxley „Brave New World“ und Bioy Casares „Morels Erfindung“ auf ihre spezifischen Bedingungen untersucht, mit Marinettis futuristischem Koch-Manifest, Fritz Langs „Metropolis“ und Albert Speers städtebaulichem Projekt der „Reichs-hauptstadt „Germania“ kontextualisiert und vor dem Hintergrund aktueller Glücks-Diskurse aus Werbung und Medien kritisch debattiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi 16-18
Ort
UP 1.22.038
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW
Teilnehmerbegrenzung
25
Sommer 2011
Horrorwelten oder Welt als Horror? Unheimliche Räume in Texten und Medien
Kannibalische Riesen, mystische Doppel- und Wiedergänger, blutrünstige Monster, Zombies und Vampire geistern von der „Odyssee“ bis „Frankenstein“ als Schock- und Randfiguren durch die Literatur. Mit dem 20. Jahrhundert expandiert diese Spezies jedoch zu einem gigan-tischen Universum des Horror, das alle Künste, Genres und Alltagtexte kolonisiert (Stichwort Splatterfilme, Stephenie Meyers Vampirthriller, BSE-Hysterie). Im Mittelpunkt des Seminars steht daher die These, dass sich der Horror von einem Nischenprodukt der Phantasie zum universellen Zeichen der Unbehaustheit und seelischen „Antiquiertheit des Menschen“ in der modernen Welt emanzipiert. Ausgehend von den drei klassischen Texten Sigmund Freuds über „Das Unheimliche“, Günter Anders’ über die „Antiquiertheit des modernen Menschen“ und Alfred Hitchcocks über das Knowhow des Horrorfilms in Truffauts Interviewbuch sollen dafür exemplarisch imaginäre Räume quer durch die Zeiten aus Homers „Odyssee“, Goethes „Italienischer Reise“, de Sades „Justine“, Mary Shelleys „Frankenstein“, Poes „Der Rabe“ und Kafkas „Verwandlung“ mit den Bildern de Chirico und Francis Bacons und den Filmen „Playtime“ von Jacques Tati (1967) und „Inception“ von Christopher Nolan (2010) gegen-einander gelesen, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede geprüft und ihre Zeichenhaftigkeit debattiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi 16-18
Ort
UP Neues Palais 1.22.039
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW, NF
Teilnehmerbegrenzung
keine
Winter 2010/2011
Sigmund Freud auf der Couch - Die Geburt der Psychoanalyse aus dem Geist der Literatur. Sigmund Freud als Schriftsteller
Der Einfluss der Psychoanalyse auf die europäische Kunst des 20. Jahrhunderts und die Filmindustrie von Hollywood ist enorm. Sie inspirierte Künstler aller Genres und Couleur von Rilke und Gustav Mahler, Arnold und Stefan Zweig, Virginia Woolf, Jean Cocteau und Salvatore Dali bis zu Alfred Hitchcock, David Lynch und Woody Allen. Wie aber sieht es mit dem Einfluss der Kunst und Literatur auf ihren Erfinder aus? Ist es nur Zufall oder hat es Methode, dass Freud Schlüsselbegriffe der Psychoanalyse wie den „Ödipuskomplex“ und die „Katharsis“ aus der antiken Literatur und Mytho-logie bezieht, seine Fallgeschichten wie frühe Psychothriller organisiert – Stichwort „Der Fall Schreber“- und für seine Analysen auf künstlerische Arbeitstechniken zu-rückgreift – Stichwort: „Die Methode der freien Assoziation“? Im Mittelpunkt des Seminars soll die These stehen, dass Freud seine Wissenschaft aus dem Geist der Literatur kreiert, seine Kategorien aus ihr destilliert, in ihr durchspielt und durch sie historisch legitimiert. Ausgehend vom Bekenntnis des 13-jährigen zu Ludwig Börnes “Über die Kunst, in drei Tagen ein Originalschriftsteller zu werden“ sollen dafür exemplarisch seine „Traumdeutung“, „Das „Unheimliche“, „Über den Moses des Michelangelo“, „Das Motiv der Kästchenwahl“ „Gradiva“ und „Psychopathische Personen auf der Bühne“ mit den jeweiligen Vorlagen von Sophokles, Shakespeare, Goethe, Michelangelo, W. Jensen und E. T. A. Hoffmann kontextualisiert und deren Produktivität debattiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi. 16-18 Uhr
Ort
1.22.0.39
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 5
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2+4
