Aktuelles Sommer 2015
Öffentliche Ringvorlesung "Forensische Ästhetik: Interdisziplinäre Betrachtungen" des Graduiertenkollegs „Sichtbarkeit & Sichtbarmachung“ mit Andree Korpys und Markus Löffler

Andree Korpys/Markus Löffler: Ein paar Halbstiefel, die unter dem Regal im Abstellraum auf Glasbausteinen stehen
1971 wird Horst Herold zum Präsidenten des Bundeskriminalamtes ernannt. Mit der Einführung von elektronischen Datenarchivierungs- und Fahndungssystemen der negativen Rasterfahndung, des maschinenlesbaren Personalausweises mit Fingerabdruck, den Systemen INPOL (Informationssystem der Polizei) oder PIOS (Personen Institutionen Organisationen Sachen), um nur die wichtigsten zu nennen, gilt Horst Herold vielen als Wegbereiter des „Überwachungsstaates“.
Herolds Vorstellung „...man müsse mit den Mitteln der Elektronik vor dem Täter am Tatort sein...“, bedingt menschliche Handlungen zu erfassen, ehe sie sich zu kriminellen Handlungen verdichten.
Ähnlich wie die Romanfigur John Anderton in Phillip K. Dicks „MinorityReport“ sieht der Präsident des BKA in den Mitgliedern der Roten Armee Fraktion visionäre Präkogniker, die für eine Verbesserung der Gesellschaft genutzt werden sollten. Herold: „Eigentlich müssen wir der Roten Armee Fraktion tief dankbar sein, dass sie uns auf ein Veränderungspotential und auf eine Bewegungstendenz in der Gesellschaft hinweist, die uns allen gefährlich werden könnte. Es ist die große Chance, die die RAF uns gibt, diese Bewegung zu erkennen und die Veränderung in einer Weise, die gesellschaftskonform ist, selbst zu Ende zu führen.“
Anhand von Tatortbefundsaufnahmen des BKA zu Konspirativen Wohnungen der Jahre 1977-85 möchten wir die Anfänge des „Data-Minings“ in der BRD beschreiben. Ergänzend würden wir 2 künstlerische Arbeiten zeigen, die unmittelbar auf die Tatortbefundsaufnahmen des BKA zurückgehen und kriminalistische Methodik als künstlerisches Mittel einsetzen.
Andree Korpys/Markus Löffler
1966/1963 in Bremen geboren.
Leben und arbeiten in Berlin und Bremen
Zusammenarbeit seit dem Foto/Film-Design Studium 1989 an der FH Bielefeld
Seit 2009 gemeinsame Professur für Künstlerische Raum – und Körperkonzepte an der HFK Bremen im Studiengang Freie Kunst.
Einzelausstellungen (Auswahl):
2013
Hi Fiction Science, Galerie Meyer Riegger
2012
Geist, Künstlerhaus Bremen (mit Dieter Schmal) F/Stopp, Leipziger Baumwollspinnerei
2010
Strahlungen, Meyer Riegger Galerie, Berlin
Stadt von Morgen, Kunstverein Ruhr
2008
159 Jahre Revolution, Marstall, Kunstverein Rastatt
Galerie Otto Schweins, Köln
2007
Die Sehnsucht nach Glück findet Stillung in der Poesie, Wiener Secession
Edith Ruß-Haus, Oldenburg
Termin:
Montag, 06.07.2015
18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ort:
KW Institute for Contemporary Art
Auguststr. 69, 10117 Berlin
Studiolo, Vorderhaus, 1. OG
1971 wird Horst Herold zum Präsidenten des Bundeskriminalamtes ernannt. Mit der Einführung von elektronischen Datenarchivierungs- und Fahndungssystemen der negativen Rasterfahndung, des maschinenlesbaren Personalausweises mit Fingerabdruck, den Systemen INPOL (Informationssystem der Polizei) oder PIOS (Personen Institutionen Organisationen Sachen), um nur die wichtigsten zu nennen, gilt Horst Herold vielen als Wegbereiter des „Überwachungsstaates“.
Herolds Vorstellung „...man müsse mit den Mitteln der Elektronik vor dem Täter am Tatort sein...“, bedingt menschliche Handlungen zu erfassen, ehe sie sich zu kriminellen Handlungen verdichten.
Ähnlich wie die Romanfigur John Anderton in Phillip K. Dicks „MinorityReport“ sieht der Präsident des BKA in den Mitgliedern der Roten Armee Fraktion visionäre Präkogniker, die für eine Verbesserung der Gesellschaft genutzt werden sollten. Herold: „Eigentlich müssen wir der Roten Armee Fraktion tief dankbar sein, dass sie uns auf ein Veränderungspotential und auf eine Bewegungstendenz in der Gesellschaft hinweist, die uns allen gefährlich werden könnte. Es ist die große Chance, die die RAF uns gibt, diese Bewegung zu erkennen und die Veränderung in einer Weise, die gesellschaftskonform ist, selbst zu Ende zu führen.“
Anhand von Tatortbefundsaufnahmen des BKA zu Konspirativen Wohnungen der Jahre 1977-85 möchten wir die Anfänge des „Data-Minings“ in der BRD beschreiben. Ergänzend würden wir 2 künstlerische Arbeiten zeigen, die unmittelbar auf die Tatortbefundsaufnahmen des BKA zurückgehen und kriminalistische Methodik als künstlerisches Mittel einsetzen.
Andree Korpys/Markus Löffler
1966/1963 in Bremen geboren.
Leben und arbeiten in Berlin und Bremen
Zusammenarbeit seit dem Foto/Film-Design Studium 1989 an der FH Bielefeld
Seit 2009 gemeinsame Professur für Künstlerische Raum – und Körperkonzepte an der HFK Bremen im Studiengang Freie Kunst.
Einzelausstellungen (Auswahl):
Hi Fiction Science, Galerie Meyer Riegger
Geist, Künstlerhaus Bremen (mit Dieter Schmal) F/Stopp, Leipziger Baumwollspinnerei
Strahlungen, Meyer Riegger Galerie, Berlin
Stadt von Morgen, Kunstverein Ruhr
159 Jahre Revolution, Marstall, Kunstverein Rastatt
Galerie Otto Schweins, Köln
Die Sehnsucht nach Glück findet Stillung in der Poesie, Wiener Secession
Edith Ruß-Haus, Oldenburg
Termin:
Montag, 06.07.2015
18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Ort:
KW Institute for Contemporary Art
Auguststr. 69, 10117 Berlin
Studiolo, Vorderhaus, 1. OG