Aktuelles Sommer 2015

Medienwissenschaftliches Doktoranden- und Forschungskolloquium im ZeM - Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaft

Medienwissenschaftliches Dokotranden- und Forschungskolloquium | 16.30-18.30 Uhr

JULIA STEGMANN: Rechte Gewalt im deutschen Kino

Nach der deutschen Vereinigung steig die Zahl rechts-motivierter Gewalttaten massiv an. Mindestens 180 Menschen wurden seitdem aus rassistischer oder antisemitischer Motivation getötet, weil sie den Tätern als homosexuell, links, behindert oder obdachlos galten oder aus anderen Gründen deren Feindbildern entsprachen (dabei ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen). Über die meisten dieser Gewalttaten war in der überregionalen deutschen Presse nur wenig zu erfahren. Lediglich die Eskalation der Gewalt, welche in den Pogromen von Hoyerswerda (1991) und Rostock-Lichtenhagen (1992) sowie den rassistischen Brandanschlägen von Mölln (1992) und Solingen (1993) gipfelten, sorgte in den deutschen wie in den internationalen Medien für Schlagzeilen. In dieser Zeit setzte auch die filmische Auseinandersetzung mit diesem Thema ein. Es entstand eine Reihe von Spiel- und Dokumentarfilmen, die sich in erster Linie mit den Täter/-innen befasste. An Hand von Filmen, die seit den 1990er Jahren entstanden, unterusche ich, wie rechte Gewalt im deutschen Kino verhandelt wird. Welche Diskurse lassen sich in den untersuchten Filmen aufzeigen? Aus wessen Perspektive wird erzählt? Wo ergeben sich Leerstellen?

Julia Stegmann studierte deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften in Zürich, promoviert z.Zt. bei Prof. Dr. Sven Kramer (Lüneburg) und Ursula v. Keitz (Potsdam) zum oben genannten Thema und arbeitet als Bildungsreferentin zu den Themenbereichen rechte Gewalt und Rassismus, kritisches Weißsein und Film u.a. für den Opferperspektive e.V.

Termin:
16. Juli 2015, 18:30 - 20:30 Uhr

Ort:
Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM),
Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam