Aktuelles Winter 2011/2012
Ethische Dimensionen des Performativen - Eine öffentliche Gesprächsrunde mit Barbara Gronau (Freie Universität Berlin) und Alice Lagaay (Universität Bremen)

Donnerstag, 09. Februar 2012, 18.00-20.00 Uhr
Universität Potsdam, Campus Neues Palais
Europäische Medienwissenschaft
Am Neuen Palais 10
Haus 8, Raum 60/61
14469 Potsdam
Mit Bartleby, dem Schreiber in einer Kanzlei an der Wall Street, erschafft Herman Melville im neunzehnten Jahrhundert eine (Denk-)Figur der Passivität und des Ungehorsams gegenüber anderen Menschen, die sich im Zuge des höflich hervorgebrachten Ausspruchs »I would prefer not to« als weiterhin äußerst widerständig zeigt: sie eröffnet einen Raum der Unbestimmtheit, wird zum Bild einer Verweigerung und verweist auf ein Unterlassen: ein Nichttun, das jedoch auch als aktive Strategie im Angesicht des Anderen begriffen werden kann und damit Fragen nach den Zusammenhängen von Sprechen und Handeln, Sein und Alterität, Performativität und Medialität provoziert. Die Gesprächsrunde legt hier ihren Schwerpunkt dezidiert auf ethische Dimensionen des Performativen, die entlang von Paradigmen der Performanz und Performativität, der Sprache, der Stimme, des Gesichts, des Körpers und der Geste, ausgehend von der literarischen Vorlage, auch beispielhaft in Tanz, Theater und Film diskutiert werden.
Dr. Barbara Gronau arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und als Gastprofessorin und Gastdozentin an der Universität der Künste. Sie promovierte 2006 mit einer Dissertation über die Schnittstellen von Theater und bildender Kunst am DFG-Sonderforschungsbereich »Kulturen des Performativen« an der Freien Universität Berlin. Seit 2002 ist sie zudem als Dramaturgin und Kuratorin an deutschsprachigen Theatern in Berlin, Zürich und Wien tätig. Für die Monographie Theaterinstallationen. Performative Räume bei Beuys, Boltanski und Kabakov (München: Fink, 2010) erhielt sie im vergangenen Jahr den von der Stiftung Museum Schloss Moyland erstmals vergebenen »Joseph Beuys Preis für Forschung«. Gegenwärtig arbeitet sie an ihrer Habilitation zur Ästhetik des Unterlassens. Neben zahlreichen Aufsätzen hat sie sechs Schriften herausgegeben, darunter mit Erika Fischer-Lichte und Christel Weiler Global Ibsen. Performing Multiple Modernities (New York, London: Routledge, 2011). In Kürze wird erscheinen: Szenarien der Energie. Zur Ästhetik und Wissenschaft des Immateriellen (Bielefeld: transcript, 2012).
Dr. Alice Lagaay ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Universität Bremen. Von 2001 bis 2010 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Sonderforschungsbereich »Kulturen des Performativen« an der Freien Universität Berlin und promovierte 2007 mit der Dissertation Towards a Philosophy of Voice. Reflections on the Sound – and Silence – of Human Language. Seitdem forscht sie zu den Themen Schweigen, Stille, Seinlassen sowie zum Zusammenhang von Philosophie und Performance. Ihre Publikationen umfassen neben zahlreichen Aufsätzen die Monographie Metaphysics of Performance. Performance, Performativity and the Relationship between Theater and Philosophy (Berlin: Logos, 2001) sowie fünf Anthologien, darunter mit David Lauer Medientheorien. Eine philosophische Einführung (Frankfurt, New York: Campus, 2004), mit Emmanuel Alloa Nicht(s) Sagen. Strategien der Sprachabwendung im 20. Jahrhundert (Bielefeld: transcript, 2008) und mit Laura Cull Performance and Philosophy (Basingstoke, New York: Palgrave Macmillan, 2012, im Erscheinen).
Ihre Forschungen zum Performativen haben Barbara Gronau und Alice Lagaay in zwei Herausgeberschaften zusammengefaßt: Performanzen des Nichttuns (Wien: Passagen, 2008) und Ökonomien der Zurückhaltung. Kulturelles Handeln zwischen Askese und Restriktion (Bielefeld: transcript, 2010).
