Aktuelles Winter 2016/2017

Vortrag und Diskussion mit Arthur Engelbert: Die Wahrnehmung der Katastrophe als mediales Ereignis

Hinsichtlich der Medienberichterstattung wurde die Auseinandersetzung auf drei jüngere und eine kommende Katastrophe begrenzt. Dabei handelt es sich erstens um den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, zweitens um die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Neu Mexiko, beide aus dem Jahr 2010, und drittens um das Reaktorunglück in Fukushima von 2011, ausgelöst durch ein Erdbeben mit einer Flutwelle im Nordosten Japans. Darüber hinaus wurde hinsichtlich der „kommenden Katastrophe“ die ökologische Vermarktung des „Sterbens“, d.h. des Wald-, Gletscher- und Bienensterbens aufgegriffen und weiterentwickelt. Seit ein paar Jahren ist das Bienensterben ein Dauerthema in den Medien. Das Bienensterben wird zu Beginn des zweiten Teiles ausführlicher behandelt sowie um weitere Aspekte zur Wahrnehmung von Katastrophen ergänzt.
Der Vortrag greift auf eine zeitaufwendig erstellte Präsentation zurück. Anhand dieser zeithistorisch basierten Präsentation ergeben sich möglicherweise aktuelle Bezüge sowie weitergehende Fragestellungen, die in der vorgesehenen Diskussion behandelt werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Master-Verbundsseminars »Ereignis und Katastrophe« von Prof. Dr. Marie-Luise Angerer und Prof. Winfried Gerling statt.

Zur Person:
Arthur Engelbert ist seit 1996 Professor für Medientheorie und Kunstwissenschaft an der FH Potsdam und habilitierte 1998 im Fach „Medientheorie und Kunstwissenschaft“. Neben seiner Lehrtätigkeit leitete Arthur Engelbert über zehn Jahre hinweg ein Multimediaunternehmen (MIB) in Berlin, war viele Jahre im Vorstand des Werkbund-Archivs in Berlin und hat seit 1999 ein interdisziplinäres Forschungsprojekt (cultrans) aufgebaut, das Transfers zwischen den Kulturen und Künsten untersucht. Von 2010 bis 2015 gehört er dem DFG-Graduiertenkolleg „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung“ an der Universität Potsdam an. In 2012 gründete er mit anderen das Institut für angewandte Realitätsveränderung.

Zeit:
17.11.2016  12.30 – 14.00 Uhr

Ort:
D207