Teilnehmerbegrenzung
25
Sommer 2010
Zwischen Bambi-Effekt und Horrorvision – Tiere in Texten und Medien
Seit den Anfängen der Schriftkultur bevölkern Tiere die Literatur. Prozessionsartig ziehen sie durch die Texte aller Zeiten und Räume als Täter und Opfer, Metaphern und Monster, Freun-de und Feinde des Menschen – von den antiken Tierfabeln und der christlichen Schlange im Paradies über die mittelalterlichen Tierepen und die modernen Meeres-Sagas von Jack Lon-don, Hermann Melville, Ernest Hemingway bis zu George Orwells Tier-Dystopia „Farm der Tiere“, Walt Disneys Zeichentrickidyllen und Steven Spielbergs Horrorthrillern. Zeus ver-wandelt sich in einen Stier und einen Schwan, die Romantik bevorzugt Katzen, Gregor Samsa wird zum Käfer. Einige Tierarten tauchen immer wieder auf, andere nie - warum? Sind die seit 1830 sich häufenden Geschichten um intelligente Affen – von Poe’s „Doppelmord in der Rue Morgue“ bis „King-Kong“ nur Zufall oder eine Folge des Aufstiegs der Evolutionstheo-rie? Besteht zwischen dem Boom der Horrorfilme und dem problematischen Verhältnis des modernen Menschen zur Natur ein Zusammenhang?
Unter dieser Fragestellung sollen im Seminar exemplarisch die Tierbilder in Äsops Fabeln, Aristophanes’ „Die Vögel“, Goethes „Reineke Fuchs“, Wilhelm Hauff/ Hans-Werner Henzes „Der Affe als Mensch“, Kafkas „Bericht für eine Akademie“, Walt Disneys „Bambi“ und Hitchcocks „Die Vögel“ untersucht, verglichen und mit markanten Thesen von Descartes, Darwin und Wolfgang Köhler kontrastiert und kontextualisiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mittwochs 16-18
Ort
Neues Palais 1.11.125
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW, NF Medienwissenschaft
Teilnehmerbegrenzung
25
Das Böse, ist es wirklich banal? Die Moral der Tabubrüche in Texten und Medien
Der 1963 von Hannah Arendt geprägte Ausdruck von der „Banalität des Bösen“ steht quer zur philosophischen Tradititon, ist bis heute umstritten und dennoch als geflügeltes Wort in den Sprachgebrauch eingegangen. Wie produktiv ist er? Braucht er als Kontext den Eichmann-Prozess oder funktioniert er auch als General-These zur Beschreibung des Bösen in Literatur und den Medien? Was ist überhaupt böse oder banal im Zeitalter des Welterfolgs von Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“ (2006) Jonathan Demmes „Schweigen der Lämmer“ (1992) oder Oliver Stones „Natural born killers“ (1994)? Haben diese Kategorien mit dem 20. Jahrhundert eine neue Qualität erreicht, oder bleiben sie strukturell gleich? Ausgehend vom biblischen Sündenfall und den zehn Geboten sollen im Seminar exemplarisch Facetten des Bösen in Shakespeares „Kaufmann von Venedig“, Puccinis „Tosca“, Thomas Manns „Mario und der Zauberer“ und Ian Flemings „Goldfinger“ (Comic) oder Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ (Film) untersucht und vor dem Hintergrund der entsprechenden Vorschläge von Hannah Arendt, Friedrich Nietzsche, George Bataille und Rüdiger Safranski auf ihre Komplexität bzw. Banalität befragt werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
19.5., 29.5./30.5. und 5.6./6.6. jeweils 10-19 Uhr
Ort
2.05.1.03 / 2.08.0.13
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 4
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Vorbesprechung 19.5. 15.30-16.00 Uhr Raum 1.08.0.75
Winter 2009/2010
Rebellen – schöne Helden, edle Kriminelle?
Von Cäsar bis Jeanne D’Arc, Medea bis Werther und Che Guevara schreibt die abendländi-sche Spezies der Rebellen seit über zweitausend Jahren Geschichte - in der Realität wie in der Fiktion. „Aus Sehnsucht nach dem unerreichbaren Absoluten wird „der Mensch, der Nein sagt“ (Camus) quer durch die Zeiten, Gattungen und Geschlechter zum radikalen Widersacher des Status Quo, moralischen Brandstifter und Gesetzesbrecher. In der Realität meist als „Agent des Bösen“ mit Verfolgung, Strafe und Tod bedroht, bildet er in der Literatur gerade-zu den Prototyp des faszinierenden, tragischen Helden.