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eine Veranstaltung der EMW-Projektgruppe »Theorie & Praxis des Performativen« im Bachelor und Master, unter der Leitung von Dr. Jörg Sternagel.
Universität Potsdam, Campus Neues Palais
Europäische Medienwissenschaft
Am Neuen Palais 10
Haus 8, Raum 60/61
14469 Potsdam
Mit Bartleby, dem Schreiber in einer Kanzlei an der Wall Street, erschafft Herman Melville im neunzehnten Jahrhundert eine (Denk-)Figur der Passivität und des Ungehorsams gegenüber anderen Menschen, die sich im Zuge des höflich hervorgebrachten Ausspruchs »I would prefer not to« als weiterhin äußerst widerständig zeigt: sie eröffnet einen Raum der Unbestimmtheit, wird zum Bild einer Verweigerung und verweist auf ein Unterlassen: ein Nichttun, das jedoch auch als aktive Strategie im Angesicht des Anderen begriffen werden kann und damit Fragen nach den Zusammenhängen von Sprechen und Handeln, Sein und Alterität, Performativität und Medialität provoziert. Die Gesprächsrunde legt hier ihren Schwerpunkt dezidiert auf ethische Dimensionen des Performativen, die entlang von Paradigmen der Performanz und Performativität, der Sprache, der Stimme, des Gesichts, des Körpers und der Geste, ausgehend von der literarischen Vorlage, auch beispielhaft in Tanz, Theater und Film diskutiert werden.
Dr. Barbara Gronau arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und als Gastprofessorin und Gastdozentin an der Universität der Künste. Sie promovierte 2006 mit einer Dissertation über die Schnittstellen von Theater und bildender Kunst am DFG-Sonderforschungsbereich »Kulturen des Performativen« an der Freien Universität Berlin. Seit 2002 ist sie zudem als Dramaturgin und Kuratorin an deutschsprachigen Theatern in Berlin, Zürich und Wien tätig. Für die Monographie Theaterinstallationen. Performative Räume bei Beuys, Boltanski und Kabakov (München: Fink, 2010) erhielt sie im vergangenen Jahr den von der Stiftung Museum Schloss Moyland erstmals vergebenen »Joseph Beuys Preis für Forschung«. Gegenwärtig arbeitet sie an ihrer Habilitation zur Ästhetik des Unterlassens. Neben zahlreichen Aufsätzen hat sie sechs Schriften herausgegeben, darunter mit Erika Fischer-Lichte und Christel Weiler Global Ibsen. Performing Multiple Modernities (New York, London: Routledge, 2011). In Kürze wird erscheinen: Szenarien der Energie. Zur Ästhetik und Wissenschaft des Immateriellen (Bielefeld: transcript, 2012).
Dr. Alice Lagaay ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Universität Bremen. Von 2001 bis 2010 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Sonderforschungsbereich »Kulturen des Performativen« an der Freien Universität Berlin und promovierte 2007 mit der Dissertation Towards a Philosophy of Voice. Reflections on the Sound – and Silence – of Human Language. Seitdem forscht sie zu den Themen Schweigen, Stille, Seinlassen sowie zum Zusammenhang von Philosophie und Performance. Ihre Publikationen umfassen neben zahlreichen Aufsätzen die Monographie Metaphysics of Performance. Performance, Performativity and the Relationship between Theater and Philosophy (Berlin: Logos, 2001) sowie fünf Anthologien, darunter mit David Lauer Medientheorien. Eine philosophische Einführung (Frankfurt, New York: Campus, 2004), mit Emmanuel Alloa Nicht(s) Sagen. Strategien der Sprachabwendung im 20. Jahrhundert (Bielefeld: transcript, 2008) und mit Laura Cull Performance and Philosophy (Basingstoke, New York: Palgrave Macmillan, 2012, im Erscheinen).
Ihre Forschungen zum Performativen haben Barbara Gronau und Alice Lagaay in zwei Herausgeberschaften zusammengefaßt: Performanzen des Nichttuns (Wien: Passagen, 2008) und Ökonomien der Zurückhaltung. Kulturelles Handeln zwischen Askese und Restriktion (Bielefeld: transcript, 2010).
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eine Veranstaltung der EMW-Projektgruppe »Theorie & Praxis des Performativen« im Bachelor und Master, unter der Leitung von Dr. Jörg Sternagel.