Aktuelles Sommer 2015
Medienwissenschaftliches Doktoranden- und Forschungskolloquium und Ringvorlesung mit Prof. Winfried Gerling im ZeM - Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaft

Medienwissenschaftliches Dokotranden- und Forschungskolloquium | 16.30-18.30 Uhr
MARTIN STEFANOV: Devianzästhetik. Abweichung als Paradigma der Avantgarde/film/theorie/geschichte
Im ersten Teil des Vortrags soll eine Einführung in das Dissertationsthema gegeben und dabei erläutert werden, welches Ziel damit verbunden ist, die Geschichte der Theoriebildung um den Avantgardefilm zu rekonstruieren entlang unterschiedlicher Negativitätsfiguren, die sich unter dem Leitbegriff „Devianz“ vereinen lassen. In einem zweiten Teil sollen diese allgemeinen Erwägungen anschaulich gemacht werden durch den Blick auf einen Abschnitt der Dissertation: „Adornos Skizze einer Filmphilosophie“, in der ebenjene Devianz als ästhetisch gewendete Nicht-Identität entwickelt wird.
Zu Martin Stefanov: Studium der Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Musikwissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien und Studium der Philosophie, Filmwissenschaft und Musikwissenschaft in Berlin. Diplomarbeit über den Klischeebegriff in der Filmphilosophie von Gilles Deleuze bei Ludwig Nagl, Wien. Seit 2011 Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens“. Dissertation mit dem Titel „Devianzästhetik. Abweichung als Paradigma der Avantgarde/film/theorie/geschichte“ bei Michael Mayer und Dieter Mersch.
Ringvorlesung | 18.30-20.30 Uhr
PROF. WINFRIED GERLING (FH Potsdam): Am Rande der Aufmerksamkeit - Digitales Knipsen als Problem für die Medienwissenschaft
Termin:
09. Juli 2015, 18:30 - 20:30 Uhr
Ort:
Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM),
Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam
Fotografieren ist eine der gegenwärtigsten und weitverbreitetsten medialen Praktiken. Das „smarte“ Telefon und andere „smarte“ Fotoapparate haben dafür gesorgt, dass eine Kamera jederzeit und fast überall verfügbar ist. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Verfügbarkeit eines bilderproduzierenden Apparates und damit auf die Situationen, in denen Bilder gemacht werden können, sondern auch auf die Einbettung dieser Apparate in unsere Umwelt und das Verhalten der NutzerInnen mit Ihnen – siehe „Selfiestick“.
Im Zentrum des Vortrags werden die Verhältnisse von Körper, Apparat, Software, Ästhetik und medialer Umgebung (Vernetzung) stehen, in die die fotografische Praxis eingebunden ist.
Der Vortrag widmet sich – wie der Titel „Am Rande der Aufmerksamkeit“ ankündigt - aus zweierlei Gründen einer ubiquitären digitalen Fotografie:
Erstens ist die fotografische Praxis weit in unseren Alltag implementiert, was die private wie öffentliche Kommunikation mit fotografischen Bildern immer selbstverständlicher und damit in gewisser Weise auch nebensächlicher macht. Es kommt dem einzelnen Bild keine ungeteilte Aufmerksamkeit mehr zu...
Zweitens ist die Fotografieforschung eine Wissenschaft ohne disziplinäre „Heimat“. Sie wird in verschiedenen Wissenschaften (Kunstgeschichte, Soziologie, Medienwissenschaft...) am Rande immer wieder thematisiert, bleibt aber eher Liebhaberei einzelner ForscherInnen, von wenigen institutionellen Beispielen abgesehen. So gibt es keine konsistente Fotowissenschaft, eine Filmwissenschaft hingegen ist lange etabliert.
Es soll diskutiert werden, inwieweit die Medienwissenschaft der Fotografie näher kommt als andere Wissenschaften und ihr so möglicherweise eine disziplinäre Heimat sein könnte und was die Medienwissenschaft von der Untersuchung dieser paradigmatischen Mediennutzung lernen kann.
MARTIN STEFANOV: Devianzästhetik. Abweichung als Paradigma der Avantgarde/film/theorie/geschichte
Im ersten Teil des Vortrags soll eine Einführung in das Dissertationsthema gegeben und dabei erläutert werden, welches Ziel damit verbunden ist, die Geschichte der Theoriebildung um den Avantgardefilm zu rekonstruieren entlang unterschiedlicher Negativitätsfiguren, die sich unter dem Leitbegriff „Devianz“ vereinen lassen. In einem zweiten Teil sollen diese allgemeinen Erwägungen anschaulich gemacht werden durch den Blick auf einen Abschnitt der Dissertation: „Adornos Skizze einer Filmphilosophie“, in der ebenjene Devianz als ästhetisch gewendete Nicht-Identität entwickelt wird.
Zu Martin Stefanov: Studium der Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Musikwissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien und Studium der Philosophie, Filmwissenschaft und Musikwissenschaft in Berlin. Diplomarbeit über den Klischeebegriff in der Filmphilosophie von Gilles Deleuze bei Ludwig Nagl, Wien. Seit 2011 Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens“. Dissertation mit dem Titel „Devianzästhetik. Abweichung als Paradigma der Avantgarde/film/theorie/geschichte“ bei Michael Mayer und Dieter Mersch.
Ringvorlesung | 18.30-20.30 Uhr
PROF. WINFRIED GERLING (FH Potsdam): Am Rande der Aufmerksamkeit - Digitales Knipsen als Problem für die Medienwissenschaft
Termin:
09. Juli 2015, 18:30 - 20:30 Uhr
Ort:
Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM),
Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam
Fotografieren ist eine der gegenwärtigsten und weitverbreitetsten medialen Praktiken. Das „smarte“ Telefon und andere „smarte“ Fotoapparate haben dafür gesorgt, dass eine Kamera jederzeit und fast überall verfügbar ist. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Verfügbarkeit eines bilderproduzierenden Apparates und damit auf die Situationen, in denen Bilder gemacht werden können, sondern auch auf die Einbettung dieser Apparate in unsere Umwelt und das Verhalten der NutzerInnen mit Ihnen – siehe „Selfiestick“.
Im Zentrum des Vortrags werden die Verhältnisse von Körper, Apparat, Software, Ästhetik und medialer Umgebung (Vernetzung) stehen, in die die fotografische Praxis eingebunden ist.
Der Vortrag widmet sich – wie der Titel „Am Rande der Aufmerksamkeit“ ankündigt - aus zweierlei Gründen einer ubiquitären digitalen Fotografie:
Erstens ist die fotografische Praxis weit in unseren Alltag implementiert, was die private wie öffentliche Kommunikation mit fotografischen Bildern immer selbstverständlicher und damit in gewisser Weise auch nebensächlicher macht. Es kommt dem einzelnen Bild keine ungeteilte Aufmerksamkeit mehr zu...
Zweitens ist die Fotografieforschung eine Wissenschaft ohne disziplinäre „Heimat“. Sie wird in verschiedenen Wissenschaften (Kunstgeschichte, Soziologie, Medienwissenschaft...) am Rande immer wieder thematisiert, bleibt aber eher Liebhaberei einzelner ForscherInnen, von wenigen institutionellen Beispielen abgesehen. So gibt es keine konsistente Fotowissenschaft, eine Filmwissenschaft hingegen ist lange etabliert.
Es soll diskutiert werden, inwieweit die Medienwissenschaft der Fotografie näher kommt als andere Wissenschaften und ihr so möglicherweise eine disziplinäre Heimat sein könnte und was die Medienwissenschaft von der Untersuchung dieser paradigmatischen Mediennutzung lernen kann.