Parallel zu Camus’ Konzept vom „Menschen in der Revolte“ (1953) und George Batailles Essay „Die Literatur und das Böse“ (1957/87) sollen im Seminar unterschiedliche literarische und mediale Inszenierungen von Rebellion in der biblischen und antiken Mythologie, in Luthers Kampfschrift „An den Christlichen Adel deutscher Nation“ (1520), John Milton’s „Das verlorene Paradies“ (1667), Jakob Michael Reinhold Lenz’ „Hofmeister“ (1774), Christa Wolfs „Kein Ort nirgends“ (1979), Nicholas Rays Kinofilm „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ (1955) und dem Rolling-Stones-Songtext „I can’t get no satisfaction“ (1965) analysiert, verglichen, auf ihre moralische Ambivalenz untersucht und die Frage nach Formen von Rebellion heute am Beispiel des PC-Spiels „rebels“ diskutiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi 15:15-16:45
Ort
UP 1.12.005
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Leistungspunkte
2 oder 6
Zielgruppe
BA EMW, Nebenfach MW
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Lehrauftrag
Sommer 2009
Die Einsamkeit des Minotaurus: zur Topographie von Kafkas Labyrinthen
Die Vorstellung vom Labyrinth als einem kunstvoll konstruierten Gefängnis aus verschlungenen Gängen, Wegen, Hecken, Fluchten, Zimmern zur gezielten Irreführung von Eindringlingen oder Ausbrechern ist durch die antike Sage vom Minotaurus ebenso geprägt wie durch archäologische Grabungen und Darstellungen aus der Kunstgeschichte. Im frühen Mittelalter wird der Begriff erstmals zur Kennzeichnung verworrener Verhältnisse und unübersichtlicher Sachverhalte benutzt. Aber erst durch die Werke von Franz Kafka und Jorge Luis Borges wird das Labyrinth zum literarischen Topos und ontologischen Schlüsselmodell der Moderne.

Ausgehend von den visuellen Labyrinthvorstellungen in der Mythologie und in Piranesis „Carceri“ soll im Seminar untersucht werden, wie Kafka seine literarischen Labyrinthe in den Romanen „Der Prozess“ und „Das Schloss“ konstruiert. Ergänzend werden dazu neben Gustav René Hockes „Die Welt als Labyrinth. Manierismus und Manier in der europäischen Kunst“ vor allem die klassischen Kafka-Essays von Canetti, Camus, Benjamin und Adorno herangezogen. Außerdem geht es um die Frage, wie Orson Welles die Topographie von Kafkas Labyrinthen für seinen „Prozess“-Film adaptiert.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Mi. 15:15-16:45
Ort
UP 1.9.204
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Blockseminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW, BA Kuwi Modul 3
Teilnehmerbegrenzung
25
Don Juan - revisited Vom Rebell zum Neurotiker?
Die Geschichte des notorischen Frauenverführers und leidenschaftlichen Hedonisten Don Juan zählt zu den meistbearbeiteten Stoffen der Weltliteratur. Kraftvoll, triebhaft, hochfahrend und kompromisslos, radikal dieseitsgläubig bis zur Bereitschaft, zu morden, verkörpert die Figur eine der großen Renaissancekonzeptionen, die die Befreiung der Persönlichkeit von allen Bindungen und Hemmungen feiert. Wie aber verändert sich dieser Don Juan im Lauf der Zeit und in den verschiedenen Gattungen? Ändern sich die Frauenbilder? Und was folgt für die Konstruktion des Helden aus der Tatsache, dass Hedonismus heute zur geschlechtsüber-greifenden Bürgerpflicht erhoben scheint?

