Aktuelles Winter 2011/2012
Vortrag von Dr. Tobias Nagl (University of Western Ontario, Kanada)

"Irgendwo ist eine Zärtlichkeit" - Rainer Werner Fassbinder, Günther Kaufmann und rassischer Fetischismus
Öffentlicher Vortrag (in deutscher Sprache)
15. Dezember 2011, 18.00 Uhr
Fachhochschule Potsdam, Pappelallee 8-9, Hauptgebäude, Hörsaal HG 067
Rainer Werner Fassbinder hatte in seinem kurzen erwachsenen Leben drei wichtige Liebesbeziehungen: mit Günther Kaufmann, El Hedi Ben Salem und mit Armin Meier. Der afrodeutsche Schauspieler Günther Kaufmann ist der einzige von ihnen, der sich selbst von Fassbinder trennte und seinen einstigen Mentor überlebte. Zwischen 1969 und 1982 wirkte Kaufmann in mehr als einem Dutzend Filme des Regisseurs mit - vornehmlich als Nebendarsteller. Dennoch haben seine Rollen im Oeuvre Fassbinders bislang kaum kritische Aufmerksamkeit auf sich gezogen; im Zentrum der rassismuskritischen Fassbinderforschung stand zumeist die so genannte "Gastarbeiter"-Problematik der 1970er Jahre.
Der Vortrag rekonstruiert die Kollaborationen von Fassbinder und Kaufmann und versucht die Rollen Kaufmanns als einen marginalen, subalternen "Star-Text" zu begreifen, durch den sich das "rassisch Unbewusste" in Fassbinders Werk entschlüsseln wie in Bezug zur Repräsentation schwarzer männlicher Körper in der westdeutschen "Neuen Linken" und der schwulen Community setzen lässt.
Tobias Nagl ist Associate Professor für Film Studies an der University of Western Ontario in Kanada und Autor der Studie Die unheimliche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino (München: edition text+kritik, 2009).
Dieser Vortrag ist Teil des Interflex-Projekts Konstruktiv. Gender, Class, Race & Bodies.
Öffentlicher Vortrag (in deutscher Sprache)
15. Dezember 2011, 18.00 Uhr
Fachhochschule Potsdam, Pappelallee 8-9, Hauptgebäude, Hörsaal HG 067
Rainer Werner Fassbinder hatte in seinem kurzen erwachsenen Leben drei wichtige Liebesbeziehungen: mit Günther Kaufmann, El Hedi Ben Salem und mit Armin Meier. Der afrodeutsche Schauspieler Günther Kaufmann ist der einzige von ihnen, der sich selbst von Fassbinder trennte und seinen einstigen Mentor überlebte. Zwischen 1969 und 1982 wirkte Kaufmann in mehr als einem Dutzend Filme des Regisseurs mit - vornehmlich als Nebendarsteller. Dennoch haben seine Rollen im Oeuvre Fassbinders bislang kaum kritische Aufmerksamkeit auf sich gezogen; im Zentrum der rassismuskritischen Fassbinderforschung stand zumeist die so genannte "Gastarbeiter"-Problematik der 1970er Jahre.
Der Vortrag rekonstruiert die Kollaborationen von Fassbinder und Kaufmann und versucht die Rollen Kaufmanns als einen marginalen, subalternen "Star-Text" zu begreifen, durch den sich das "rassisch Unbewusste" in Fassbinders Werk entschlüsseln wie in Bezug zur Repräsentation schwarzer männlicher Körper in der westdeutschen "Neuen Linken" und der schwulen Community setzen lässt.
Tobias Nagl ist Associate Professor für Film Studies an der University of Western Ontario in Kanada und Autor der Studie Die unheimliche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino (München: edition text+kritik, 2009).
Dieser Vortrag ist Teil des Interflex-Projekts Konstruktiv. Gender, Class, Race & Bodies.