Aktuelles Sommer 2013
13.06.2013 | 18:00 | Vortrag Prof. Dr. Johann N. Schmidt (Hamburg): Erinnerung und Vergessen. Die Erfahrung von Zeit in den Filmen von Alain Resnais



Öffentlicher Vortrag, Donnerstag, 13. Juni 2013, 18.00 Uhr
Fachhochschule Potsdam, Europäische Medienwissenschaft (FH & Universität Potsdam), Pappelallee 8-9, Hauptgebäude, HG 067
Schon in den Titeln einiger Filme von Alain Resnais sind die Themen der Erinnerung, des Gedächtnisses und der damit einhergehenden zeitlichen Abfolge explizit benannt: Das Gedächtnis der Welt, Letztes Jahr in Marienbad, Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr. In seinem ersten Spielfilm Hiroshima mon amour wird das im traditionellen Kino verfolgte Zeitkonzept bereits radikal in Frage gestellt: Hier haben wir nicht mehr mit einer handlungslogischen Abfolge von Ereignissen zu tun, sondern mit einer „inneren Chronologie“, an deren Schnittstellen die Vergangenheit sichtbar gemacht bzw. im drohenden Vergessen ausgelöscht wird.
Das Spannende der Filme Resnais' liegt nicht darin, wie wir als Zuschauer die unterschiedlichen Zeitebenen wieder zusammenfügen, sondern wie wir uns zu den Fragmenten von Erinnerung verhalten. Ausschnitte aus den Filmen sollen Resnais' Verfahrensweise zeitlicher Modellierung veranschaulichen.
Johann N. Schmidt studierte Anglistik, Romanistik und Germanistik in München und Swansea. Von 1984-2010 war er Professor für Englische Philologie an der Universität Hamburg, seine Forschungen reichen vom englischen Roman des 18.-20. Jahrhunderts und dem Melodrama über die Architektur in den USA bis zu diversen Bereichen der Film Studies. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören Satire: Swift und Pope (1977), Charles Dickens, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (1978; 5. Aufl. 1996), D.H. Lawrence: 'Sons and Lovers' (1983), Ästhetik des Melodramas (1986), Wolken-Kratzer. Ästhetik und Konstruktion (1991), Die Spur durch den Spiegel. Der Film in der Kultur der Moderne (2004, Hrsg. mit Malte Hagener und Michael Wedel) und Großbritannien 1945 - 2010. Kultur, Politik, Gesellschaft (2011).
Fachhochschule Potsdam, Europäische Medienwissenschaft (FH & Universität Potsdam), Pappelallee 8-9, Hauptgebäude, HG 067
Schon in den Titeln einiger Filme von Alain Resnais sind die Themen der Erinnerung, des Gedächtnisses und der damit einhergehenden zeitlichen Abfolge explizit benannt: Das Gedächtnis der Welt, Letztes Jahr in Marienbad, Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr. In seinem ersten Spielfilm Hiroshima mon amour wird das im traditionellen Kino verfolgte Zeitkonzept bereits radikal in Frage gestellt: Hier haben wir nicht mehr mit einer handlungslogischen Abfolge von Ereignissen zu tun, sondern mit einer „inneren Chronologie“, an deren Schnittstellen die Vergangenheit sichtbar gemacht bzw. im drohenden Vergessen ausgelöscht wird.
Das Spannende der Filme Resnais' liegt nicht darin, wie wir als Zuschauer die unterschiedlichen Zeitebenen wieder zusammenfügen, sondern wie wir uns zu den Fragmenten von Erinnerung verhalten. Ausschnitte aus den Filmen sollen Resnais' Verfahrensweise zeitlicher Modellierung veranschaulichen.
Johann N. Schmidt studierte Anglistik, Romanistik und Germanistik in München und Swansea. Von 1984-2010 war er Professor für Englische Philologie an der Universität Hamburg, seine Forschungen reichen vom englischen Roman des 18.-20. Jahrhunderts und dem Melodrama über die Architektur in den USA bis zu diversen Bereichen der Film Studies. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören Satire: Swift und Pope (1977), Charles Dickens, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (1978; 5. Aufl. 1996), D.H. Lawrence: 'Sons and Lovers' (1983), Ästhetik des Melodramas (1986), Wolken-Kratzer. Ästhetik und Konstruktion (1991), Die Spur durch den Spiegel. Der Film in der Kultur der Moderne (2004, Hrsg. mit Malte Hagener und Michael Wedel) und Großbritannien 1945 - 2010. Kultur, Politik, Gesellschaft (2011).