Unter diesen Blickwinkeln sollen im Seminar die Don-Juan-Komödie von Molière, die „Don Giovanni“-Oper von Mozart/da Ponte, das Don-Juan-Epos von Lord Byron und der 2008 erschienene Roman „Don Juan de la Mancha oder die Erziehung der Lust“ von Robert Menasse analysiert und durch die Lektüre der Essays zum „Don Juanismus“ von Camus und Nietzsche ergänzt werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Vorbesprechung 2.6., Seminar 13./14.6. und 20./21.6. 10.30-17.30 Uhr
Ort
UP Golm Haus 14 Raum 306
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Blockseminar
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW, BA Kuwi Modul 5
Teilnehmerbegrenzung
25
Zusätzliche Informationen
Vorbesprechung und Referatsvergabe am 2.6. 14.45 Uhr Am Neuen Palais Raum 1.9.204
Winter 2008/2009
Erfolgsmodelle - Texte, Bilder, Kontexte
Erfolg - verstanden als zentrale Kanonisierungskategorie und Markenzeichen eines extrem heterogenen Repertoires von Werken verschiedenster Provenienz und ästhetischer Qualität, das - von Luthers Bibelübersetzung bis zu Walt Disneys Bambifilmen oder Hergés Comics - alle Epochen, Gattungen und Genres einschließt. Wobei die oft lineare formale Struktur und der hohe Anteil an Kolportageelementen diese Werke vielfach der interpretatorischen Neugier entzieht, während der Massenerfolg sie gleichzeitig zu einer einzigartigen Momentaufnahme der jeweiligen historischen Situation prädestiniert, zum Reflex unterschiedlichster dominanter sozialer Projektionen, kultureller Szenarien und Moden. Unter dieser Prämisse könnten im Seminar ausgewählte literarische Erfolgstexte und mediale Inszenierungen mit klassischen Essays zum Thema konfrontiert, historisch kontextualisiert, strukturell analysiert und vor dem Hintergrund der aktuellen Marketingstrategien im Literatur- und Kulturbetrieb problematisiert werden.
Konkret heißt das, Schillers Räuber, Marx und Engels
Kommunistisches Manifest, Karl Mays Durchs Land der Skipetaren, Stefan Zweigs Amok, Bernhard Schlinks Vorleser, Art Spiegelmans Comic Maus und Tarantinos Pulp Fiction sollten mit entsprechenden Passagen aus Horkheimer / Adornos Dialektik der Aufklärung, Ecos Apokalyptikern und Integrierten, McLuhans Mechanischer Braut, Schillers Über das Gemeine und Niedrige in der Kunst, Kracauers Über Erfolgsbücher, Susan Sontags Camp-Essay und Edgar Allen Poes Theorie der Komposition gegengelesen und analysiert werden.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
Di 15:15 - 16:45
Ort
UP 1.22.039
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 7
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2
Zielgruppe
BA EMW / NF
Teilnehmerbegrenzung
25
Winter 2007/2008
Literarische Führerinszenierungen in kulturwissenschaftlicher Perspektive
Reale wie fiktive Führerfiguren sind primär durch ihre Massenwirkung definiert. In der Literatur wird diese exklusive Eigenschaft häufig historisch (Hitler) oder religiös (Jesus) legitimiert, epidemisch infiziert (Werther) oder industriell programmiert (James Bond). Im Seminar sollen unterschiedliche Inszenierungen der zwei Grundtypen des geistigen und des militärischen Führers medienübergreifend aus kulturgeschichtlicher Perspektive analysiert und die Veränderungen im Umgang mit gesellschaftlichen Schlüsselwerten wie Gewalt, Macht, Masse, Individuum untersucht werden. Der Textcorpus umfaßt neben der Inszenierung des biblischen Gottes im Sündenfall-Kapitel (Gen 3,1-24) die von Goethes "Werther", Nietzsches "Zarathustra", Thomas Manns "Bruder Hitler", Heinrich Manns Intellektuellen in "Geist und Tat" und James Bond im gleichen Roman, Film und Comic. Methodisch wird auf Ecos "Untersuchungen zur Massenkultur" und die massen-psychologischen Theorien von Gustave le Bon, Hermann Broch und Wilhelm Reich Bezug genommen. Um persönliche Anmeldung wird gebeten.
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
23.10. 15.00 Uhr, 10.11., 11.11., 17.11., 18.11.
Ort
1.09.204
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
Seminar
Zielgruppe
Nebenfach Medienwissenschaft
Teilnehmerbegrenzung
keine
Sommer 2007
Rausch
siehe Aushang
Dozent
Dr. Dagmar Just
Termin
dienstags 15:15-16:45
Ort
1.12.001
SWS
2
Studiengang
BA
Module (BA): 10
Pflichtveranstaltung
-
Veranstaltungsart
S
Leistungspunkte
2 bzw. 6
Zielgruppe
B.A.
Teilnehmerbegrenzung
15