Aktuelles Sommer 2012
KAHL - 50 Jahre Kernenergie in deutschen Dokfilmen | LEBENSZEICHEN - Radioaktiv!

Kurzfilmprogramm
Einführung: Kai S. Knörr (EMW)
Ort: Filmmuseum Potsdam
Auch das Dokumentarfilmgenre lieferte Beiträge zur Kulturgeschichte der Radioaktivität. Wir versuchen, ein Ost-West-Panorama über ein halbes Jahrhundert Kernenergie in Deutschland zu liefern. Das Kurzfilmprogramm zeigt u.a. KAHL (R: Haro Senft, BRD 1961), einen Film, den der junge Regisseur Haro Senft im Jahr 1961 zum Bau des ersten westdeutschen (Versuchs-)Kraftwerks für die AEG drehte und der als erster Kurzfilm nach dem Krieg eine Oscar-Nominierung erhielt.
In REPORTAGE AUS ROSSENDORF (1957/58) berichtet der DEFA-Dokfilmregisseur Karl Gass vom Entstehen des atomindustriellen Komplexes der DDR in der Nähe von Dresden und der Vorbereitung des ersten Atomreaktors. Im Zeichen der Propagandaparole "Atome für den Frieden" trieben beide Supermächte in ihren Einflußbereichen die Atomforschung massiv voran. Dem Reaktor wurde als Herzstück der Anlagen mit geradezu religiöser Ehrfurcht begegnet.
In den 70er Jahren war die allgemeine Euphorie über die Anwendungsmöglichkeiten des Atoms längst verflogen, im Westen beginnt sich mit der Ökologiebewegung Widerstand zu formieren. Die 70er Jahre waren zugleich das Jahrzehnt, in dem die meisten Atomkraftwerke gebaut wurden. Ein Defa-Dokfilm von Amelie und Andrew Thorndike zeigt in KKW "Bruno Leuschner", wie das Kraftwerk Lubmin bei Greifswald entsteht und in Betrieb geht.
Mit Ausschnitten aus Volker Sattels Film UNTER KONTROLLE (2010/11) wird ein atmosphärisches Schlaglicht der (Noch-)Gegenwart geworfen, das in seiner verwirrenden Mischung aus ästhetischen Technikphantasmen des 20. Jahrhunderts, naturwissenschaftlich rationalisierenden Rhetoriken und der Aussicht auf eine jahrhundertelange Verantwortung der Menschheit das Programm abschließt.
Einführung: Kai S. Knörr (EMW)
Ort: Filmmuseum Potsdam
Auch das Dokumentarfilmgenre lieferte Beiträge zur Kulturgeschichte der Radioaktivität. Wir versuchen, ein Ost-West-Panorama über ein halbes Jahrhundert Kernenergie in Deutschland zu liefern. Das Kurzfilmprogramm zeigt u.a. KAHL (R: Haro Senft, BRD 1961), einen Film, den der junge Regisseur Haro Senft im Jahr 1961 zum Bau des ersten westdeutschen (Versuchs-)Kraftwerks für die AEG drehte und der als erster Kurzfilm nach dem Krieg eine Oscar-Nominierung erhielt.
In REPORTAGE AUS ROSSENDORF (1957/58) berichtet der DEFA-Dokfilmregisseur Karl Gass vom Entstehen des atomindustriellen Komplexes der DDR in der Nähe von Dresden und der Vorbereitung des ersten Atomreaktors. Im Zeichen der Propagandaparole "Atome für den Frieden" trieben beide Supermächte in ihren Einflußbereichen die Atomforschung massiv voran. Dem Reaktor wurde als Herzstück der Anlagen mit geradezu religiöser Ehrfurcht begegnet.
In den 70er Jahren war die allgemeine Euphorie über die Anwendungsmöglichkeiten des Atoms längst verflogen, im Westen beginnt sich mit der Ökologiebewegung Widerstand zu formieren. Die 70er Jahre waren zugleich das Jahrzehnt, in dem die meisten Atomkraftwerke gebaut wurden. Ein Defa-Dokfilm von Amelie und Andrew Thorndike zeigt in KKW "Bruno Leuschner", wie das Kraftwerk Lubmin bei Greifswald entsteht und in Betrieb geht.
Mit Ausschnitten aus Volker Sattels Film UNTER KONTROLLE (2010/11) wird ein atmosphärisches Schlaglicht der (Noch-)Gegenwart geworfen, das in seiner verwirrenden Mischung aus ästhetischen Technikphantasmen des 20. Jahrhunderts, naturwissenschaftlich rationalisierenden Rhetoriken und der Aussicht auf eine jahrhundertelange Verantwortung der Menschheit das Programm abschließt.